Montag, 30. Mai 2016

DaWanda Wohnparade 2016

DaWanda hat wie schon vor zwei Jahren zur Wohnparade eingeladen. Es geht dabei darum, in Wort und Bild besondere Ecken der eigenen Wohnung vorzustellen. Freu Dich heute also auf einen Blick durchs Schlüsselloch in meine Wohnung.

Was ist für Dich das Besondere an Deinem Zuhause?
Das Besondere ist für mich das Haus an sich. Ich lebe in einem Fachwerkhaus, dessen jüngerer Teil mit 1775 datiert ist. Über der Eingangstür ist ein Segensspruch eingebaut, auf dem steht: 
"Got bewahre dises Haus 
für Feuer und Brand und 
segne es mit foler Hand 
Johannes Kassper Nieder
drengt Anno 1775“


Ich finde es wunderbar, einen solchen Segensspruch im Haus zu haben und noch viel wundervoller, dass wir diese Inschrift bei der Sanierung des Hauses vor 25 Jahren gefunden haben.
Wie lange es den älteren Teil schon gibt, wissen wir nicht. Dass das Haus in zwei Teilen gebaut wurde, kann man im Esszimmer sehen. Die Wand zur Küche hin ist die alte Hauswand mit Bruchsteinsockel im unteren Teil und obendrüber Fachwerk. Um in die Küche zu kommen, muss man zwei Stufen hochgehen, die ehemaligen Eingangsstufen. 


Welche Ecke in Deinem Zuhause magst Du ganz besonders?
Im Sommer mag ich besonders das Esszimmer, weil ich von dort aus schnell in den Garten gehen kann. Wenn die Gartentür auf ist, habe ich diesen Blick: 


Hast Du in Deiner Wohnung etwas selbstgemacht?
 
Selbermachen hat in meinem Leben einen großen Stellenwert. Im Esszimmer fängt es an mit den zweifarbigen Wänden, geht weiter mit den Stuhlkissen am Esstisch, der Wohnzimmerdeko aus Amrum-Muscheln, Weihnachtskugel und Lichterkette und hört auf mit den Amrum-Fotos an der Wand. 



Auf welchen Einrichtungsgegenstand in Deiner Wohnung bist Du besonders stolz?
Ich mag jeden einzelnen Einrichtungsgegenstand in meiner Wohnung - zum Glück. Bleibe ich bei den Möbeln im Esszimmer, ist es der Esstisch, den mein Vater entworfen und gebaut hat. Mir gefällt, dass der Tisch fast schwerelos wirkt durch die gebogenen Beine und die getönte Glasplatte. Wenn man von oben in auf den Tisch schaut, sieht man dieses: 


Eine weitere Geschichte über das Fachwerkhaus findest Du hier: Wir haben vor zwei Jahren die Nordfassade erneuert und dabei einige Überraschungen erlebt.
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Freitag, 20. Mai 2016

Wohnfarben und Kleiderfarben


Wir umgeben uns mit Farben, sehr nah dran am Körper durch unsere Kleidung und etwas weiter weg vom Körper in unseren vier Wänden. 
 
Dabei besteht ein Unterschied zwischen Kleider- und Wohnfarben
 
Wahrscheinlich hast Du schon einmal von einer Typ- oder Stilberatung gehört. Im Rahmen dieser Beratung erfährst Du, welche Kleiderfarben, Stoffe und Schnitte Dich ins rechte Licht rücken. Wie das Ganze mit Augenfarbe, Hautton und Haarfarbe harmoniert. 
 
Ich bin auf diesem Gebiet kein Profi, finde die Ergebnisse einer solchen Beratung immer wieder spannend. Die ausgewählten Farbtöne sind nur für Dich, sie heben Dich und lassen Dich gut fühlen.

Bei Wohnfarben ist es genau so und doch anders.

Genau wie Kleiderfarben müssen Wohnfarben perfekt zu Dir passen - und zu Deinen Wohnungsgenossen. 
 
Und da ist der erste Unterschied
 
In den meisten Fällen hast Du Mitbewohner. 
 
