Montag, 8. Dezember 2014

Wie Du mit immer neuen Wohntrends umgehen kannst

Letztens las ich bei Ricarda von 23qm Stil einen Artikel über eine Amsterdamer Möbelmesse. Ricarda warf die Frage auf, wer eigentlich Trends definiert. Diese Frage machte mich neugierig und ich begann daraufhin ein wenig nach Antworten zu suchen. 


Im Wikipedia-Artikel "Trend" steht bezogen auf Mode- und Wohntrends: "Trends werden journalistisch anhand von Recherchen ermittelt (nicht z.B. systematisch), was einen Erwartungseffekt (aktive Suche nach Bestätigungen, nicht nach Widersprüchlichem) provoziert". 

Auf den großen Fachmessen wie der Möbelmesse in Köln oder der Heimtextil in Frankfurt werden jedes Jahr die Trends für das kommende Jahr vorgestellt. Diese Trends werden von einer Gruppe von Menschen aus der Kreativ-, Einrichtungs- und Gestaltungsbranche entwickelt und formuliert. Das Ganze wird dann in Trendpräsentationen umgesetzt, die viele Materialmuster beinhalten. Dadurch wird die Gefühlsebene der Betrachter angesprochen und eine abstrakte Formulierung wird be-greifbar im Wortsinn.

Gerade las ich, dass Pantone als Wohn-Trendfarbe für 2015 "Marsala" bekannt gegeben hat, ein rötliches Braun, ähnlich dem Marsala-Wein. In diesem Fall legt also ein Farbenhersteller fest, was im nächsten Jahr angesagt ist.

Soweit die Theorie. Aber wie kannst Du mit diesen immer neuen Trends umgehen?

Ich erzähle Dir kurz von meiner Herangehensweise: Ich möchte definitiv wissen, was gerade als Trend ausgerufen wurde, um in Kundengesprächen mitreden zu können. Deswegen gehe ich regelmäßig auf Messen. Außerdem schaue ich mir bei Pinterest an, was gerade im Architektur- und Dekorationsbereich gepinnt wird. Dadurch, dass sehr viele Menschen dort ihre Bildlesezeichen speichern, kann ich sehr gut erkennen, was an Gestaltungsströmungen gerade interessant ist.

Auch Bine von was eigenes schrieb, dass sie auf Pinterest nach Inspirationen für ihre Wohnung sucht, aber wenig findet, was ihr gefällt. Genau so geht es vielen meiner Kunden im Laden. Die Bilderflut ist riesig und Ideen gibt es zu Hauf. Leider fühlen sich viele meiner Kunden angesichts dieser Fluten etwas orientierungslos.

Zurück zur Frage, wie Du für Dich herausfinden kannst, ob ein neuer Trend etwas für Dich ist.

Ich stelle bei der Gestaltung immer den Menschen in den Mittelpunkt, der gerade vor mir steht. In diesem Fall also Dich. Mir geht es darum, eine Gestaltung passend für Dich zu machen und nicht darum, Dir die neuesten Trends aufzustülpen.

Eine der Schlüsselfragen, die Du Dir in Bezug auf neue Trends stellen solltest, ist: Willst Du Dir das angucken? Jeden Tag in Deiner Wohnung? Kann Dein Partner sich das angucken? In seiner Wohnung, die ja auch Deine Wohnung ist? Könnt Ihr es Euch gemeinsam angucken? Diese Fragen sind völlig wertfrei gemeint.

Bleib mit Deinem Partner im Gespräch und findet Eure gemeinsamen Schnittmengen. Und gleicht die mit dem Neuen ab.

Der nächste Schritt ist die Bestandsaufnahme: Was ist in Deiner Wohnung an Bodenbelag, Wandgestaltung oder Möbelstücken vorhanden, das auf jeden Fall bleiben soll? Passt das Neue zu allen diesen Komponenten?

Passt das ins Auge gefasste zu Deiner Lebenssituation mit Mann, Kind, Hund, Katze, ...? Es gibt Dinge, die auf den ersten Blick schön sind und auf den zweiten Blick nicht zum eigenen Leben passend, wie etwa das weiße Sofa mit Kind und Katze in der Familie.

Ich halte es für unglaublich wichtig, mit allen Familienangehörigen über die gewünschten Neuerungen zu sprechen. Ich meine damit nicht Deine Schwiegereltern oder Eltern, die nicht in Deiner Wohnung leben, sondern Partner und Kinder oder anders formuliert: Deine Wohnungsgenossen. Auch die Formulierung "gemeinsame Schnittmenge" ist mir sehr wichtig, da es der Schlüssel für eine gelungene Gestaltung ist. Es gibt nichts schlimmeres, als sich in der eigenen Wohnung nicht wohlzufühlen.

