Sonntag, 28. Februar 2016

Büroräume, die Superkräfte freisetzen

Wir verbringen mindestens 70% unserer Zeit in geschlossenen Räumen. Beim Schlafen, wohnen und arbeiten, es sei denn, Du bist im Gartenbau oder in der Landwirtschaft beschäftigt oder aber Postbote. 

Heute geht es mir um Büroräume, die im Optimalfall so gestaltet sind, dass sie Dich stützen und stärken anstatt zu schwächen.

Aber wie kann das aussehen? 


Einige Dinge sind sehr klar per DIN4543 geregelt. Dazu gehören die Beschaffenheit von Arbeitsmöbeln, die Größe der Verkehrswegeflächen, die Möglichkeit, die Arbeitshaltung zu variieren, die Art der Beleuchtung. Als ich die DIN gelesen habe, fiel mir auf, dass die Anforderungen aus meiner Sicht nur die Grundlagen abdecken, wie ein gutes Büro zu sein hat. 

Darüber hinaus ist es wichtig, die Umgebung so zu gestalten, dass die Sinne angesprochen werden, ohne sie jedoch zu überlasten.

Es fängt an mit ergonomischen Arbeitsmöbeln, die auf Deine Körperproportionen eingestellt werden können. Hast Du die Möglichkeit, beim Sitzen in Bewegung zu bleiben? Ich habe in meinem Büro einen Stuhl von Variér stehen, mit Kufen drunter, und finde es großartig, auf diese Weise beim Arbeiten meinen Rücken zu beschäftigen.

Einige Aufgaben lassen sich gut im Stehen erledigen. Deswegen ist es sinnvoll, eine Möglichkeit zu schaffen, um es auch zu tun. Dein Körper dankt es Dir, denn eigentlich ist er gar nicht für langes Sitzen gemacht.

Was Du nicht unterschätzen solltest, ist die Beschaffenheit Deiner Tischplatte. Sie sollte eine warme Oberfläche haben und draufscheinendes Licht nicht reflektieren. Wenn Du in der glücklichen Lage bist, Deinen Schreibtisch selbst aussuchen zu dürfen, dann denk über eine Tischplatte aus geöltem Holz nach oder über eine, die mit Möbellinoleum belegt ist. Deine Finger werden sich jedes Mal freuen, wenn sie darüberstreichen und Deine Handgelenke bleiben beim Tippen warm.

Außerdem beinhalten Holz und Möbellinoleum Mikrostrukturen, die Deinem Auge genügend Haltepunkte bieten, um Orientierung zu haben.

Mögliche weitere Lieferanten für Mikrostrukturen sind Pflanzen mit in sich gemusterten Blättern. Ich denke dabei an die vielen Sukkulentensorten, die nicht nur farbige und gemusterte Blätter haben sondern auch alle unterschiedlich geformt sind. Vielleicht findet die eine oder andere Pflanze Platz in Deinem Büro. 


Um dem Körper das volle Farbspektrum des Lichtes zur Verfügung zu stellen, könnten die Wandflächen in einem stark aufgehellten farbigen grau gestrichen werden. „Stark aufgehelltes farbiges grau“ klingt sehr technisch. Ich meine damit, dass ein großer Eimer weiße Farbe mit einer kleinen Menge farbigem grau vermischt wird. Ein Betrachter, der nichts davon weiß, wird nur wahrnehmen, dass an den Wänden ein heller Farbton zu sehen ist, nahezu weiß.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Beleuchtung: Die für den Körper beste Beleuchtung ist die Sonne. Leider scheint sie in geschlossenen Räumen nicht. Nachts auch nicht. Du benötigst also Kunstlicht zum Arbeiten. 

Eine Niedervolt-Halogenbeleuchtung mit geerdetem Gleichstromtrafo kommt dem Sonnenlicht am nächsten. Bei Einsatz dieser Beleuchtung hast Du eine Lichtquelle, bei der Verbrennung passiert. Die so entstehenden Infrarotwellen verbessern die Versorgung der Netzhaut und Du kannst besser sehen. Der geerdete Gleichstromtrafo lässt die Leuchte dauerhaft brennen. Im Gegensatz zum Betrieb mit Wechselstrom findet kein an-aus der Lichtquelle statt und Dein Gehirn muss das an-aus nicht weg rechnen. Das spart Energie, die dann für konzentrierteres Arbeiten frei wird. 

Um regelmäßig zu ein bisschen Bewegung zu kommen, könntest Du darüber nachdenken, den Drucker nicht direkt neben Deinen Schreibtisch zu stellen. Vielleicht teilst Du Dir ja auch einen mit einem Büronachbarn? Oder der Drucker steht sogar auf dem Flur? 

