Sonntag, 31. Januar 2016

Rezension: Colour

Mir ist letztens ein Buch in die Finger gefallen von Terence Conran. Conran ist der Gründer der Marke Habitat und laut des Kurzportraits im Buch einer der führenden Designer. Das Buch heißt Colour, Untertitel "Die pasenden Farben für jeden Raum". 




Auf dem Buchrücken lassen sich Stichworte finden wie "gekonnter Einsatz von Farbe", Farbwelten zum Wohlfühlen", "Raumstimmungen" und "Farbkonzepte".
Das Buch ist gegliedert in zwei große Teile. Anfangs sind Farbwelten das Thema und später einzelne Farbtöne. Neben großformatigen Fotos von Raumsituationen gibt es viele kleinere Fotos und auf jeder Seite Kurzinformationen, die zum jeweiligen Kapitel passen. Die Texte haben nicht nur Farbtöne zum Thema sondern auch Strukturen und die Wirkung von Tageslicht und Beleuchtung auf Farben und Oberflächen.
Wenn Du auf der Suche nach einem sehr umfassenden Buch über Farbtöne und ihre Funktion im Raum bist, ist dieses Buch ein wunderbares Nachschlagewerk. Auch stellt es gut funktionierende Farbkombinationen vor und hilft Dir so bei der Auswahl Deiner Wohnfarben.
Ich persönlich finde dieses Buch schon von der Titelwahl her super. Die Übersetzer hätten statt "Colour" stehen zu lassen auch den deutschen Begriff "Farbe" verwenden können. Haben sie aber nicht getan und das aus gutem Grund: Die deutsche Sprache ist in diesem Fall ausnahmsweise nicht sehr trennscharf und verwendet "Farbe" sowohl für den optischen Eindruck (also den Farbton) als auch für das Anstrichmittel. Das Englische unterscheidet an dieser Stelle mit den Begriffen "Paint" für Anstrich und "Colour" für Farbton. 
Ein weiterer Punkt, der mir sehr gefallen hat, ist, dass die Struktur der Oberflächen und der eingesetzten Materialien mitgedacht und mitbeschrieben werden. 
Bei der Beschreibung der einzelnen Farbtöne ist immer auch die Verwendeung in der Vergangenheit Thema. Jede Zeit hatte ihre eigene Farbpalette, das wird hier sehr deutlich.
Ich bin außerdem sehr positiv überrascht, wie tiefgehend Conran das Thema bespricht. Der Untertitel hat mich zunächst an kochrezept-artige Anleitungen denken lassen, aber die findet man glücklicherweise überhaupt nicht.
Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt. Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst.

Sonntag, 24. Januar 2016

Gesundheitsfördernde Raumgestaltung

Eva Laspas vom Blog "Festival der Sinne" hat zur Blogparade eingeladen und das Thema "Gesundheitsförderung" vorgegeben. Dieses Thema passt wunderbar zum Thema Wohnen, denn auch gut gestaltete Wohn- und Arbeitsräume tragen zur Gesundheitsförderung bei.

In diesem Artikel möchte ich einige Aspekte anreißen. Um tiefere Erklärungen zu liefern, müsste ich zu jedem Teilaspekt einen eigenen Artikel schreiben und aus diesem Übersichtspost eine Serie machen. Bitte hinterlasse doch einen Kommentar, ob Dich das interessiert.

Wir verbringen 70% unserer Zeit in geschlossenen Räumen. Dadurch bekommen unsere Körper das, was sie zur Gesunderhaltung benötigen, nicht in ausreichender Menge: UV-Licht, einfacher gesprochen: Sonnenlicht. Wenn Du Sonnenlicht durch ein Prisma betrachtest, fächert sich der Lichtstrahl in alle Farbtöne des Regenbogens auf. Auf alle diese Farbtöne ist unser Organismus angewiesen.

Um diese Farbvielfalt in unsere Wohnräume zu bringen, ist es sinnvoll, den Farbton der Wandgestaltung aus vielen Bunttönen zu mischen. Auf diese Weise ist es möglich, jeden Farbton außer weiß herzustellen. 
Leider gibt es so hergestellte Farbtöne nicht im klassischen Farbenhandel oder im Baumarkt zu kaufen. Du musst selbst mischen oder jemanden um Hilfe fragen, der es kann.
Wenn Du selbst mischen möchtest, hilft Dir folgendes: Schau Dir einen Farbkreis an und finde Deinen Farbton. Dann wählst Du den genau gegenüberliegenden (komplementären) Farbton aus. Es spielt dabei keine Rolle, ob er Dir gefällt oder nicht. Von diesem Farbton benötigst Du nur eine kleine Menge. Gib nun einige Tropfen vom komplementären Farbton in Deinen Hauptfarbton. Nun sind alle Farbtöne in Deinem Farbton vorhanden und liefern Deinem Körper genau das gleiche Farbspektrum wie das Sonnenlicht, selbst wenn Du die wenigen Tropfen Fremdfarbton nicht sehen kannst.

Ich komme noch einmal zurück auf die oben erwähnten 70%. 
Bei so ausgedehnten Aufenthalten in geschlossenen Räumen fehlt auch unserem Auge etwas: Mikrostrukturen.  Schau Dich einmal bewusst draußen um. Betrachte Bäume, Blätter, Gras, Blumen und Naturstein. Alles ist in kleinste Einheiten strukturiert und zu größeren Einheiten zusammengesetzt. Unser Auge findet Halt und kann sich an den vielen Mikrostrukturen entlang tasten. Fehlen diese Strukturen, findet das Auge nicht genügend Haltepunkte und der gesamte Organismus gerät in Stress. An diesem Punkt beginnt bereits Sinnesreizentzug.