Und auch derjenige, der vordergründig keine Meinung zur Wohnungsgestaltung hat, hat eine. Er oder sie will sich gerade nur nicht mit dem Thema befassen.

Ich wünsche Dir bei der nächsten Renovierungsphase gute Gespräche mit Deinen Lieben.

Samstag, 22. November 2014

Inspirationsquelle: Wie wir wohnen...

... mit Dingen, die wir lieben

Ich liebe Einrichtungsbücher und Zeitschriften. Wenn ich sie durchblättere und an dem einen oder anderen Foto hängen bleibe, habe ich immer das Gefühl, durchs Schlüsselloch in eine andere Welt zu schauen.

Letztens fiel mir dieses Buch in die Hand: Wie wir mit Dingen, die wir lieben, wohnen
 von Stafford Cliff und Gilles de Chabaneix.


Das Buch beschäftigt sich mit der Frage, wie wir denn all die liebgewonnenen Sammlerstücke, die wir besitzen, in Szene setzen können. Stafford Cliff als Herausgeber hat Fotos von Gilles de Chabaneix in einem Bilderbuch im wahrsten Sinn des Wortes versammelt. de Chabaneix hat als einer der bekanntesten französischen Lifestyle- und Designfotorafen für Elle Decoration und Marie Claire gearbeitet.

Im Vorwort habe ich einige interessante Aspekte zum Thema Sammeln gefunden:
  • Im Grunde ist jeder Mensch ein Sammler, auch wenn er es von sich nie behaupten würde.
  • Sammeln ist ein sehr alter Trieb - man denke an das Jäger- und Sammler-Dasein des Menschen vor etlichen tausend Jahren.
  • Die große Frage ist, wie wir unsere gesammelten Schätze verwahren: Liegen sie im Haufen in Kisten und Schränken oder werden sie präsentiert?
  • Die Art der Präsentation kann auch aus Alltagsdingen Besonderes machen: Ein Stapel alter Teller im Schrank macht weniger her als eine Tellergalerie an der Wand. 

Nachdem ich all diese klugen Dinge gelesen hatte, stellte ich mir die Frage nach meiner Sammelwut:
  • In meinen Kisten sammeln sich Stoffe. Ausstellungsmöglichkeit: Vernähen und Kleidungsstücke tragen.
  • Auf unserem Wohnzimmerschrank steht eine Ansammlung von Gefäßen. Einiges ist alt, einiges neu. Gefunden auf dem Trödelmarkt (die Teekanne), im Antiquitätenladen (die Glaskaraffe), im Spirituosenladen (die kleine Whiskyflasche im Hintergrund.
  • Mein Schmuck für den Lovi-Xmas-Tree ist auch eine Ansammlung von liebgewonnenen Dingen und liegt bislang noch in der entsprechenden Kiste. Ausstellungsmöglichkeit? Jedes Jahr in der Adventzeit im Laden. Theoretisch ab Montag, denn dann ist Totensonntag vorbei.

Und warum schreibe ich das alles? Die Tintenelfe lud auf ihrem Blog dazu ein, Bücher zu Weihnachten vorzustellen. Wie wir mit Dingen wohnen, die wir lieben, ist mein Beitrag dazu. Gerade zu Weihnachten finde ich dieses Thema sehr aktuell, denn auch Weihnachtsdeko besteht meistens aus einer Ansammlung von Dingen, die wir lieben, oder?

Mach es Dir gemütlich!

Montag, 10. November 2014

Fugenloser Kalkputz als Fliesenspiegelersatz in der Küche

Wie ich bereits erzählte, wohnen wir in einem Fachwerkhaus von 1775. Das hat zur Folge, dass unsere Böden, Wände und Decken nicht immer eben sind und sich im rechten Winkel treffen. Altbau halt.


Als wir unsere Küche einrichten wollten, standen wir vor dem Problem, dass die Wand hinter der Arbeitsplatte alles andere als gerade war. Mein ursprünglicher Plan war, großformatige Fliesen hinter der Arbeitsplatte anzubringen, um den Fugenanteil möglichst gering zu halten. Dieser Plan scheiterte wegen der Wandqualität - siehe oben. Kleinformatige Fliesen hätten an dieser Stelle funktioniert, aber das wollte ich nicht.

Was also tun?


