Mittwoch, 28. März 2018

Neuerscheinungen: "Midcentury Modern" und "Scandinavian Style"


 In diesen Tagen sind bei DVA zwei neue Einrichtungs-Handbücher erschienen. Das eine ist „Mid-Century Modern: Das Einrichtungshandbuch Raum für Raum“ von DC Hiller und das andere ist „Scandinavian Style: Das Einrichtungshandbuch Raum für Raum“ von Allan Torp. Ostern steht kurz vor der Tür, und deswegen verlose ich die beiden Bücher. Näheres dazu liest Du am Ende des Artikels.


Bis ich diese beiden Bücher gelesen habe, war mir nicht bewusst, dass die beiden dort vorgestellten Einrichtungsstile so viele Gemeinsamkeiten haben.
Wie das? Der gemeinsame Grundgedanke ist, dass die Formensprache der Möbel einfach und dem Nutzen untergeordnet ist (form follows function) und dass Möbelstücke aus den hochwertigsten Materialien und mit größter handwerklicher Präzision gefertigt sein sollten, um einen möglichst langen Nutzwert zu haben.
Darüber hinaus sind viele der bekannten skandinavischen Möbeldesigns in der Mitte des 20. Jahrhunderts entstanden.
Die verwendeten Materialien ergeben Farbpaletten in Naturtönen bei Möbeln und Fußböden. Dazu kommen helle Farbtöne für die Wände und Decken. Das ist beiden Stilen gemeinsam. Der Unterschied liegt dann in der Verwendung der Akzent-Farbtöne, die beim Scandinavian Style entweder mit weiß aufgehellt oder mit braun getrübt sind. Beim Midcentury Modern-Stil werden vermehrt klare und leuchtende Farbtöne verwendet.



So, und damit ist aus meiner Sicht Schubladendenken bzw. klares Kategorisieren von Einrichtung nicht möglich. Gut so!
Beide Autoren betonen, dass es beim Einrichten mit bestimmten Stilelementen nicht darum geht, ein Museum zu bauen, bei dem es scheint, dass es aus der Zeit gefallen ist. Es geht viel mehr darum, Räume zu erschaffen, in denen sich die Bewohner wiederfinden und die den Lebensgewohnheiten der Bewohner entsprechen.


Ich stelle beide Bücher gemeinsam vor, da sie so aussehen, als ob daraus im Weiteren eine Reihe entstehen könnte. Beide Bücher sind von Interior Bloggern verfasst worden, die ihre jeweilige Leidenschaft für einen Einrichtungsstil mit ihren Lesern teilen. Format und Aufbau der Bücher sind identisch.


Im ersten Teil wird die Entwicklung der Wohnstile über das vergangene Jahrhundert hinweg beschrieben. Im zweiten Teil gibt es Wohnbeispiele für jeden Raum der Wohnung. Aus den Wohnbeispielen werden charakteristische Farbpaletten abgeleitet. Dazu werden Möbelstücke vorgestellt mit genauer Materialbeschreibung, exakter Bemaßung und Nennung des Designers und Entstehungszeitraum.


Wie ich zu beginn schrieb, möchte ich unter allen, die bis zum 1.4.2018 23:59 Uhr einen Kommentar unter diesem Post oder auf der Facebook-Seite hinterlassen, beide Bücher verlosen. Schreib in Deinen Kommentar hinein, über welches Buch Du Dich freuen würdest und hinterlasse mir eine Möglichkeit, wie ich Dich kontaktieren kann. Teilnehmen können Leser ab 18 Jahren, die eine Postanschrift in Deutschland haben. Ausgelost wird mit Random.org. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.


Die Bücher wurden mir vom Verlag zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank! Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst.

Freitag, 16. März 2018

Leserkommentar: Passgenaues Gestalten ist auf großer Fläche einfacher

Letztens kam eine Leserreaktion auf den Blogartikel "Warum Deine Wohnumgebung für Dich passgenau sein muss“.

Die Leserin schrieb, dass es ja auf größerer Fläche viel einfacher sei, passgenau zu gestalten als auf kleiner Fläche.



Dazu ist meine Antwort:


Der Grundstein für eine passgenaue Raumgestaltung für Paare ist immer Kommunikation. Wenn einzelne Vorstellungen und Ideen so weit auseinander gehen, dass daraus keine gemeinsame Gestaltung entsteht (oder entstehen kann), hilft es manchmal, alles zurück auf Start zu setzen und von neuem zu beginnen, Ideen zu entwickeln. Aua, das ist doof. Ich weiß.