Der Gang zum Drucker im Flur hat noch einen Vorteil: Du siehst etwas anderes. In größeren Büros ist es sinnvoll, Flure und Aufenthaltsräume anders zu gestalten als die eigentlichen Büroräume. Gern farbiger, denn die Aufenthaltsdauer dort ist eher kurz. Eine kräftige Farbe kann im Büro schnell zu viel werden, weil Du Dich dort über seinen langen Zeitraum aufhältst. Dagegen kann Dich aber eine kräftige Farbdusche im Flur wieder munter machen.

Such Dir eine Möglichkeit, Deinen Blick schweifen zu lassen. So können sich Deine Augen nach Phasen des in-den-Rechner-schauens wieder entspannen. Wenn der Blick aus dem Fenster nicht einladend ist, dann häng Dir ein großes Landschaftsbild oder ein interessantes Poster auf.

Ich weiß, dass meine Vorschläge sehr umfangreich sind. Du musst nicht alles auf einmal umsetzen. Fang mit dem Detail an, das Dich am meisten anspricht und arbeite Dich schrittchenweise voran. Kreiere Dir langsam eine Arbeitsumgebung, die Dich stärkt und freu Dich daran!
Erzähl mir doch in den Kommentaren oder auf der Facebook-Seite, was Du zuerst umsetzen möchtest. Oder hol Dir weitere Inspirationen auf dem passenden Pinterest-Board zum Artikel. 

Ich freue mich, von Dir zu lesen!

Sonntag, 21. Februar 2016

Rezension: Nachhaltig leben für alle

Ich hatte die Gelegenheit, das Buch Nachhaltig leben fuer alle von Georg Schweisfurth
 zu lesen. 




Der Untertitel "Bewusster essen, kaufen, reisen, wohnen" deutet bereits auf die Richtung der Argumentation hin. Auf dem Buchrücken fallen die Stichworte, die verantwortungsvolles Konsumieren begleiten, nämlich Selbstversorgung, Consumer Supportet Agriculture und Shareconomy. Anders ausgedrückt: Der Einzelne muss nicht alles, was er benutzen möchte, auch besitzen, weil er es leihen oder tauschen kann. Und er kann beim Bauern des Vertrauens Anteile an Gemüse, Rind, Schwein oder Huhn kaufen, um den Bauern direkt zu unterstützen. 

Das Buch ist in verschiedene Bereiche geteilt. Einerseits legt Schweisfurth seine Sichtweise auf die Themen essen, kaufen, reisen, wohnen dar, andererseits lässt er Experten zu Wort kommen. In jedem Kapitel finden sich Links zu Websiten, die das jeweilige Thema weiter vertiefen oder die Bezugsquelle nachhaltig hergestellter Produkte sind. Im Text finden sich immer wieder Fragen, die dazu einladen, über das eigene Konsumverhalten nachzudenken. Das Buch bietet außerdem eine grobe Orientierung im Dschungel der Bio- und Nachhaltigkeitssiegel bei Lebensmitteln und Kleidung.

Ich gehe bei meinen Rezensionen immer auch auf die Frage ein, für wen das Buch geeignet ist. In diesem Fall lautet meine ganz subjektive Einschätzung: für jeden, der nur annähernd Interesse am Thema hat. Schweisfurth setzt bei seinen Lesern kein tiefes Wissen zum Thema bewusst konsumieren (denn darum geht es im ganz groben) voraus. Trotzdem liefert er immer wieder tiefer gehende Details, die auch für Leser, die etwas tiefer im Thema stecken, neu und überraschend sein können.

Meine Meinung zum Buch ist: naja... 
Leider hat das Buch bei mir keinen tiefen Eindruck hinterlassen. Wenn ich Sachbücher lese, liegen immer große Klebezettel und ein Stift neben mir. Finde ich eine für mich interessante Information, notiere ich mir die entsprechende Seite auf dem Zettel und zum Schluss klebe ich meine Notizen vorne ins Buch. Dieses Mal ist mein Zettel sehr leer geblieben, abgesehen von zwei Namen, die draufstehen. 
Der eine ist Helgo von Meier, Architekt, der in einem der Interviews Wichtiges zum Thema Häuser bauen für die zukünftigen Nutzer sagt.
Der andere ist Michael Braungart, Erfinder des Cradle to Cradle-Prinzips. Er sagt im Interview auf Seite 115: "Wir sollten Gebäude wie Bäume kreieren, die beispielsweise die Luft und das Wasser reinigen, die Artenvielfalt unterstützen und [...] Das geht, wenn wir es anders machen, wenn wir beginnen, anders zu denken." 
Dieser letzte Satz ist für mich die Essenz des Buches. Indem ich beginne, anderes zu denken, verändere ich mein Verhalten und damit auch meine Umgebung.

Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt. Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst.

Sonntag, 14. Februar 2016

Das Bootshaus - Unterwegs in Ulm

Ich hatte schon mal erzählt, dass meine Schwester einige Zeit in Ulm gewohnt hat. Deswegen stand der eine oder andere Familienbesuch an, so auch im letzten Frühsommer.


