Mittwoch, 28. März 2018

Neuerscheinungen: "Midcentury Modern" und "Scandinavian Style"


 In diesen Tagen sind bei DVA zwei neue Einrichtungs-Handbücher erschienen. Das eine ist „Mid-Century Modern: Das Einrichtungshandbuch Raum für Raum“ von DC Hiller und das andere ist „Scandinavian Style: Das Einrichtungshandbuch Raum für Raum“ von Allan Torp. Ostern steht kurz vor der Tür, und deswegen verlose ich die beiden Bücher. Näheres dazu liest Du am Ende des Artikels.


Bis ich diese beiden Bücher gelesen habe, war mir nicht bewusst, dass die beiden dort vorgestellten Einrichtungsstile so viele Gemeinsamkeiten haben.
Wie das? Der gemeinsame Grundgedanke ist, dass die Formensprache der Möbel einfach und dem Nutzen untergeordnet ist (form follows function) und dass Möbelstücke aus den hochwertigsten Materialien und mit größter handwerklicher Präzision gefertigt sein sollten, um einen möglichst langen Nutzwert zu haben.
Darüber hinaus sind viele der bekannten skandinavischen Möbeldesigns in der Mitte des 20. Jahrhunderts entstanden.
Die verwendeten Materialien ergeben Farbpaletten in Naturtönen bei Möbeln und Fußböden. Dazu kommen helle Farbtöne für die Wände und Decken. Das ist beiden Stilen gemeinsam. Der Unterschied liegt dann in der Verwendung der Akzent-Farbtöne, die beim Scandinavian Style entweder mit weiß aufgehellt oder mit braun getrübt sind. Beim Midcentury Modern-Stil werden vermehrt klare und leuchtende Farbtöne verwendet.



So, und damit ist aus meiner Sicht Schubladendenken bzw. klares Kategorisieren von Einrichtung nicht möglich. Gut so!
Beide Autoren betonen, dass es beim Einrichten mit bestimmten Stilelementen nicht darum geht, ein Museum zu bauen, bei dem es scheint, dass es aus der Zeit gefallen ist. Es geht viel mehr darum, Räume zu erschaffen, in denen sich die Bewohner wiederfinden und die den Lebensgewohnheiten der Bewohner entsprechen.


Ich stelle beide Bücher gemeinsam vor, da sie so aussehen, als ob daraus im Weiteren eine Reihe entstehen könnte. Beide Bücher sind von Interior Bloggern verfasst worden, die ihre jeweilige Leidenschaft für einen Einrichtungsstil mit ihren Lesern teilen. Format und Aufbau der Bücher sind identisch.


Im ersten Teil wird die Entwicklung der Wohnstile über das vergangene Jahrhundert hinweg beschrieben. Im zweiten Teil gibt es Wohnbeispiele für jeden Raum der Wohnung. Aus den Wohnbeispielen werden charakteristische Farbpaletten abgeleitet. Dazu werden Möbelstücke vorgestellt mit genauer Materialbeschreibung, exakter Bemaßung und Nennung des Designers und Entstehungszeitraum.


Wie ich zu beginn schrieb, möchte ich unter allen, die bis zum 1.4.2018 23:59 Uhr einen Kommentar unter diesem Post oder auf der Facebook-Seite hinterlassen, beide Bücher verlosen. Schreib in Deinen Kommentar hinein, über welches Buch Du Dich freuen würdest und hinterlasse mir eine Möglichkeit, wie ich Dich kontaktieren kann. Teilnehmen können Leser ab 18 Jahren, die eine Postanschrift in Deutschland haben. Ausgelost wird mit Random.org. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.


Die Bücher wurden mir vom Verlag zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank! Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst.

Freitag, 16. März 2018

Leserkommentar: Passgenaues Gestalten ist auf großer Fläche einfacher

Letztens kam eine Leserreaktion auf den Blogartikel "Warum Deine Wohnumgebung für Dich passgenau sein muss“.

Die Leserin schrieb, dass es ja auf größerer Fläche viel einfacher sei, passgenau zu gestalten als auf kleiner Fläche.



Dazu ist meine Antwort:


Der Grundstein für eine passgenaue Raumgestaltung für Paare ist immer Kommunikation. Wenn einzelne Vorstellungen und Ideen so weit auseinander gehen, dass daraus keine gemeinsame Gestaltung entsteht (oder entstehen kann), hilft es manchmal, alles zurück auf Start zu setzen und von neuem zu beginnen, Ideen zu entwickeln. Aua, das ist doof. Ich weiß.