Je größer die zu gestaltende Fläche ist, desto einfacher ist es, zwei Gestaltungssuppen zu kochen. Dann kann es aber passieren, dass sich die Partner in einigen Bereichen der Wohnung sehr wohl fühlen und in anderen gar nicht. Das sehe ich nicht als zielführend an, da dann bei allen Beteiligten Energieverlust passiert in den jeweils unpassenden Bereichen der Wohnung.

Um die Schleife zurück zum Kommentar zu führen: Ja, in einer kleineren Wohnung ist es schwieriger, zwei Gestaltungssuppen zu kochen. Aber: Ist es sinnvoll, bei der Gestaltung der eigenen vier Wände, die der Erholung dienen sollen, Machtkämpfe zu führen?

Und: Wie kommst Du aus dem Dilemma raus, sofern Du drinsteckst?


 

Forschen, jeder für sich.


Frage Dich, was genau Du in Eurer Wohnung haben möchtest.
Welche Tätigkeiten sind Dir besonders wichtig?
Was magst Du Dir gar nicht angucken, sei es Farbe, Material oder Textur?

Du kannst diesen Analyseschritt mit Hilfe eines Wohntagebuchs und der daraus resultierenden Positivliste gehen. Wie das genau funktioniert, liest Du hier.

Im Idealfall macht Dein Partner mit. Wichtig ist dabei, dass jeder von Euch diesen Schritt für sich allein geht. Andernfalls kann es sein, dass Ihr Euch gegenseitig in die Bestandsaufnahme reinredet und zu einem Zeitpunkt mit Diskussionen beginnt, an dem der Einzelne sich selbst über seine Wünsche noch gar nicht klar ist.


Reden, miteinander.


Habt Ihr Eure Positivlisten geschrieben?

Wunderbar, denn dann ist es an der Zeit, dass Ihr miteinander redet.

Die Spielregel dabei lautet: Jeder darf alles sagen und seine Gedanken in Ruhe formulieren. Der jeweils andere hört zu und bewertet die Wünsche nicht.


Ich weiß, dass das schwierig ist. Ich weiß aber auch, dass gerade im Nicht-Bewerten die große Chance liegt, dass Ihr eine gute gemeinsame Gestaltung entwickeln könnt. In diesem Gesprächsschritt findet Ihr Gemeinsamkeiten und macht jeweils deutlich, welche Punkte der Positivlisten für Euch nicht verhandelbar sind.


Unden


Unden? Was ist denn das? Ich behaupte, Unden ist das Gegenteil von Kompromiss.

Das Vertrackte an Kompromissen ist, dass lange diskutiert wird, jeder nachgibt und ihm wichtige Dinge aufgibt und am Ende hat niemand mehr das, was er eigentlich möchte.

Blöd.

Beim Unden geht es darum, die Wünsche aller Beteiligten zu hören und dann möglichst viele dieser Wünsche gestalterisch unter einen Hut zu bringen. Deswegen habt Ihr im ersten Schritt mit Wohntagebuch und Positivliste gearbeitet. Im Idealfall könnt Ihr alle Eure Wohnwünsche in einer gemeinsamen Gestaltung unterbringen.


Wenn gar nichts hilft:


Bucht Euch eine Wohnberatung. Ich konnte in Wohnberatungen häufig Gemeinsamkeiten finden, wo vermeintlich keine waren.

Besonders in Erinnerung geblieben ist mir die Beratung bei einer Familie mit zwei Kindern im Alter von 18 und 16. Diese Familie hatte ein Haus gekauft und wollte es nach ihren Vorstellungen umbauen. Dabei hatten die Kinder aufgrund ihres Alters ein recht großes Mitspracherecht.
Bei der Gesprächseröffnung erzählten mir alle vier, dass sie völlig unterschiedliche Sachen in dem neuen Haus haben möchten und deswegen keine Verständigung mehr möglich sei. Immer, wenn die Sprache auf das Haus und anstehende Entscheidungen käme, gäbe es Streit.