Mein Handwerkerkollege schlug vor, einen geölten Kalkputz hinter der Arbeitsplatte anzubringen. Damit waren mehrere Probleme gelöst:
  • Es spielte keine große Rolle, dass die Wand eine großflächige Beule in die Küche hinein hat. Der Kalkputz passt sich der Form an und erscheint doch als einheitliche ebene Fläche.
  • Wir sind sogar fugenlos unterwegs.
  • Ich hatte eine nachezu freie Farbauswahl. Fliesen hätten mich in der Farbgestaltung deutlich mehr eingeschränkt.
  • Durch die geölte Oberfläche ist der Kalkputz wasserabweisend. Spritzwasser perlt ab und kann weggewischt werden.


Mein Fazit nach zwei Jahren Küchenbenutzung: Ich bin sehr zufrieden mit meiner Entscheidung.

  • Wenn beim kochen oder backen Suppen- oder Sahnespritzer an der Wand landen, kann ich diese wegwischen, ohne dass ein Fleck zurückbleibt. 
  • Dazu kommt, dass die Wand optisch nicht als eine Farbfläche dasteht, sondern eine lebendige Oberflächenstruktur hat. Das macht sie weniger dominant, auch wenn der Farbton sehr kräftig ist.
Bei der Pflege einer solchen Fläche musst Du auf folgendes achten: Da die Oberfläche mit Öl behandelt worden ist, darfst Du keine fettlösenden Putzmittel verwenden, da diese die Oberfläche angreifen. Bei groben Verschmutzungen kannst Du Olivenölseife zur Reinigung nehmen, kleinere Flecken kannst Du meist einfach wegwischen.

Bezugsquellen: Kalkputz von Casa Natura, Hartöl für die Oberfläche von AURO

Donnerstag, 30. Oktober 2014

Wie unser Fachwerkhaus eine neue Fassade bekam

In diesem Sommer hat unser Fachwerkhaus eine neue verputzte Fassade bekommen. Bis zur Fertigstellung waren viele Arbeitsschritte nötig, und in diesem Post fasse ich das Baugeschehen in Bildern zusammen.

Unser Fachwerkhaus ist in zwei Bauabschnitten gebaut worden. Der jüngere, datierte Teil ist von 1775, und ich bin mir sicher, dass das Haus einiges zu erzählen hätte, wenn es denn könnte. Manchmal liebe ich solche Gedankenspiele.

Anfang der 1990er Jahre haben meine Eltern große Teile des Hauses saniert und die Fassade nur mit einer Kalkfarbe gestrichen, statt sie mit Kalk zu verputzen. Die letzten beiden Winter haben der Farbe sehr zugesetzt, und deswegen war es an der Zeit, etwas an der Fassade zu tun.

Im ersten Schritt wurde die Kalkfarbe von der Fassade entfernt. Dabei sind teilweise größere Brocken Lehm mit abgefallen, und deswegen mussten einige Gefache gefüllt werden.

Um dem Lehm einen guten Halt zu bieten, wurde auf die Staken eine Schilfrohrmatte aufgeschraubt. Dann wurden die Gefache mit Lehm aufgefüllt. Wohlgemerkt mit selbstgemischtem Lehm. Ich bekam eines schönen Sommertags die Aufgabe, vom Ponyhof meiner Freundin einen Eimer Pferdeäpfel mitzubringen, um die Wetterfestigkeit des Lehms zu erhöhen.

Anschließend bekamen die neu gefüllten Felder ein hübsches Lochmuster, das als Haftbrücke für den Kalkputz dient.

Die linke Hausecke bescherte uns eine besondere Überraschung: Es stellte sich heraus, dass der untere schräglaufende Balken von Holzwürmern bewohnt war, die vor unserer Nase munter-lustig Holzmehl aus dem Balken rieseln ließen. Wir sahen uns also gezwungen, ein paar Balken austauschen zu lassen. So viel zum Thema "eben die Fassade renovieren". Der ausgemusterte Eckbalken ist momentan der liebste Spielplatz meiner Tochter. 

Bevor die Balken getauscht werden konnten, mussten die umliegenden Gefache geleert werden. Dabei sind wir auf die Reste einer Zeitung gestoßen. Ich kann nur vermuten, dass die Zeitung als Untergrund für die abschließende Tapete eingebaut wurde und so den Wanduntergrund gleichmäßig saugfähig machen sollte.

Mit ein bisschen in-den-Fetzen-lesen fanden wir heraus, dass es die Weihnachtsausgabe aus dem Jahr 1952 ist. Schon witzig, was zu dieser Zeit in der Zeitung stand. Kostprobe gefällig?


Leider habe ich kein Foto vom Balkentausch, aber es sah sehr beeindruckend aus, wie unserem Haus auf einmal die Ecke fehlte und stattdessen Stützen dafür sorgten, dass alles an seinem Platz blieb.