Genau dieses Prinzip solltest Du deswegen in Deine Räume übertragen. Ich möchte Dir hier einige Beispiele geben. Wahrscheinlich fällt Dir noch eine Menge mehr ein. Mikrostrukturen finden sich auf Holzmöbeln, Rauhfasertapete, leicht rauh ausgeführten Wandputzen, Teppichen, Pflanzen, Polsterstoffen...

Ich komme wieder zurück, dieses Mal auf das UV-Licht. 
Das Thema Beleuchtung wird Dich sicherlich das eine oder andere Mal gestreift haben, und sei es nur darüber, dass Leuchtmittel verboten oder empfohlen werden. Mir geht es an diesem Punkt nicht um Energie-Einsparung sondern um eine gute Lichtqualität. Immer dann, wenn in einem Leuchtmittel ein Glühfaden brennt, ist das so entstandene Licht identisch zum Sonnenlicht und bietet den besten Farbwiedergabewert. Ein Glühfaden brennt in einer Glühbirne und in einem Halogenspot. Eine gleiche Lichtqualität bietet übrigens eine Kerze.
Beide Aspekte - also mit dem UV-Licht identisch und höchster Farbwiedergabewert sind Voraussetzungen für stressfreies und ermüdungsfreies Sehen.

Ich bin am Ende meines Beitrags angekommen. Vielleicht möchtest Du etwas von meinen Vorschlägen in Deinen Räumen umsetzen. Oder möchtest Du noch mehr zu gesunderhaltenden Wohnräumen erfahren? Dann lies hier weiter.

Sonntag, 17. Januar 2016

Rezension: Liebe pro m2

Ich hatte bereits geschrieben, dass ich Wohnbücher und Wohnzeitschriften liebe. Ich bin immer auf der Suche nach gut gestalteten Räumen und freue mich, Dir heute das Buch Liebe pro m2 von Maria Spassov vorstellen zu können.


Der Klappentext verspricht, dass Einrichten erlernbar ist und es fallen Worte wie Liebe, glücklich, Herz, persönlich. Damit ist die Stoßrichtung des Buches wunderbar vorgegeben. Auf dem vorderen Buchdeckel steht außerdem "Mit Insidertipps der 100 besten Designer".


In den einzelnen Kapiteln des Buches wird das Versprechen, Einrichten zu lernen, erfüllt. Einige allgemieine Seiten stehen am Anfang der Kapitel. Je nach Raum, um den es geht, werden auf den allgemeinen Seiten alle wichtigen Elemente genannt, die es zu beachten gilt. Danach folgen Seiten mit konkreten Raumbeispielen. Die Fotos sind nicht seitenfüllend, was zum Konzept des Buches gehört. Zu jedem Foto ist ein Zitat eines Designers, ein erklärender Text und eine Infobox gestellt. Die Infobox erklärt die Idee hinter der Gestaltung mit den Stichworten Style, Mission, Stimmungsmacher, Inspiration.


Das Buch ist eine Fundgrube für Gestaltungsideen. Durch die Infoboxen sind die Raumgestaltungen gut ablesbar. Wenn Du lernen möchtest, wie Gestaltung funktioniert, ist dieses Buch eine sehr gute Sehschule.

Mit Sehschule meine ich, dass durch die Infoboxen Dein Blick auf Bilddetails gelenkt wird, die Du ohne solche Hinweise vielleicht übersehen würdest. Auf diese Weise schärfst Du mit der Zeit den Blick für Gestaltung.

Was mir an dem Buch besonders gefällt, ist, dass es möglich ist, von vielen Designern etwas über ihre Arbeitsweise zu erfahren. Ich finde es sehr interessant, von "den Großen" abgucken zu können und ihre Arbeitsweise mit meiner zu vergleichen.

Deswegen: Absolute Leseempfehlung!

Sonntag, 10. Januar 2016

Fertig: Küche im Industrie-Look

Im Sommer habe ich gemeinsam mit einem Kunden die Gestaltung seiner neuen Küche erarbeitet. Möbel und Bodenfliesen standen schon fest. Ebenso war klar, dass er rot als Akzentfarbe haben wollte. Außerdem hatte er schon Barhocker im Industrie-Stil für den Küchentresen.

Es fehlte ihm eine Idee für die Wandgestaltung. Grobe Vorstellung: Beton. Wichtig: Die Wände müssen im Notfall abwischbar sein. Bitte nicht: ein klassischer Fliesenspiegel oder Glasplatten hinter den Arbeitsflächen.

Auf den ersten Blick gefiel ihm die Oberfläche des Grundofens in meinem Laden.
Wir stellten eine Materialcollage mit den bereits vorhandenen Materialien und der möglichen Wandgestaltung zusammen.


Aus technischer Sicht sprach mehr für Kalk als für Lehm. Lehm ist nämlich wasserlöslich, was dem Wunsch, die Wände im Notfall abwischen zu können, widerspricht.

Kalk baut sich nach dem Auftragen auf die Wand durch die Aufnahme von CO2 aus der Raumluft wieder zu Stein um und ist damit wasserbeständig.

Wenn man den Kalkputz sehr glatt verspachtelt und nach dem Trocknen mit Hartöl behandelt, ergibt sich aus dieser Kombination ein wunderbarer Fliesenspiegelersatz.

Ich selbst habe mit Kalk als Fliesenspiegelersatz in der Küche gute Erfahrungen gemacht und auch schon darüber berichtet. 

Dankenswerter weise hat mein Kunde einige Fotos gemacht, die ich hier auf dem Blog zeigen darf.

Foto: Wiese

Foto: Wiese

Foto: Wiese

Foto: Wiese