Der allerwichtigste Mitbewohner ist in den folgenden Überlegungen Dein Partner oder Deine Partnerin. Denn genau so wie Du hat er oder sie auch Farbvorlieben. Und aber wahrscheinlich andere als Du. Da die Wohnung Eure gemeinsame ist, muss die Raumgestaltung Euch beiden richtig gut gefallen. Ein "na ja, geht so“ gilt bei der Gestaltung nicht. 
 
Aber warum?
 
Jeder Mensch hat Farbtöne, die ihm richtig gut gefallen. Das sind die Lieblingsfarben. Außerdem hat (fast) jeder Mensch Farbtöne, mit denen er gar nicht kann. Diese Farbtöne werden sich weder in der Garderobe noch in der Wohnung finden. Als dritten Punkt gibt es „tut nix“-Farbtöne. Das sind die Farbtöne, zu denen weder Zuneigung noch Ablehnung besteht.
 
Wenn Du Eure gemeinsame Wohnung nach Deinen Farbvorlieben einrichtest, kann es sein, dass Dein Partner oder Deine Partnerin dort Farbtöne vorfindet, die Ablehnung hervorrufen. Vielleicht auch nur unterschwellig. Ablehnung oder nicht-mögen erzeugt Stress, bewusst oder unbewusst. Und gerade unbewusster Stress bringt Spannung in Euer Miteinander.
 
Deswegen wiederhole ich mich: In Eurer gemeinsamen Wohnung muss Euch beiden die Raumgestaltung richtig gut gefallen.
 
Sprecht über Eure Ideen. Und legt Materialmuster auf den Tisch. Und Farbmuster. Es funktioniert nicht, über Farbtöne und Materialien zu sprechen, die Du nicht siehst. Das menschliche Gehirn kann sich Farbtöne einfach nicht merken, und das ist jetzt keine Männer-Frauen-Geschichte. Keiner kann das.
 
Wenn Ihr nicht weiterkommt oder aneinander vorbei redet, dann holt Euch Hilfe und bucht eine Wohnberatung

Der zweite große Unterschied zwischen Wohnfarben und Kleiderfarben ist die Farbintensität
 
Deine Kleidung ist meist viel farbiger und im Farbton viel kräftiger als Deine Raumgestaltung. Eine einzige Wand im kräftigen Farbton halten die meisten Menschen gut aus. Aber nicht mehr. Einen dunklen Fußboden können sich auch viele Menschen gut anschauen. Und trotzdem ist in Räumen die Hell-dunkel-Verteilung anders als bei Kleidung.
 
Auch das Verhältnis von bunt zu unbunt kann ein ganz anderes sein.

Ich habe Dir als Beispiel eine Collage aus Materialien und Farben in unserer Wohnung und meinen T-Shirt-Stapel fotografiert. 
 
 
 
Ich liebe in beiden Fällen die Farbauswahl, auch wenn ich einen Großteil der Farbtöne in der Wohnung nie als Kleidung tragen würde, einfach weil es mich nicht gut aussehen lässt. 
 
 
 
Andersherum kommt ein kräftiges lila und ein Mintgrün auch in unserer Wohnung vor. Es kann also auch Überschneidungen geben.

Wenn Du magst, dann geh in Deiner Wohnung auf Entdeckungsreise und erstell Dir eine Wohnfarbpalette. Und schau in Deinen Kleiderschrank und in den Deines Partners. Sei neugierig auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede.

Für alle passende Wohnfarben erhöhen das Wohlbefinden und reduzieren Stress. Da Eure Wohnung Ort des Wohlfühlens, der Regeneration und des Rückzugs sein soll, ist es wichtig, an dieser Stelle besonders pingelig zu sein und lieber drei Abstimmungsgespräche zu viel zu führen als zu wenig.

Wenn Du weitere Fragen zu diesem Thema hast, dann schreib sie mir in die Kommentare oder auf die Facebook-Seite. Ich freue mich, von Dir zu lesen!


Dienstag, 10. Mai 2016

Fußboden: Material, Farbe und Wirkung

Ich weiß aus vielen Gesprächen mit meinen Kunden, dass gerade bei der Anschaffung eines neuen Bodens große Unsicherheit im Spiel ist. Der Wunsch, die richtige Entscheidung zu treffen, ist immer wieder deutlich spürbar. 