Eine Zeit lang war die Hausecke mit Planen abgedeckt, damit der Regen nicht ins Haus kam. Die Wände in unserem Haus sind aufgedoppelt. Wir haben die äußere Wand entfernt und die innere Wand stehen gelassen. So hielt sich dann zum Glück die Schmutzbelastung in den Wohnungen in Grenzen. Weder meine Nachbarin von oben noch ich mussten irgendetwas in unseren Wohnungen renovieren.

Das neu gesetzte Balkengerüst wurde mit Leichtlehmsteinen ausgemauert und dann wie die restliche Fassade mit Kalk verputzt.

Zum Schluss wurden dann die Balken mit schwarzer Farbe gestrichen, und endlich erstrahlt das alte Haus wieder in neuem Glanz. Zumindest auf der Nordseite. Zwei weitere Seiten stehen uns noch bevor. Wahrscheinlich im nächsten Sommer und hoffentlich ohne Holzwurm-Überraschung.

Montag, 20. Oktober 2014

Raumgestaltung: eine Metall-Farbe

... pro Raum.


Diese Gestaltungsregel klingt erstmal simpel, aber sie hat es in sich.

Wenn Du Dich wirklich nur auf eine Metallfarbe im Raum konzentrieren möchtest, solltest Du überlegt haben, was in Deinem Raum alles aus Metall sein kann.

Auf meiner Liste steht:
Türgriff, Fenstergriff, Wasserarmaturen in Küche oder Bad, Duschabtrennung, Gardinenstange, Spiegelrahmen, Bilderrahmen, Metallteile an Leuchten, Deko-Objekte, Griffe an Küchenschränken

Mögliche Metall-Farben oder auch Metalle an sich sind:
Gold, Messing, Silber, Aluminium, Kupfer, Rostiges, Gusseisen, Geschwärztes, Patina bei Kupfer

Meist ist es so, dass Bauteile nur schwer veränderbar sind und diese aber die Metallfarbe vorgeben. Sollte das bei Dir der Fall sein, hast Du mehrere Möglichkeiten:
  1. Du ergibst Dich und verwendest diese Metallfarbe weiter.
  2. Du veränderst das schwierig zu verändernde Bauteil.
  3. Du verzichtest bei Deiner Raumgestaltung auf Metallteile.

Unsere Ferienwohnung auf Amrum hatte eine sehr Metall-lastige Gestaltung und hat mich auf die Idee zu diesem Post gebracht. Wir haben dort zwei wundervolle Wochen verbracht. Ich könnte an dieser Stelle eine Ode auf die Insel Amrum singen (so sehr gefällt sie mir), aber das hebe ich mir für einen nächsten Post auf.

Abschließend möchte ich von Dir wissen, welche Metallfarbe Du bevorzugst und ob es bei der Raumgestaltung deswegen Schwierigkeiten gab? Ich freue mich auf Deinen Kommentar!


Dienstag, 14. Oktober 2014

Zuhören - Beitrag zur Blogparade

Veronika Krytzner hat zu einer Blogparade zum Thema zuhören eingeladen.

Das Thema hat mich sofort angesprochen, denn ich muss in den Gesprächen mit meinen Kunden sehr gut zuhören.

Es ist immer schwierig, über Farbtöne oder Raumgestaltung zu sprechen, ohne ein Bild oder Foto als gemeinsame Gesprächsbasis zu haben. Machen wir uns nichts vor, wir sind Augenmenschen. Wir nehmen 85% aller Informationen über unsere Augen auf.

Was passiert aber, wenn Du mit einer Gestaltungsidee in meinen Laden kommst und mir davon erzählst?
Kannst Du alle Details so benennen, dass das Bild in Deinem Kopf allein über Deine Worte in meiner Vorstellung ankommt und auch noch identisch zu Deinem Bild ist? Wahrscheinlich nicht, und das ist aber auch gar nicht schlimm.

Wir haben (pauschal gesprochen) unterschiedliche Erfahrungen, Vorstellungen, Auffassungen von den Dingen, und deswegen setzen wir Gesprochenes in unserer Phantasie zu unterschiedlichen Bildern zusammen, auch wenn wir das gleiche hören.

Zurück zu Deinem Besuch in meinem Laden und der Gestaltungsidee. Vielleicht kommst Du mit Deinem Partner her, und schon müssen drei Leute das gleiche Bild sehen. Um die Idee aus Deinem Kopf auf den Tisch zu bringen, nutze ich gern Materialcollagen. Wir blättern gemeinsam in Farbfächern und schauen uns Musterstücke von unterschiedlichen Bodenbelägen an, und langsam entsteht im Gespräch aus Deiner Idee ein Gestaltungskonzept für Deinen Raum. Wir können so lange Dinge verändern, bis Du und Dein Partner zufrieden seid.