Je größer die zu gestaltende Fläche ist, desto einfacher ist es, zwei Gestaltungssuppen zu kochen. Dann kann es aber passieren, dass sich die Partner in einigen Bereichen der Wohnung sehr wohl fühlen und in anderen gar nicht. Das sehe ich nicht als zielführend an, da dann bei allen Beteiligten Energieverlust passiert in den jeweils unpassenden Bereichen der Wohnung.

Um die Schleife zurück zum Kommentar zu führen: Ja, in einer kleineren Wohnung ist es schwieriger, zwei Gestaltungssuppen zu kochen. Aber: Ist es sinnvoll, bei der Gestaltung der eigenen vier Wände, die der Erholung dienen sollen, Machtkämpfe zu führen?

Und: Wie kommst Du aus dem Dilemma raus, sofern Du drinsteckst?


 

Forschen, jeder für sich.


Frage Dich, was genau Du in Eurer Wohnung haben möchtest.
Welche Tätigkeiten sind Dir besonders wichtig?
Was magst Du Dir gar nicht angucken, sei es Farbe, Material oder Textur?

Du kannst diesen Analyseschritt mit Hilfe eines Wohntagebuchs und der daraus resultierenden Positivliste gehen. Wie das genau funktioniert, liest Du hier.

Im Idealfall macht Dein Partner mit. Wichtig ist dabei, dass jeder von Euch diesen Schritt für sich allein geht. Andernfalls kann es sein, dass Ihr Euch gegenseitig in die Bestandsaufnahme reinredet und zu einem Zeitpunkt mit Diskussionen beginnt, an dem der Einzelne sich selbst über seine Wünsche noch gar nicht klar ist.


Reden, miteinander.


Habt Ihr Eure Positivlisten geschrieben?

Wunderbar, denn dann ist es an der Zeit, dass Ihr miteinander redet.

Die Spielregel dabei lautet: Jeder darf alles sagen und seine Gedanken in Ruhe formulieren. Der jeweils andere hört zu und bewertet die Wünsche nicht.


Ich weiß, dass das schwierig ist. Ich weiß aber auch, dass gerade im Nicht-Bewerten die große Chance liegt, dass Ihr eine gute gemeinsame Gestaltung entwickeln könnt. In diesem Gesprächsschritt findet Ihr Gemeinsamkeiten und macht jeweils deutlich, welche Punkte der Positivlisten für Euch nicht verhandelbar sind.


Unden


Unden? Was ist denn das? Ich behaupte, Unden ist das Gegenteil von Kompromiss.

Das Vertrackte an Kompromissen ist, dass lange diskutiert wird, jeder nachgibt und ihm wichtige Dinge aufgibt und am Ende hat niemand mehr das, was er eigentlich möchte.

Blöd.

Beim Unden geht es darum, die Wünsche aller Beteiligten zu hören und dann möglichst viele dieser Wünsche gestalterisch unter einen Hut zu bringen. Deswegen habt Ihr im ersten Schritt mit Wohntagebuch und Positivliste gearbeitet. Im Idealfall könnt Ihr alle Eure Wohnwünsche in einer gemeinsamen Gestaltung unterbringen.


Wenn gar nichts hilft:


Bucht Euch eine Wohnberatung. Ich konnte in Wohnberatungen häufig Gemeinsamkeiten finden, wo vermeintlich keine waren.

Besonders in Erinnerung geblieben ist mir die Beratung bei einer Familie mit zwei Kindern im Alter von 18 und 16. Diese Familie hatte ein Haus gekauft und wollte es nach ihren Vorstellungen umbauen. Dabei hatten die Kinder aufgrund ihres Alters ein recht großes Mitspracherecht.
Bei der Gesprächseröffnung erzählten mir alle vier, dass sie völlig unterschiedliche Sachen in dem neuen Haus haben möchten und deswegen keine Verständigung mehr möglich sei. Immer, wenn die Sprache auf das Haus und anstehende Entscheidungen käme, gäbe es Streit.

Ich machte mit allen Familienmitgliedern den Farb- und Stiltest, der mit Hilfe von exemplarischen Bildern funktioniert. Als Ergebnis des Tests stellte sich heraus, dass im Grunde alle vier Ähnliches wollten, dafür aber grundverschiedene Worte gewählt hatten.
Mit dieser Erkenntnis war es der Familie wieder möglich, konstruktiv zu sprechen und gemeinsame Entscheidungen für das neue Haus zu treffen.


Zurück zum Anfang:


Passgenaues Gestalten ist nicht auf großer Fläche einfacher, sondern mit stetiger und wertschätzender Kommunikation.



Hast Du Fragen zu einem der hier vorgestellten Werkzeuge? Ich freue mich auf Deine Nachricht, hier in den Kommentaren oder auf der Facebook-Seite.