Ich machte mit allen Familienmitgliedern den Farb- und Stiltest, der mit Hilfe von exemplarischen Bildern funktioniert. Als Ergebnis des Tests stellte sich heraus, dass im Grunde alle vier Ähnliches wollten, dafür aber grundverschiedene Worte gewählt hatten.
Mit dieser Erkenntnis war es der Familie wieder möglich, konstruktiv zu sprechen und gemeinsame Entscheidungen für das neue Haus zu treffen.


Zurück zum Anfang:


Passgenaues Gestalten ist nicht auf großer Fläche einfacher, sondern mit stetiger und wertschätzender Kommunikation.



Hast Du Fragen zu einem der hier vorgestellten Werkzeuge? Ich freue mich auf Deine Nachricht, hier in den Kommentaren oder auf der Facebook-Seite.

Mittwoch, 31. Januar 2018

Leserfrage: Macht es Sinn, auf alten Putz Kalkputz aufzutragen?


Zum letzten Artikel, in dem es um die vier Dinge ging, die Kalkputz für Deine Räume tun kann, erreichte mich folgende Leserfrage:

"Gibt es eine Möglichkeit Räume von Standardputz/Dispersionsfarbe auf Kalkputz/Mineralfarbe umzustellen, ohne den Putz komplett abzuschlagen? Sprich: Macht es Sinn, auf alten Putz Kallkputz aufzutragen?"

Grundsätzlich: Ja.

Dazu ist vorab eine Begriffsklärung notwendig: Ich habe im letzten Artikel über Kalkfinishputz gesprochen, also Kalkputz, der als dekorative Oberfläche eingesetzt wird. Die Putzschicht, die das Fugenbild des Mauerwerks verdeckt und egalisiert, nennt man Grundputz. 



Wichtig fürs Raumklima sind die obersten 4 mm der Wand. Deswegen ist es nahezu egal, welcher Grundputz im Haus ist und was die Untergrundvorbehandlung letztendlich erfordert. Indem Du Kalkputz als oberste Schicht auf Deine Wände bringst, hast Du eine Schicht von 2 mm, die Dir das Raumklima perfekt regulieren können.

Beim Altputz ist folgendes wichtig: Er sollte frei sein von wasserlöslichen Farbstoffen wie Nikotin, Gerbstoffen und Ruß. Außerdem sollten keine Kleisterreste auf dem Putz sein. Kleisterreste können abgewaschen werden, also ist diese Bedingung leicht zu erfüllen.



Stellt sich im zweiten Schritt die Frage, wie Du wasserlösliche Farbstoffe im Untergrund erkennst. 

Beantworte zuerst folgende Fragen:
  • Sind Holzbestandteile auf der Wand wie Gipskartonplatten, OSB-Platten, hölzerne Rolladenkästen oder Tapete? Tapete kannst Du entfernen, alle anderen Bestandteile hast Du.
  • Ist in den Räumen geraucht worden? Ich meine: wurde von ehemaligen oder aktuellen Bewohnern dort regelmäßig geraucht? Und ja, „die Küche ist das Raucherzimmer“ heißt, dass in der ganzen Wohnung Nikotin in den Wänden sitzt. Nikotin kennt leider keine Türen (alles schon erlebt…).
  • Gibt es irgendwo einen Kamin, der möglicherweise durchgesotten sein könnte?

Wenn Du Dir über die Vorgeschichte Deiner Räume nicht sicher bist, kannst Du 1-2 qm große Testflächen mit dem neuen Material anlegen.
Wasserlösliche Farbstoffe zeigen sich immer dann, wenn die Wandflächen mit Wasser in Kontakt kommen, also dann, wenn eine neue Putzschicht (manchmal reicht auch ein Anstrich) aufgetragen wird. Und: sie zeigen sich sehr schnell. Meist weißt Du nach einem halben Tag schon bescheid.

Solltest Du wasserlösliche Farbstoffe im Untergrund finden, ist es nötig, als erste Grundierungsschicht eine Farbe zu streichen, die den Wanduntergrund gegen eindringendes Wasser absperrt.

Als zweite Grundierungsschicht streichst Du dann eine mineralische Grundierung.

Nächster Punkt: Kalk möchte einen mineralischen Untergrund haben und verträgt sich auf chemischer Ebene nicht gut mit Gips. Das ist wichtig zu wissen. Kalkputz hält zwar auf Gips, bildet aber je nach Pigmentierung optisch unschöne Schlieren aus. Um das zu vermeiden, hilft folgendes:

Wenn ein Gipsputz auf der Wand ist, bedeutet das, eine mineralische Grundierung zu verwenden (z.B. Kalkfarbe oder Kalkstreichputz).