Wir machen das Bild aus Deiner Vorstellung sichtbar, konkretisieren es, machen es be-greiflich.

Mich haben zwei Dinge zum Thema Zuhören sehr beeindruckt. Das eine ist ein indianisches Sprichwort, das lautet:

Hört zu, oder Eure Stimme wird Euch taub machen.

Das andere ist eine kurze Zeitungsnotiz, die ich vor einigen Jahren gelesen habe. Es wurde berichtet, dass ein Mensch mindestens drei Minuten benötigt, um sein Anliegen vorzutragen. Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, jedem Kunden, der in meinen Laden kommt, zu Anfang unseres Gesprächs diese drei Minuten zu geben. Möglichst unterbrechungsfrei.

In dieser Zeit höre ich zu. Lausche Zwischentönen. Stolpere manchmal über "eigentlichs", die häufig darauf hindeuten, dass der Kunde etwas ganz anderes benötigt, als das, von dem er bislang ausgeht. Stelle im Verlauf des Gesprächs so lange Rückfragen, bis die "eigentlichs" das hervorgebracht haben, was der Kern der Sache ist. Und das ist sehr spannend zu beobachten.

Am Ende des Tages verlässt Du zufrieden meinen Laden. Das ist mein Ziel.

Dienstag, 30. September 2014

Akustische Raumgestaltung

Vielleicht wunderst Du Dich gerade. Akustische Raumgestaltung? Was soll das denn sein?

Des Rätsels Lösung ist folgende: Ein Raum wirkt nicht nur optisch auf Dich, sondern auch über Deine anderen Sinne. Also auch über Dein Gehör.

Sehen und Hören gehören zu den sogenannten Fernsinnen, da sie es Dir ermöglichen, Informationen auf lange über lange Distanzen wahrzunehmen. Tasten, riechen und schmecken hingegen finden direkt in bzw. an Deinem Körper statt. Über das Hören nimmst Du etwa 10% aller Informationen auf.

Ein Raum kann hallig klingen. Sind zu viele harte und glatte Oberflächen vorhanden, also große Fenster, Laminat- oder Fliesenboden, große Schränke, geflieste oder sehr hohe Wände, dann ist von allen Geräuschen im Raum ein Echo zu hören. Dieser Effekt wird Dir aus Treppenhäusern, der Bahnhofs- oder Flughafenhalle oder Kirchen bekannt sein. Um den Nachhall in Wohn- und Geschäftsräumen zu senken, kannst Du weiche Oberflächen hinzufügen, beispielsweise Gardinen, Teppiche und Polstermöbel. Auch denkbar ist ein Baumwollputz für die Wände.

Ein Raum kann aber genau so zu wenig Nachhall haben. Über diesen Effekt habe ich letztens in einem Hotel-Einrichtungs-Magazin gelesen und war selbst erstaunt. In Großraumbüros kann eine zu wenig hallige Akustik dazu führen, dass Du jedes Wort Deiner Arbeitskollegen verstehst und dadurch gestört wirst. Dieses Problem bekommt leider nur jemand in den Griff, der sich hauptberuflich mit Raumakustik befasst. Mit "Hausmitteln" kannst Du nichts ausrichten.

Auch Musik ist ein Teil der akustischen Raumgestaltung. In Deiner Wohnung sagt Musik etwas über Dich und Deine Mitbewohner aus, und das soll auch so sein.
Im Objektbereich hingegen hat Musik jedoch eine andere Wirkung, denn sie kann und soll die Wirkung des Raumes unterstützen. Stell Dir eine Bar vor, in der Rockmusik läuft und stell Dir eine zweite Bar vor, in der elektronische Lounge-Musik gespielt wird.

Vielleicht unterscheidet sich die Raumgestaltung der beiden Bars in Deiner Vorstellung. Wahrscheinlich unterscheiden sich auch die Besucher dort oder die Getränke auf der Speisekarte.

Und nun stell Dir eine dritte Bar vor, in der einfach nur das Radio läuft, inklusive Nachrichten und ernster Gesprächsrunden zur aktuellen Flüchtlingsproblematik. Auch diese Art der Beschallung übt ihre Wirkung auf Dich aus, aber welche?

Wie Du gesehen hast, ist die akustische Gestaltung Deiner Räume ein genau so wichtiger Teil wie die optische Gestaltung, auch wenn es dafür weniger harte Regeln gibt.