Nach einem ausgiebigen Sonntagsspaziergang entlang der Donau stolperten wir fast-beinahe über das Bootshaus. Ein schwimmendes Ponton-Restaurant, verankert am Donau-Ufer mit vielen Sitzgelegenheiten auf zwei Terrassen und einem sehr stylishen Innenraum. Mein Gestalterherz jubelte.


Wir kehrten dort ein zum Nachmittags-Kaffee und kamen abends zurück, um dort mit der ganzen Familie zu Abend zu essen. Es war wunderbar lecker.


Wenn Du Dich fragst, wo Du diese Location findest:

Das Bootshaus
Gänslände 10
89073 Ulm
www.bootshaus-ulm.de

Ich muss gestehen, dass diese Fotos beinahe auf meinem Rechner versandet wären. Zu schade eigentlich, zumal die Besuche in Ulm jetzt der Vergangenheit angehören. Dafür stehen Familienbesuche in München an. Ich bin gespannt, was ich dort entdecken werde, wenn es uns dorthin verschlägt.

Solltest Du einen Tip haben, was in München sehenswert ist, immer her damit, gern in den Kommentaren oder auf der Facebook-Seite.

Sonntag, 7. Februar 2016

Farbiges Grau

Vielleicht wunderst Du Dich über den Titel. Farbiges Grau? Widerspricht sich das nicht? Grau ist doch unbunt...

Die Antwort darauf ist ein klares jein. Grau ist unbunt, ja, und kann aber auch farbig sein.
Es gibt nämlich zwei Arten von grau.

Die eine Variante wird aus schwarz und weiß gemischt. Durch eine Verschiebung in der Verteilung von schwarz und weiß ergeben sich unterschiedliche Farbabstufungen. 

Die andere Variante wird aus Bunttönen gemischt, genau genommen aus rot, blau und gelb. 
Ich habe in meinen Artikeln schon öfter vom Farbkreis gesprochen und auch davon, dass Farbtöne aus möglichst vielen Bunttönen gemischt werden sollten. 

Hintergrund ist der, dass unser Körper auf alle Farbtöne des Regenbogens angewiesen ist, um ausgeglichen zu bleiben. Das Sonnenlicht bildet das volle Farbspektrum ab, wenn man es durch ein Prisma betrachtet. Da wir uns aber zu 70% unserer Zeit in geschlossenen Räumen aufhalten, bekommen wir zu wenig UV-Licht ab. Deswegen ist es notwendig, möglichst alle Farbtöne des Regenbogens in irgend einer Form in unsere Räume zu bringen.

Am unauffälligsten gelingt das, indem Du die Wände in einem farbigen grau streichst. 

Früher wurden in den Malerwerkstätten alle Farbreste in einem großen Bottich gesammelt. Ich bezeichne das so entstandene Farbgemisch gern als Pigment-Ursuppe, da sich über die Zeit alle Farbtöne darin zusammengefunden haben. Optisch hat sich so ein sogenanntes Mischungsgrau ergeben. In Reinform war das ein sehr unansehnlicher Farbton. Bei jedem neuen Malerauftrag wurde dann in den ausgewählten Farbton ein Schwapp von der Pigment-Ursuppe gegeben. Auf diese Weise entstanden Farbtöne, die alle Farben des Farbkreises in kleiner Menge in sich hatten. Leider waren diese Farbtöne nicht exakt reproduzierbar, da sich die Zusammensetzung der Pigment-Ursuppe stetig änderte.

Heute sind Farbtöne weitgehend reproduzierbar, weil sie mit Hilfe von computergesteuerten Mischmaschinen hergestellt werden. Gewöhnlicherweise werden sie aus weiß, schwarz und einem Buntton gemischt. Ihnen fehlt deswegen der für den Körper so wohltuende Schwapp Pigment-Ursuppe. 
Wenn Du einen Eimer Farbe, den Du im Baumarkt oder beim Farbenhändler gekauft hast, mit einer eigenen Pigment-Ursuppe aufwerten möchtest, dann mach folgendes: Such genau den Farbton, der Deinem eigentlichen Farbton im Farbkreis genau gegenüber liegt (also den komplementären) und misch davon eine kleine Menge in Deinen großen Farbeimer. Miss die kleine Menge aber bitte genau ab und schreibe das Mischungsverhältnis auf, Stichwort Reproduzierbarkeit... Aus komplementären Farbtönen entsteht nämlich ein Mischungsgrau, also Pigment-Ursuppe.

Zurück zum farbigen grau: hellt man die Pigment-Ursuppe mit weiß auf, entsteht ein Grauton. Es besteht umgekehrt auch die Möglichkeit, weiß mit einem kleinen Teil des Mischungsgraus zu brechen, womit ich wieder bei der Verschiebung der Farbanteile bin. 

Und dieses gerade eben mit Pigment-Ursuppe gebrochene Weiß ist Balsam für den Körper. Versprochen. 

Übrigens hat der Radiosender MDR  ein Feature zum Thema "Grau. Siegeszug einer Nichtfarbe" herausgebracht. Den Link zur Audiodatei findest Du hier.