Im Idealfall hat die Grundierung 3 Wochen Zeit zu trocknen, da in dieser Zeit CO2 aus der Raumluft aufgenommen wird und sich die Grundierungsschicht chemisch umbaut. Nach den 3 Wochen ist es dann problemlos möglich, Kalkputz auf die grundierten Flächen aufzutragen.

Mir ist klar, dass drei Wochen zwischen Grundierung und Oberputz eine sehr lange Zeit ist und einige Baustellen diesen Zeitrahmen nicht hergeben. Empfehlung in diesem Fall: den längstmöglichen Zeitraum zwischen Grundieren und Verputzen verstreichen lassen.

Bei kalkhaltigen Anstrichen können auch die oben beschriebenen Schlieren auftreten. Sinngemäß gilt für den Zeitraum zwischen grundieren und Endanstrich das gleiche wie für Putz.

Ich weiß, dass dieser Artikel sehr technisch ist. Dennoch denke ich, dass diese Informationen für viele Leser interessant sein können, deswegen habe ich ihn geschrieben.


Solltest Du Dir bei Deinen Wänden komplett unsicher sein, sprich mich bitte an. Ich freue mich über Deine Nachricht in den Kommentaren oder auf der Facebook-Seite.

Samstag, 6. Januar 2018

4 Dinge, die Kalkputz für Deine Räume tun kann


Kalkputz ist ein sehr alter Baustoff, der auch in neuen Gebäuden eine Menge tun kann, um das Gebäude funktionsfähig zu erhalten. 

Feuchtigkeitsmanagement

Kalkputz ist ein großartiger Feuchtigkeitsmanager. Beim Wohnen entsteht allein dadurch, dass Du anwesend bist, Feuchtigkeit. 
Du atmest Wasserdampf aus, in Kleinstmengen, die aber trotzdem einen Einfluss auf das Raumklima haben. Gerade wenn Du Dich über einen langen Zeitraum in einem Raum aufhältst, wird Dein Ausatmen für diesen Raum zu einer Herausforderung. Wusstest Du, dass 2 Erwachsene in 8 Stunden (also einer durchschnittlichen Nacht) 2 Liter Wasserdampf ausatmen? Das entspricht dem Wasserdampfaufkommen, was bei 30 Minuten Dauerduschen entsteht. 
Verputze Deine Schlafzimmerwände mit Kalkputz, und sämtliche Feuchtigkeit wird vom Kalkputz aufgenommen. Wichtiger noch, die Feuchtigkeit wird über den Tag wieder an die Raumluft abgegeben, so dass die Wände in der nächsten Nacht erneut alles aufnehmen können. 
Du kennst vielleicht den Begriff der atmenden Wände, in der Fachsprache Sorption genannt. Genau diesen Effekt machst Du Dir in einem mit Kalkputz verputzten Schlaf-, Kinder- oder Badezimmer zu Nutze. 



Verschmutzungen an Wänden vermeiden

Kennst Du die grauen Ränder, die sich um Bilderrahmen bilden und die darüber berichten, wann umdekoriert wurde?  Besser gesagt, die genau darüber berichten, dass es mal wieder Zeit zum Renovieren ist? 
Verputze Deine Wände mit Kalkputz und Du bist dieses Problem los. Oberflächen aus Kalk sind antistatisch, was heißt, dass sie sich nicht statisch aufladen, wenn die Raumluft an ihnen entlang streicht. Raumluft gerät immer dann in Bewegung, wenn Du durch Deine Räume gehst. Du schiebst Luft vor Dir her. Statisch aufgeladene Flächen ziehen Staub an. Die Luftverwirbelung ist gerade an Kanten von Bilderrahmen recht hoch, weswegen sich dort vermehrt Staubpartikel an der Wand absetzen. 
In Kalkputz ist nichts enthalten, was sich statisch auflädt. Deswegen verlängern sich die Renovierungsintervalle, wenn Du Deine Wände mit Kalkputz verputzt. Du bestimmst, wann Du renovieren möchtest, nicht Deine abgehängten Bilder oder umgestellten Möbel. 