Donnerstag, 11. September 2014

Raumgestaltung: komplementäre Farbkombination

In meinem Post Shirt und Farbdreiklang habe ich eine Möglichkeit der Farbzusammenstellung vorgestellt.
Heute stelle ich die nächste Kombinationsmöglichkeit vor. Dieses Mal sind es nicht drei, sondern zwei Farbtöne, die miteinander kombiniert werden können.


Im Farbkreis liegen sich je eine Grundfarbe (rot, blau, gelb) und eine Mischfarbe erster Ordnung (orange, grün, violett) gegenüber. Wenn ich diese gegenüberliegenden Farben gemeinsam in einem Raum verwende, ergibt sich eine komplementäre Farbgestaltung. Diese Kombination ist recht spannungsreich. Deswegen reicht es meist, die beiden Farbtöne in kleinen Mengen einzusetzen, bespielsweise bei der Deko.

Wenn Du Dir nicht sicher bist, ob eine komplementäre Farbgestaltung für Dich funktioniert, dann teste es. Nimm Dir Tonkarton in der Farbkombination rot-grün oder blau-orange oder lila-gelb und stelle die beiden Kartons in einen Raum, ruhig an unterschiedliche Stellen. Lass die Kartons eine Weile stehen oder stelle sie von Zeit zu Zeit um. Betrachte die Farbtöne zu jeder Tageszeit, da sich über den Tag das Licht in seinem Farbton verändert. Nach einer Weile wirst Du wissen, ob diese Farbkombination etwas für Dich ist.


Komplementäre Farbkombinationen kommen auch in der Natur vor. Ich denke dabei an ein gelb-violettes Stiefmütterchen oder eine rote Erdbeere an ihrem grünen Strauch. Bei der Kombination orange-blau musste ich länger nachdenken. Dann erzählte mir ein Bekannter etwas von einer orange-blauen Raupe und hatte das Tierchen auch noch fotografiert. Leider ist das Foto zu schlecht, um es hier auf den Blog zu stellen. Deswegen verlinke ich zu einem Bild mit der blau-orangen Raupe und trage nicht nur zur Erweiterung Deines Gestaltungs-Wissens bei sondern obendrein noch zur Erweiterung Deines botanischen Wissens.

Weitere Inspirationen zu komplementärer Farbgestaltung findest Du auf meinem passenden Pinterest-Board.

Montag, 18. August 2014

3 Dinge, die mein Gestalterherz in Ulm höher schlagen ließen

Wir waren letztens in Ulm auf Familienbesuch. Ich muss gestehen, dass ich über Ulm nichts wusste und war nach einem kurzen Spaziergang erfreutestens (oder wie steigert man erfreut...) darüber, was ich alles Tolles in Sachen Gestaltung entdecken konnte. Hier sind meine Top 3:

Auf unserem Weg durch die Stadt machten wir halt in einem Café, und dort entdeckte ich diese wunderschönen Porzellanleuchten.


Die Leuchten sind nicht sehr groß, haben aber alle ein Muster. Es gibt Querstreifen, Längsstreifen, Punkte und Blüten. Ein Großteil des Lichts fällt nach unten und beleuchtet den Tisch oder wie auf dem Foto oben die Bar. Der Leuchtenschirm selbst lässt aber auch Licht zur Seite weg und zeigt sein Muster. Besonders gut fand ich, dass die Leuchten an eine Lichtschiene angeschlossen oder aber direkt an die Decke angebracht werden können.
Obendrauf gabs in dem Café leckeren Kuchen und guten Kaffee mit Blick in die Leuchtenwerkstatt.

Wir entdeckten später in einer Seitenstraße ein Antiquitätengeschäft und fragten nach alten silbernen  Bilderrahmen. Der Händler konnte uns mit einem Rahmen glücklich machen.


Das Foto darin gabs dazu. Es muss aber demnächst einem von unseren Fotos weichen. Mir gefällt an diesem Bilderrahmen besonders die Prägung auf dem Rand.


Was mit diesem und weiteren alten Silberrahmen passiert, erzähle ich bald.

Gegen Abend wanderten wir durch das Altstadtviertel auf der Suche nach einer Einkehrmöglichkeit zum Abendessen. Der Blick durch die Häuserzeilen und aufs Wasser war traumhaft.



Viele der alten Häuser sind liebevollst hergerichtet und haben tolle Gärten und Vorgärten. Durch dias Altstadtviertel ziehen sich zwei kleine Flüsschen und die unmittelbar daran stehenden Häuser haben teilweise Terrassen mit direktem Wasserzugang. Es gibt kleine Gässchen und Durchlässe zwischen den Häusern und Kopfsteinpflaster auf den Straßen. Mehrere schöne kleine Plätze mit Brunnen darauf und natürlich den Ulmer Münster mit einem riesigen Kirchplatz. Solltest Du am Samstag in Ulm sein, verpass nicht den tollen Wochenmarkt auf dem Münsterplatz.

