Montag, 23. Januar 2017

Was Du von Deinen mag-ich-nicht-Farben lernen kannst

Alles um Dich herum ist farbig. Oder, wie es mein Ausbilder Roland Aull mal formuliert hat:

"Auf dieser Welt gibt es meines Wissens nichts, was nicht durch Farbe codiert ist."

Mit Deinen Lieblingsfarben wirst Du wahrscheinlich vertraut sein. Aber: sind es immer die gleichen? Sind die Lieblingsfarben in Deinen Wohnräumen auch gleichzeitig die Lieblingsfarben bei Deiner Kleidung? Haben Deine liebsten Pflanzen Deine Lieblingsfarben? Ist Deine liebste Fellfarbe eines Tieres (ich denke gerade an die Farbvarianten von Katzen und Pferden) tatsächlich die Farbe, die Du auf eine Frage hin als Deine Lieblingsfarbe angibst?

Du siehst, Farben stehen immer im Zusammenhang mit weiteren Komponenten. Es kommt immer darauf an, welchen Lebensbereich Du gerade anschaust und was in diesem Bereich Deine Lieblingsfarben sind.



Noch viel spannender als Lieblingsfarben sind mag-ich-nicht-Farben. (Fällt Dir ein besseres Wort für das Gegenteil von Lieblingsfarbe ein? Wenn ja, schreib mir doch!) Gibt es Farbtöne, die Du überhaupt nicht leiden kannst? In keinem Bereich Deines Lebens? Farbtöne, die nicht in Deiner Wohnung oder sonstwo sein dürfen? Farbtöne, bei denen es Dir körperlich oder gefühlsmäßig anders wird?

Ich behaupte, dass diese Abneigung etwas mit den Erfahrungen zu tun hast, die Du in Deinem Leben gemacht hast.

Solltest Du einen solchen Farbton haben, dann versuche es, Dich damit anzufreunden. Vielleicht Minifitzelweise, sozusagen in homöopathischen Dosen.

Warum?

Farbe ist Schwingung. Magenta schwingt zum Beispiel bei 501 Nanometer, genau so wie das Sehpurpur im Auge. Spannend, oder?

Wenn Dir Farben gefallen, dann schwingst Du mit der jeweiligen Frequenz mit. Dieser Zustand kostet Dich keine Energie. Er gibt Dir Energie.

Wenn Du aber gewisse Farbtöne ablehnst, sträubst Du Dich gegen die Frequenz und schwingst nicht mit. Dieses unbewusste Dagegenhalten kostet unglaublich viel Kraft.

Mit diesem Hintergrundwissen wirst Du vielleicht auch verstehen, warum Du pauschalen Aussagen zu Farbtönen nicht zustimmst.

Ja, grün ist tendenziell beruhigend, eben weil es in gewissen Frequenzen schwingt, die diesen Zustand begünstigen. Solltest Du aber die Erfahrung gemacht haben, dass Dir ein Mediziner in grüner OP-Kleidung schlechte Nachrichten überbracht hat, ist für Dich sehr wahrscheinlich die beruhigende Wirkung von grün beim Kuckuck.

Es kann sein, dass Du gar nicht weißt, dass Du mag-ich-nicht-Farben hast. Einfach, weil Du sie in Deinem Umfeld nicht vorkommen lässt. Wenn Du dann aber in eine Umgebung kommst, die mit Deinen unentdeckten mag-ich-nicht-Farben gestaltet ist, merkst Du, dass irgendetwas nicht stimmt.

Genau so kann es bei Renovierungen passieren, wenn Du Dich nicht mit Deinem Partner bis ins Detail darauf einigst, wie die Neugestaltung werden soll. Stimmt einer von Euch unbewusst nicht überein mit dem, was neu da ist, kann das der Grund für vermeintlich grundlosen Streit sein.

Stellt sich die Frage, was Du tun kannst, um Freundschaft mit Deinen mag-nicht-Farben zu schließen?

Du hast mehrere Möglichkeiten.

Wenn Deine Ablehnungsreaktion gering ausgeprägt ist, setze Dich intensiv mit dem entsprechenden Farbton auseinander. Es gibt bestimmt Farbzusammenstellungen, in denen Du diesen Farbton auf einmal spannend findest oder interessant. Such danach. Eine gute Inspirationsquelle ist Design Seeds.

Frage Dich außerdem, welche Assoziationen Du zu diesem Farbton hast und ob es nicht Lebensbereiche gibt, die Dir sehr angenehm sind und in denen der Farbton vorkommen könnte.

Bei einer etwas stärkeren Ablehnungsreaktion kannst Du in deinen Erinnerungen auf Spurensuche gehen. Gibt es ein Erlebnis, das mit diesem Farbton in Zusammenhang steht? Wenn ja: wäre diese Situation, wenn Du sie heute noch mal erlebtest, für Dich immer noch so wie damals oder anders, weil Du Dich im Laufe der Jahre weiterentwickelt hast? Du hast heute mit Sicherheit die Möglichkeit, anders zu reagieren.

Solltest Du regelrecht in Panik verfallen beim Anblick eines bestimmten Farbtons, dann such Dir bitte dringend psychologische Hilfe. Auch Farbe kann traumatische Erlebnisse triggern.

Fang parallel dazu damit an, Dich mit minikleinen Fitzelchen des betreffenden Farbtons zu umgeben, das schrieb ich weiter oben schon. Rück Dir die Fitzelchen immer wieder ins Blickfeld und bette sie in spannende Farbkombinationen ein.

Sinn der Übung ist, dass Du Dich im Laufe der Zeit mit allen Farbtönen anfreundest. Du entgehst so dem Energieverlust des nicht-mitschwingens. Andersherum formuliert: wenn Du mitschwingen kannst, wird Energie frei für Kreativität.

Mit allen Farben gut Freund zu sein bedeutet übrigens nicht automatisch, keine Lieblingsfarben mehr zu haben. Die bleiben bestehen, wenn Du es möchtest. Du wirst aber mit Sicherheit einen anderen Blick auf Deine Lieblingsfarben und auf Farbe allgemein bekommen.

Mit allen Farben gut Freund zu sein ist außerdem wichtig, wenn Du im gestalterischen Bereich oder in der Modebranche tätig bist. Du kannst so nämlich Deine Vorlieben und Abneigungen aus Deinen Aufträgen herausnehmen und deswegen besser die Wünsche Deiner Kunden verstehen und erfüllen.

Hast Du weitere Fragen zu diesem Thema? Schreib mir gern etwas in die Kommentare oder auf die Facebook-Seite, vor allem, wenn Dir das Gegenteil-Wort zu Lieblingsfarbe eingefallen ist. Ich freue mich, von Dir zu lesen!