Schimmel vermeiden

Schimmel in Wohnräumen entsteht immer dann, wenn mehr Feuchtigkeit anfällt als wegtrocknen kann. 
Schimmel entsteht gerne dort, wo hohe Temperaturunterschiede zwischen Raumluft und Wandfläche sind, etwa über Fenstern oder an Außenwänden. Besonders beliebt sind Stellen in der Wohnung, an denen zwei Außenwände aufeinander treffen.
Kalkputz hilft bei dieser Problematik auf zweierlei Weise:
Zum einen betreibt der Putz ein sehr gutes Feuchtigkeitsmanagement - siehe Punkt 1. 
Zum anderen ist Kalk alkalisch. Auf alkalischen Untergründen finden Schimmelsporen keine Nahrung und sterben deswegen ab. Verputze Deine Wände mit Kalk und tu Deinem Haus und Deiner Gesundheit etwas Gutes. 
Verputze deine Wände mit Kalkputz und Du tust etwas zur Vorbeugung gegen Schimmel.



 Gut aussehen

Du kannst mit Kalkputz verschiedenartige Oberflächen erzeugen. Von ganz glatt bis ganz rauh ist alles möglich. Sind dem Kalkputz Effektsteinchen beigefügt, schaffst Du es sogar, eine neue Wand sehr alt aussehen zu lassen. 
Außerdem kannst Du den Putz in allen nur denkbaren Farbtönen färben und so perfekt an Deine bestehende Einrichtung anpassen. 
Bei der Gestaltungsplanung triffst Du die Farbauswahl für den Kalkputz ganz zum Schluss. Du findest immer den einen Farbton, der das verbindende Element für die Gestaltung ist. Wenn Du den passenden Farbton allein nicht findest, frag mich - ich helfe Dir gern dabei. 

… und was dieses Material deswegen in Summe für Dich tut

Wenn Du Deine Wände mit Kalk verputzt, schaffst Du Dir eine Wohnumgebung, die Deiner Gesundheit dient:
  • Du schaffst ein ausgeglichenes Raumklima ohne Feuchtigkeits- und Trockenheitsspitzen.
  • Du entziehst Schimmelsporen die Nahrungsgrundlage.
  • Du schaffst antistatische Oberflächen, was nicht nur Verschmutzungen an den Wänden verlangsamt, sondern auch die Verteilung von positiv und negativ geladenen Ionen in der Raumluft zu Deinem Vorteil verschiebt. Das Raumklima verbessert sich.
  • Du hast Farbtöne an den Wänden, die einfarbig erscheinen aber in sich vielfarbig sind, was Deinem gesamten Organismus gut tut.
  • Du erzeugst Binnenstrukturen auf den Wandoberflächen und ermöglichst Dir damit ein ermüdungsfreies Sehen, weil Deine Augen genügend optische Haltepunkte pro Minute finden.
  • Und das Beste ist: Deine Räume sehen nicht nach „gesund und öko“ aus sondern genau so, wie Du es möchtest.


Brauchst Du Hilfe bei der Auswahl Deiner Produktfavoriten? Melde Dich gern bei mir, entweder hier in den Kommentaren oder auf der Facebook-Seite. Ich freue mich, von Dir zu lesen.

Freitag, 10. November 2017

Wie Du in drei Schritten ohne Stress Deine Dachfensterdeko planst


Werbung. Ich bin ein großer Fan von Klarheit. Auch und gerade bei der Gestaltungsplanung. Deswegen möchte ich Dir heute zeigen, wie Du in drei Schritten Deine Dachfensterdeko planen kannst, ohne am Ende Frust zu haben, weil Du Dich von Deinem Partner nicht verstanden fühlst oder weil das Ergebnis völlig anders aussieht, als Du gedacht hast.
Viele Dachfenster sind von Velux. Wie bereits im letzten Jahr vorgestellt, hat Velux einen Onlineshop, in dem Du für Deine Veluxfenster Plissees, Raffrollos und Verdunklungsrollos bestellen kannst. Außerdem kannst Du dort Originalmuster der von Dir ausgewählten Varianten bestellen und das bringt mich zum ersten Schritt:
Du planst die Neugestaltung Deiner Dachräume und willst sichergehen, dass das, was Du haben möchtest, perfekt in Deine Räume passt.
 