Hast Du einen weiteren Ulm-Tip für mich? Ich freue mich über Kommentare!

Eine Anmerkung zum Schluss: Ich habe das Café und die Leuchtenmanufaktur aus freien Stücken verlinkt. Einfach nur, weil es mir so gut gefallen hat.

Donnerstag, 7. August 2014

Raumgestaltung: ein Farbklima festlegen

Wenn Du einem Raum ein völlig neues Aussehen geben willst, hat es sich bewährt, zu Beginn der Gestaltungsphase ein Farbklima festzulegen. Nur: Was ist das und wie kommtst Du da dran?

Der einfachste Weg ist folgender:
Such Dir ein Foto, dessen Farbkombination Dir gut gefällt.

Es geht nicht darum, ein schönes Motiv zu finden, sondern einzig und allein eine schöne Farbkombination. Ich finde es immer wieder spannend, Bilder in Zeitschriften nur mit Fokus auf die Farbkombination zu betrachten. Es erfordert ein wenig Übung, da das Gehirn ja sofort entschlüsseln will, was auf dem Foto ist, aber es eröffnen sich dadurch völlig andere Sichtweisen.

Such Dir dann die auffälligsten Farbtöne aus dem Foto heraus. Diejenigen, auf die Dein Blick gefallen ist, als Du das Foto ausgewählt hast.


Wenn das Foto auf Papier vorhanden ist, kringle diese Farbtöne ein. Damit hast Du Dein Farbklima und kannst Deinen Raum neu gestalten. Es ist sehr hilfreich, so zu arbeiten, da die Gefahr, sich während der Renovierung optisch zu verlaufen, sehr gering ist. Du hast immer eine Gedankenstütze zur Hand, die Dich an Deine Gestaltungsidee erinnert.

Ich freue mich über Eure Erfahrungen. Schreibt mir doch einen Kommentar, wenn Ihr mit diesem Tip gearbeitet habt.


Donnerstag, 10. Juli 2014

Meinem Warum auf der Spur

Markus Cerenak hat auf seiner Seite zum Blog-Bang (auch bekannt als Blogparade) eingeladen und als Thema die Frage "Warum?" gestellt. 

Ich für mich habe die Frage dann präzisiert:

Warum tu ich das, was ich tu in dieser ungewöhnlichen Kombination?

Auf den ersten Blick haben nämlich Biobauen, Gestaltung und Nähen wenig miteinander zu tun. Oder?


Ich sehe bei allen drei Themen den Menschen im Mittelpunkt und orientiere mich am Maßstab Mensch. Bei der Herstellung von Kleidung ist es ganz konkret: Ist die Größe falsch, passt das Hemd nicht. Letztenendes geht es aber auch bei der Raumgestaltung um Angemessenheit: Ist die Architektur zu bombastisch, fühlt ein Mensch sich verloren. Bei Herrschaftsbauten wird dieses Stilmittel bewusst eingesetzt. Du warst bestimmt schon einmal in einem Schloss oder in einer Fabrikantenvilla - ich persönlich denke an die Villa Hügel in Essen oder an etliche Palazzi in Florenz - und hast gefühlt, dass diese Bauten dem Maßstab Mensch nicht entsprechen, was sie ja auch gar nicht sollen. In Wohnbauten halte ich es aber für wichtig, den Maßstab Mensch anzunehmen, weil gerade die eigene Wohnung Geborgenheit, Schutz und Erholung geben soll.

Mit dem Einsatz von Lehm, Kalk und Holz in der Wohnung stelle ich eine Verbindung zur Natur her. Der Mensch hat von Anfang an in enger Verbindung mit der Natur gelebt und sich in den letzten 300 Jahren von ihr entfremdet. Ich könnte jetzt ausführlich den Entfremdungsweg von der Industrialisierung über das damit verbundene Wachsen der Städte bis hin zum massiven Einsatz von Kunststoffen beim Bauen erklären, aber das führt hier zu weit. Viel wichtiger ist, dass über diese Zeit hinweg Dein und mein und unser Bedürfnis nach Verbundenheit mit der Natur im Unterbewusstsein erhalten geblieben ist und ich mit meiner Arbeit dieses Bedürfnis bei meinen Kunden bediene. Ich verwende bewusst nicht die Wendung "das Bedürfnis stillen", denn diese Aufgabe ist für mich allein zu groß. Es ist mir aber ein Anliegen, Dich auf dieses Grundbedürfnis hinzuweisen und Dir einen Weg zu zeigen, ein kleines Stück näher zur Natur zu rücken.

