Dienstag, 30. September 2014

Akustische Raumgestaltung

Vielleicht wunderst Du Dich gerade. Akustische Raumgestaltung? Was soll das denn sein?

Des Rätsels Lösung ist folgende: Ein Raum wirkt nicht nur optisch auf Dich, sondern auch über Deine anderen Sinne. Also auch über Dein Gehör.

Sehen und Hören gehören zu den sogenannten Fernsinnen, da sie es Dir ermöglichen, Informationen auf lange über lange Distanzen wahrzunehmen. Tasten, riechen und schmecken hingegen finden direkt in bzw. an Deinem Körper statt. Über das Hören nimmst Du etwa 10% aller Informationen auf.

Ein Raum kann hallig klingen. Sind zu viele harte und glatte Oberflächen vorhanden, also große Fenster, Laminat- oder Fliesenboden, große Schränke, geflieste oder sehr hohe Wände, dann ist von allen Geräuschen im Raum ein Echo zu hören. Dieser Effekt wird Dir aus Treppenhäusern, der Bahnhofs- oder Flughafenhalle oder Kirchen bekannt sein. Um den Nachhall in Wohn- und Geschäftsräumen zu senken, kannst Du weiche Oberflächen hinzufügen, beispielsweise Gardinen, Teppiche und Polstermöbel. Auch denkbar ist ein Baumwollputz für die Wände.

Ein Raum kann aber genau so zu wenig Nachhall haben. Über diesen Effekt habe ich letztens in einem Hotel-Einrichtungs-Magazin gelesen und war selbst erstaunt. In Großraumbüros kann eine zu wenig hallige Akustik dazu führen, dass Du jedes Wort Deiner Arbeitskollegen verstehst und dadurch gestört wirst. Dieses Problem bekommt leider nur jemand in den Griff, der sich hauptberuflich mit Raumakustik befasst. Mit "Hausmitteln" kannst Du nichts ausrichten.

Auch Musik ist ein Teil der akustischen Raumgestaltung. In Deiner Wohnung sagt Musik etwas über Dich und Deine Mitbewohner aus, und das soll auch so sein.
Im Objektbereich hingegen hat Musik jedoch eine andere Wirkung, denn sie kann und soll die Wirkung des Raumes unterstützen. Stell Dir eine Bar vor, in der Rockmusik läuft und stell Dir eine zweite Bar vor, in der elektronische Lounge-Musik gespielt wird.

Vielleicht unterscheidet sich die Raumgestaltung der beiden Bars in Deiner Vorstellung. Wahrscheinlich unterscheiden sich auch die Besucher dort oder die Getränke auf der Speisekarte.

Und nun stell Dir eine dritte Bar vor, in der einfach nur das Radio läuft, inklusive Nachrichten und ernster Gesprächsrunden zur aktuellen Flüchtlingsproblematik. Auch diese Art der Beschallung übt ihre Wirkung auf Dich aus, aber welche?

Wie Du gesehen hast, ist die akustische Gestaltung Deiner Räume ein genau so wichtiger Teil wie die optische Gestaltung, auch wenn es dafür weniger harte Regeln gibt.


Donnerstag, 11. September 2014

Raumgestaltung: komplementäre Farbkombination

In meinem Post Shirt und Farbdreiklang habe ich eine Möglichkeit der Farbzusammenstellung vorgestellt.
Heute stelle ich die nächste Kombinationsmöglichkeit vor. Dieses Mal sind es nicht drei, sondern zwei Farbtöne, die miteinander kombiniert werden können.


Im Farbkreis liegen sich je eine Grundfarbe (rot, blau, gelb) und eine Mischfarbe erster Ordnung (orange, grün, violett) gegenüber. Wenn ich diese gegenüberliegenden Farben gemeinsam in einem Raum verwende, ergibt sich eine komplementäre Farbgestaltung. Diese Kombination ist recht spannungsreich. Deswegen reicht es meist, die beiden Farbtöne in kleinen Mengen einzusetzen, bespielsweise bei der Deko.

Wenn Du Dir nicht sicher bist, ob eine komplementäre Farbgestaltung für Dich funktioniert, dann teste es. Nimm Dir Tonkarton in der Farbkombination rot-grün oder blau-orange oder lila-gelb und stelle die beiden Kartons in einen Raum, ruhig an unterschiedliche Stellen. Lass die Kartons eine Weile stehen oder stelle sie von Zeit zu Zeit um. Betrachte die Farbtöne zu jeder Tageszeit, da sich über den Tag das Licht in seinem Farbton verändert. Nach einer Weile wirst Du wissen, ob diese Farbkombination etwas für Dich ist.


Komplementäre Farbkombinationen kommen auch in der Natur vor. Ich denke dabei an ein gelb-violettes Stiefmütterchen oder eine rote Erdbeere an ihrem grünen Strauch. Bei der Kombination orange-blau musste ich länger nachdenken. Dann erzählte mir ein Bekannter etwas von einer orange-blauen Raupe und hatte das Tierchen auch noch fotografiert. Leider ist das Foto zu schlecht, um es hier auf den Blog zu stellen. Deswegen verlinke ich zu einem Bild mit der blau-orangen Raupe und trage nicht nur zur Erweiterung Deines Gestaltungs-Wissens bei sondern obendrein noch zur Erweiterung Deines botanischen Wissens.

Weitere Inspirationen zu komplementärer Farbgestaltung findest Du auf meinem passenden Pinterest-Board.