Foto: Velux
Sammle Dir so viele Originalmuster wie möglich zusammen, die Deine Wohnumgebung abbilden.
Das können Wandfarbmuster sein, der Polsterstoff Deines Sofas, ein Stück von Deinem Bodenbelag, Holzmuster der Möbel und eben auch Originalmuster Deiner gewünschten neuen Fensterdeko.
Einige der Musterstücke bekommst Du im Baumarkt oder beim Fachhändler Deines Vertrauens kostenlos oder für einen kleinen Unkostenbeitrag. Dieser Betrag ist gut investiertes Geld, gerade dann, wenn Du zwischen mehreren Varianten schwankst und genau sehen möchtest, wie der Farbeindruck in Deinen Räumen tatsächlich ist. Licht und die Raumgeometrie haben nämlich einen erheblichen Einfluss auf die optische Wirkung der ausgewählten Materialien. Du kommst so nicht in die Verlegenheit, Ware, die Du bestellt hast und die Dir nicht gefällt, zurückschicken zu müssen, um dann eine Weile länger als nötig ohne Sichtschutz oder Verdunklung dazustehen.
Lege mit allen Deinen Musterstücken eine Materialcollage auf weißem Untergrund. Ordne die Musterstücke dabei so an, dass sich die Stücke treffen, die auch hinterher direkten Kontakt haben. Leg also das Musterstück, das für den Bodenbelag steht neben das, das für die Wandfarbe steht. Das Stück für die Möbel grenzt sowohl an das Bodenstück als auch an das Wandfarbenstück und so weiter. Leg die Musterstücke Kante an Kante oder sogar überlappend, um den weißen Untergrund auszublenden. Du kannst die Wirkung der Farbtöne am besten beurteilen, wenn sie in direkter Beziehung zueinander stehen.
Foto: Velux
Wenn die Collage fertig ist, sprich mit Deinem Partner darüber. Erkläre genau, welches Musterstück für welches Bauteil steht. Das bringt Dir sofort Klarheit darüber, ob Du gerade ausschließlich Deine Vorstellungen umsetzt oder ob Dein Partner sich die von Dir gedachte Gestaltung auch vorstellen kann. Reagiert Dein Partner ablehnend auf das eine oder andere Musterstück, dann sortiert es aus und schaut gemeinsam nach einer Alternative, die Ihr beide gut findet. Raumgestaltung sollte nicht zum Machtkampf ausarten, denn Ihr beide lebt in Eurer Wohnung und sollt Euch dort wohlfühlen. Mehr über passgenaue Raumgestaltung kannst Du in diesem Artikel nachlesen.
Wenn Ihr alle Gestaltungsentscheidungen gemeinsam getroffen habt, könnt Ihr im letzten Schritt anfangen, Eure neuen Räume herzurichten. Dadurch, dass alle Bestandteile des Raums vorab entschieden worden sind, kommt Ihr nicht in die Verlegenheit, zwischen Tür und Angel Gestaltungsentscheidungen treffen zu müssen, weil gerade jetzt wer zum Baumarkt fährt und Ihr ja noch xy braucht – kennst Du, oder?
Du siehst, dass eine Renovierung sehr stressfrei ablaufen kann, wenn Du Dir gemeinsam mit Deinem Partner vorab einen Gestaltungsplan machst. Ein Zeitplan hilft zusätzlich bei der Einschätzung, wie lange Eure Renovierung dauert. Ich freue mich, von Deinen Projekten zu lesen, hier in den Kommentaren oder auf der Facebook-Seite.

Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit Velux entstanden. Herzlichen Dank.

Freitag, 29. September 2017

Rezension: Zimmer mit Pflanze

Ich konnte erfolgreich eine Wissenslücke schließen.

Während des Farbdesign-Studiums kamen mein Ausbilder, meine Kollegen und ich auf die Frage, wie denn Zimmerpflanzen in die Raumgesaltung einbezogen werden können und was alles zu beachten ist. Wir fuhren zu einer Gärtnerei, die sich auf große Pflanzen auf Hydrokultur spezialisiert hat und hofften, dort Antworten auf unsere Fragen zu finden. Am Ende des Tages waren wir zutiefst beeindruckt von den dort stehenden Pflanzen aber keinen fitzel schlauer, wie denn das Zusammenspiel von Pflanze und Raum funktioniert.

Das war im April 2013.

