Freitag, 23. Dezember 2016

Rezension: Vintage Guide


Wer so kurz vor Weihnachten noch auf der Suche nach einem Geschenk für Design- und Interiorliebhaber ist, sollte einen Blick in den Vintage Guide von Judith Miller (DVA 49,99 €) werfen. 
 
 
 
Dieser großformatige Bildband bietet einen Überblick über Möbel, Kunst und Design aus dem 20. Jahrhundert. 
 
In drei großen Kapiteln - Art Déco bis Bauhaus, Nachkriegsmoderne und Zeitgenössische Moderne - findest Du einerseits einen Überblick darüber, was in dieser Zeit die Designer bewegt und geprägt hat. 
 
Andererseits werden für den Zeitraum wichtige Designer und ihre Arbeiten vorgestellt. Zum Dritten werden Designobjekte thematisch zusammengefasst und in Preiskategorien eingeordnet. 
 
Nahezu alle der vorgestellten Stücke sind nicht mehr als Neuware im Handel zu finden sondern als moderne Antiquitäten bei spezialisierten Händlern oder auf Trödelmärkten aufzuspüren. 
 
Dieser Umstand macht das Buch für mich zu einer Schatzkarte, die mir zeigt, was es im letzten Jahrhundert für tolle Möbel und Dekoobjekte gegeben hat. Leider zeigt mir die Schatzkarte nicht den Weg zum Händler, aber dafür gibt es die eine oder andere Suchmaschine im Internet. Schatzsuche 2.0 oder so ähnlich... Selberfinden ist bei dieser Art Möbeln für mich das Spannende.
 
Das nächste große Plus am Vintage Guide sind die vielen Interior-Fotos. Mal wird eine Original-Einrichtung aus einer bestimmten Zeit gezeigt und mal eine neue Interpretation. Mal eine Ansammlung unterschiedlicher Stücke aus einem ähnlichen Zeitraum, mal ein einzelnes Stück in völlig anderem Zusammenhang. Die Quintessenz der vielen Fotos ist für mich: alles kann, nichts muss. Finde Deinen eigenen Stil und umgib Dich mit dem, was Dir gefällt.
 
Wenn Du Spaß an älteren Möbelentwürfen hast oder auf der Suche nach (für heutige Sehgewohnheiten) außergewöhnlichen Stücken bist, ist das Buch passend für Dich. Es führt Dich auf Designspuren, die Du sonst vielleicht nicht verfolgt hättest und lädt zur Gedankenspielerei und Kombination ein. 
 
Mein Fazit ist: toller Bildband, unglaublich hohe Informationsdichte und, wie beteits oben geschrieben, Schatzkarte.
 
Das Buch wurde mir vom Verlag zur Verfügung gestellt. Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst.

Mittwoch, 14. Dezember 2016

So bringst Du Deine Wohnwünsche in Deinem Budget unter

So knapp vor Weihnachten äußere ich einen Wunsch: Ich wünsche mir, dass Deine Wohnwünsche nicht mehr von Deinem Budget bestimmt werden.

Wenn Du ein Haus kaufen und auf Deine Bedürfnisse und die Deines Partners anpassen möchtest, fallen bei der Finanzplanung etliche Positionen an. Grob strukturiert sind es:

  • Kaufpreis
  • Kaufnebenkosten
  • Sanierungskosten

Die Sanierungskosten lassen sich weiter aufschlüsseln, abhängig davon, in welchem Zustand das Haus ist und in welchen Zustand Du es versetzen möchtest.

  • Energetische Sanierung: Dach, Fassade, Heizung
  • Bauliche Veränderungen: Dachaufbauten, Anbauten, Grundrissveränderungen
  • Haustechnik: Strom, Badezimmer
  • Gestaltung: Wand-, Boden- und Deckengestaltung
  • Beleuchtung und Möblierung.

In genau dieser Reihenfolge wird gebaut und meistens auch geplant. Du arbeitest Dich von Punkt zu Punkt auf der Liste voran und irgendwann wird das Budget knapp. Bei der Gestaltung Deines Hauses reicht es dann überspitzt gesprochen für weißgestrichene Vliestapete und Laminat obwohl Du eigentlich von Lehmputz und Eichendielen geträumt hast.

Stellt sich die Frage, ob es auch anders geht. Ich habe anfangs den Wunsch geäußert, dass das Budget nicht mehr die Wohnwünsche diktieren soll.



Du entgehst diesem Dilemma weitgehend, wenn Du den Planungsprozess umkehrst und Dich vor Beginn der Baumaßnahmen von Innen nach Außen mit deinem Haus beschäftigst.

Stell Dir und Deinem Partner die Frage nach Wohnwünschen. Ihr habt ein Haus gekauft, um es für Euch passend zu gestalten. Was aber passend für Euch ist, müsst Ihr zu Beginn der Planungen herausfinden.

Ihr könnt Euch Euren Wünschen durch das Führen eines Wohntagebuchs und eine Positivliste annähern. Wie das funktioniert, liest Du dort. In diesem Artikel liest Du, warum es so wichtig ist, die Wohnumgebung passgenau für Euch zu gestalten.

Legt auf Pinterest oder ganz einfach auf etlichen Zetteln Ideensammlungen an, wie Euer neues Haus aussehen könnte und ganz wichtig - holt Euch konkrete Preise ein.

  • Was genau kostet dieser Bodenbelag inklusive Verlegung pro qm? 
  • Wie teuer ist diese Küche samt Einbau?
  • Wer liefert diese Wandgestaltung zu welchen Konditionen und wieviel nimmt der Verarbeiter pro qm? 
  • Ist es für Selbermacher geeignet?

Gebt Euch für diese Planungsphase etwas Zeit und stellt Euch jeder für sich die Frage:  

Wie sollte unser Haus im Inneren gestaltet sein, damit ich mich dort mit Sicherheit wohlfühle und entspannen werde?

Stell Dir die Frage ruhig laut und lass den Antwortroboter in Deinem Gehirn Antworten finden. Sobald eine Antwort kommt, schreib sie auf. Diktier sie in Dein Telefon. Kritzel sie auf eine Serviette. Und sammle alles zusammen. Sortiere sie Dir nach Wichtigkeit.

Setzt Euch nach einer Weile zusammen und besprecht miteinander die Antworten, die Eure Antwortroboter gefunden haben. Ihr werdet erstaunt sein, was Euch alles wichtig ist.

Am Ende des Planungsprozesses ist es an der Zeit, die einzelnen Puzzlestücke zusammenzubringen und in sie Finanzplanung einzusteigen. Wenn Ihr nämlich wisst, was ein absolutes Muss in Eurem neuen Haus ist, könnt Ihr bei weniger wichtigeren Dingen auch nach günstigeren Alternativen schauen und so Euer Budget umverteilen.

Ich wünsche Euch, dass Ihr Eure Wohnwünsche in Euer Budget einplanen könnt!

Solltest Du weitere Fragen zu diesem Thema haben, schreib sie mir in die Kommentare oder auf die Facebook-Seite. Ich freue mich, von Dir zu lesen.