In diesem Artikel findest Du eine Entscheidungshilfe für die Fußbodenwahl, beginnend mit den harten Kriterien Raum und Material. Danach gehe ich auf die weniger gut fassbaren Kriterien Farbgebung und Farbwirkung ein.

Zu Beginn Deiner Überlegungen steht der Raum, um den es geht. Meist sind durch die Raumnutzung technische Anforderungen vorgegeben wie zum Beispiel ein fußwarmer Bodenbelag in Schlaf- und Kinderzimmern, Bürostuhleignung im Arbeitszimmer oder hohe Beanspruchbarkeit in Wohnzimmer, Flur und Küche. Ein Badezimmer stellt wieder andere Anforderungen.

Wenn Du die technischen Anforderungen herausgefunden hast, ergibt sich daraus eine Materialauswahl
 


Ich komme zu dem ersten weniger gut fassbaren Punkt Farbgebung.

Wahrscheinlich planst Du Deinen Raum nicht komplett neu. Du wirst vielleicht Möbel oder Vorhänge haben, die Du weiterhin benutzen möchtest. Schau Dir an, wie der Farbraum der Dinge ist, die bleiben sollen.

Schau Dir nun wieder Deine Materialwahl an. Eine wie große Farbauswahl hast Du?

Naturmaterialien wie Holz, Stein, Kork und Teppiche aus Naturfasern sind in der Regel unbunt und in der Menge der Farbtöne begrenzt. Trotzdem passen die Farbtöne in jeden Farbraum, das ist das Faszinierende an Naturmaterialien.

Industriell hergestellte Bodenbeläge wie Fliesen, Linoleum, PVC, Vinyl und die meisten Teppichböden sind in jedem erdenklichen Farbton erhältlich, einmal um den Farbkreis herum. Wenn Du einen solchen Bodenbelag ausgesucht hast, dann finde einen Farbton, der in Deinen Bestandsfarbraum passt.  
 

Der zweite schlecht fassbare Punkt ist die Farbwirkung

Du trittst Deinen Boden mit Füßen, das soll so sein. Dein Fußboden verleiht Dir sicheren Stand, ist Dein Fundament. Wenn Du barfuß über eine Wiese läufst, bist Du in unmittelbarer Verbindung zur Erde. Du bist ge-erdet.

Dein Fußboden soll Dir Stabilität bieten, physisch und optisch. Physische Stabilität erreichst Du recht einfach. Ein Fußboden, der waagerecht liegt, erfüllt die Anforderung.

Optische Stabilität klingt da anspruchsvoller. Aber im Grunde erreichst Du das auch schnell. Geh raus an unbebaute Orte, in die Natur. Schau Dir an, wie dort der Boden aussieht. 

Du wirst unbunte, dunkle Farbtöne finden, wie am Waldboden, auf Geröllfeldern oder auf Feldwegen. Und Du wirst Grüntöne finden, zumindest in diesen Breiten. An den Küsten findest Du Sand, auch unbunt, aber eher hell. Allen Farbtönen gemeinsam ist, dass sie stumpf und nicht glänzend sind.

Wenn Du Dich an den Vorgaben der Natur orientierst, hast Du auch einen optisch stabilen Boden. Wenn Du dann noch den Bodenfarbton dunkler als den Wandfarbton wählst, kannst Du nicht viel falsch machen, denn unser Farbverstehen und unser Wohlfühlen sucht immer nach dem, wie es die Natur vormacht. 
 

Im Gegensatz dazu fehlt glänzenden und sehr hellen Bodenbelägen die optische Stabilität. Wenn Du dunkle Möbel auf einen sehr hellen Boden stellst, fangen sie scheinbar an zu schweben. Menschen kommen auf solchen Böden aus dem Tritt, ins Schwanken, werden instabil.

Genau diesen Effekt machen und machten sich Herrscher in ihren Palästen zu Nutze. Dort sind sehr häufig fast weiße, glänzende Böden zu finden. Ein schwankender Untertan wird nicht aufmucken. Nur: Möchtest Du diesen Effekt in Deiner Wohnung erzielen?

Hast Du weitere Fragen zur Fußbodenwahl oder auch ganz andere Fragen? Schreib es in die Kommentare oder auf die Facebook-Seite. Ich freue mich, von Dir zu lesen.