Seither bin ich nicht wieder in die Verlegenheit gekommen, mich mit Zimmerpflanzen als Raumgestaltungselement zu befassen - von meinen drei Kakteen auf der Fensterbank im Wohnzimmer mal gar nicht zu sprechen. Sie sind schon etliche Jahre bei mir und ich stelle ihre Anwesenheit nicht in Frage.

Seit Montag habe ich Antworten auf die vielen vier Jahre alten Fragen zu diesem riesigen Thema, weil bei DVA ein Buch erschienen ist mit dem schönen Titel "Zimmer mit Pflanze: Kreative Wohn-Ideen & praktische Tipps", Autoren sind Landschaftsdesigner Ian Dummond und Interior-Expertin Kara O'Reilly.



Auf 178 Seiten wird kein Wohnbereich ausgelassen. Jedes Zimmer hat ein eigenes Kapitel mit vielen Inspirationen und handfesten Tips, welche Pflanze für welchen Lebensbereich passend ist.
Gleichzeitig bietet das Buch die Informationen auch sortiert nach den Standort- und Pflegeansprüchen der vorgestellten Pflanzen.

Es ist völlig egal, ob Du Dich dem Buch mit der Frage näherst, welche Pflanzen an einem hellen ... Standort stehen können oder ob es besonders geeignete Pflanzen für das Schlafzimmer, den Flur ... gibt, welche großen Pflanzen es gibt oder welchen minikleinen - Du findest Deine Antworten schnell und mit vielen ansprechenden Bildern begleitet.

Dazu gibt es zu Beginn des Buches eine Passage darüber, was Zimmerpflanzen konkret für die Raumluft tun können. Die Autoren verweisen auf Studien, die zum Thema Zimmerpflanzen geführt wurden und geben konkrete Gestaltungshinweise, die für alle Räume anzuwenden sind.
 Jede Pflanze, die auf einem der vielen Bilder zu sehen ist, wird in der Bildunterschrift mit botanischem und deutschem Namen aufgeführt. Das hat mir die Auswahl von zukünftigen Zimmerpflanzen sehr erleichtert. Ich habe schon etliche Male Pflanzen auf Fotos gesehen und gedacht, dass ich eine solche Pflanze gern hätte, wusste dann aber nicht, wie sie heißt. Deswegen gefällt mir dieses Detail besonders gut.

Im letzen Teil des Buches sind Hinweise zur Pflanzenpflege und zu Pflanzenschädlingen und eine lange Liste, welche Pflanzen für Haustiere nicht verträglich sind.

"Zimmer mit Pflanze" ist sicherlich nicht das erste Buch zu diesem Thema, mit Sicherheit aber ein sehr informatives.

Ich wünsche Dir viel Freude beim Lesen und beim Gestalten Deines Zimmers mit Pflanze - ich für mich habe viele neue Ideen und gehe am Wochenende Pflanzen kaufen. Und Töpfe. Und Dünger. Und so.



Das Buch wurde mir vom Verlag zur Verfügung gestellt - herzlichen Dank dafür. Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst.

Donnerstag, 30. März 2017

"Wohndesign ist eine sensuelle Erfahrung"

... sagen die Interiordesigner Fernando Tania und Monica Andina. 

Und wie komme ich jetzt darauf? Und warum ist dieser Satz einen eigenen Artikel wert?

Von vorne:

Ich habe mittlerweile etliche Wohnbücher angesammelt und freue mich darüber, jederzeit darin blättern zu können. Sie stehen endlich alle zusammen in einem alten Jugendstilschrank im Laden, nachdem sie jahrelang in Wohnung, Büro und Laden verteilt gewesen sind.

Im Buch „Liebe pro m²: Das neue Wohnbuch mit Herz - Mit Insidertipps der 100 besten Designer“ von Maria Spassov bin ich über folgenden Satz gestolpert: „Wohndesign ist eine sensuelle Erfahrung.“ So gesagt haben das die Interiordesigner Fernando Tania und Monica Andina aus Madrid und ich stimme ihnen aus vollem Herzen zu.



Warum?

"Wohndesign ist eine sensuelle Erfahrung."
Also eine sinnliche Erfahrung. 
Konkreter: Eine Erfahrung mit allen Sinnen.

Wenn Du einen Raum zum ersten Mal betrittst, sind alle Sinne auf Empfang. 

Zuerst die Nase, auch wenn ihre Meldungen oft überhört werden. Der Geruchssinn ist nämlich in einem der ältesten Teile des Gehirns angesiedelt und er ist das, was beim Baby zuerst funktioniert. Du stellst sehr schnell fest, ob Du etwas in dem Raum nicht riechen kannst oder ob Dich der Geruch an bestimmte Erlebnisse erinnert - positiv oder negativ.

Deine Augen erfassen, Farben, Formen und Hell-Dunkelkontraste. Sie lesen die Struktur des Raumes ab. Ist er gut gestaltet, gelingt es leicht. Ist er weniger gut gestaltet und etwas irritiert, entsteht ein schräges Bild.

Deine Ohren informieren Dich über die Beschaffenheit von Oberflächen. Sind sie glatt und hart, entsteht ein Hall oder sogar Echo im Raum. Je nach dem, ob Du Dich in einem Wohnzimmer oder in einer Kirche befindest, empfindest Du Hall und Echo als passend oder unpassend.

Deinen Tastsinn gibt es auch noch. Diese Meldungen erhältst Du, wenn Du eine Weile im Raum bist und anfängst, Oberflächen und Strukturen mit den Händen zu erforschen. Deine Füße melden etwas zur Bodenbeschaffenheit. Glatt, steinig oder rauh, weil der Schuh oder Strumpf hängen bleibt, und wenn Du barfuß läufst, die Oberflächentemperatur.


Andersherum formuliert: Materialien bedienen immer mehrere Sinne. Dein Gehirn gleicht alle eingehenden Informationen mit bisher gemachten Erfahrungen ab. Vera Birkenbihl hat es so formuliert, dass die linke Gehirnhälfte Informationen aufnimmt und sofort bei der rechten anfragt, ob es passende Bilder dazu gibt. Sie hat es auf die Spitze getrieben mit dem rollschuhfahrenden rosa Elefanten, zu dem es kein Bild gibt und spricht in so einem Fall von "halbhirniger Kommunikation". 

Ich schrieb weiter oben von einem schrägen Bild, das sich ergibt, wenn linke und rechte Gehirnhälfte nicht auf einen Nenner kommen. 

Je nach Materialwahl passiert auch in Räumen nonverbale halbhirnige Kommunikation. Ein beliebtes Beispiel ist Laminat. Es sieht aus wie Holz, ist aber an der Oberfläche ganz galtt und sehr kalt. Ein anderes Beispiel ist eine Fliese in Holzoptik. Sie mag an der Oberfläche strukturiert sein, aber auch dort stimmt die Oberflächentemperatur und der akustische Raumeindruck nicht.

Also ja, Wohndesign ist eine sensuelle Erfahrung.

Eine gelungene und in sich stimmige Raumgestaltung lebt davon, dass die verschiedenen Sinneseindrücke von Nase, Auge, Ohr, Tastsinn und allen anderen Sinneskanälen, die ihre Meldung ans Gehirn machen, stimmig sind. Je weniger Störfaktoren es gibt, desto besser für Dich.

Stell Dir bei Deinen Einrichtungsüberlegungen immer die Frage danach, ob Du ein Störgefühl hast und geh dem nach. Wenn Du herausfindest, was Dich persönlich stört, kannst Du nach Alternativen suchen. Ich schreibe deswegen "persönlich", weil immer Deine Erfahrungen Deine Empfindungen bestimmen. Deswegen gebe ich keine allgemeingültigen Materialempfehlungen. Ich mache Vorschläge, ja. Aber nicht mehr, denn Du lebst in Deinen Räumen und musst Dich dort wohlfühlen.



Ich weiß, dass dieser Artikel sehr theoretisch ist. Für mich gehört dieses Wissen aber zum Thema Raumgestaltung dazu. Mich interessiert die Frage, wie Wohnen und Gefallen funktioniert, und das ist ein kleines Puzzlestück.

Hast Du Fragen dazu? Meld Dich gern hier in den Kommentaren oder auf der Facebook-Seite. Ich freue mich, von Dir zu lesen.

„Die Essenz des guten Designs ist für mich…“ 
„Alles das die Sinne anspricht … Materialien, Textilien, Farben, Kunst, Emotion. Wohndesign ist eine sensuelle Erfahrung.“
Fernando Tania und Monica Andina, Interiordesigner