Daraus ergibt sich mein nächstes "Warum": ich möchte die Welt vor meiner eigenen Haustür etwas menschlicher, gesünder und schöner machen. Ich möchte Dich mit meiner Begeisterung für diese Themen anstecken und Dir mein Wissen auf diesen Gebieten zur Verfügung stellen. Hier auf dem Blog und im Laden

Und auch bei meinem letzten "Warum" führe ich die Punkte Biobauen und Nähen wieder zusammen: ich biete in meinem Laden Produkte für eine gesunde zweite (Kleidung) und dritte (Wohnung) Haut an. Arbeite mit Stoffen, die Haut und Räume aufatmen lassen und sorge so für eine lebenswerte Umgebung.

Montag, 23. Juni 2014

Hoffest in Schermbeck

Am 28. und 29.6.14 ist in Schermbeck bei der Lehm-Oase Sommer- und Hoffest. Zum 10-jährigen Bestehen wird das gerade umgebaute Wohnhaus vorgestellt und einige Mitglieder des Arbeitskreises ökobau.ruhr stellen sich und ihre Arbeit vor.
Das Wohnhaus ist nach KfW 70-Standard in Ökobauweise umgebaut worden.

Sommerfest-Effizienzhaus-70-Einladung

Das Programm im Einzelnen:
Samstag:

Tag der offenen Tür am renovierten EffizienzHaus 70 mit Ausstellung der Mitglieder des oekobau.ruhr mit Schwerpunkten im Holzhausbau, Heiztechnik, Lehmbau, Architektenplanung, Dachbegrünung
  • Feng Shui Führungen über das Gelände Vorträge
  • 14.00: Einführungs-Vortrag der am Bau beteiligten Firmen zur Sanierung zum Effizienzhaus 70
  • 15.30: Vortrag zur verwendeten Holzweichfaser- Dämmung vom Hersteller Pavatex
  • 17.00: Bernd Leuters, Architekt, Archplan Münster, zur Nachhaltigkeit beim Bauen und Wohnen
  • dazwischen jeweils Führungen durch das sanierte Haus

Sonntag:

  • Sommerfest der Lebenswiese.net: Gemeinschaft für ökologischen, handwerklichen, kreativen, spirituellen und gesunden Austausch.
  • 10-Jähriges Bestehen der LehmOase.de
  • Trödelmarkt für Jedermann und -frau, die wollenl
  • Kindertöpfern und Lehmmalerei
  • Strohballen-Lehmhüttenbau- Aktion
  • Lichterfloßbau für junge- und junggebliebene Menschen
  • Massage
  • Reading (der-rosengarten.com)
  • 5-Elemente-Kochen schnuppern
  • Kräuteröle herstellen
  • Naturerlebnis für Kinder
  • Musik mit Steeldrum, Percussion, Didgeridoo etc.
  • Qi Gong
  • Infos „Der Weg zum inneren Frieden von Prem Rawat“
  • Trommelworkshops mit Regina Zwirner, 14.00, 16.00 und 18.00 Uhr, Dauer jeweils ca. 1,0 Std

Ich freue mich, für diese Veranstaltung Werbung zu machen, auch wenn ich nicht als Ausstellerin dabei sein kann und wünsche Carina und Wilhelm viel Freude und viele interessante Gespräche.

Dienstag, 10. Juni 2014

Checkliste: Wände streichen

Heute gibt es hier eine Checkliste.

Ich habe es häufig genug selbst erlebt, dass ich eine Wand streichen wollte und erstmal gefühlte zehn Kilometer wild durch die Gegend gelaufen bin, bis ich alles Nötige zusammengesammelt hatte. Da viele von Euch vermutlich das gleiche Problem haben, trage ich hier alle Utensilien zusammen, die Ihr zur Renovierung braucht. Außerdem stehen hier alle zu erledigenden Arbeitsschritte in der richtigen Reihenfolge. Ich gehe in diesem Text davon aus, dass eine eventuell vorhandene Tapete auf der Wand bleibt.

  • Als ertstes sollte klar sein, welcher Farbton auf die Wand kommt. Eine Hilfestellung zum Thema Farbtöne auswählen findet Ihr hier.
  • Danach wird der zu streichende Raum freigeräumt.
  • Habt Ihr alle Nägel aus den Wänden entfernt? Dazu funktioniert am besten eine Kneifzange.
  • Der Boden sollte gut abgedeckt werden. Dabei helfen Malerfolie oder alte Bettlaken oder Zeitungspapier.
  • Lichtschalter und Steckdosen abbauen mit einem isolierten Schraubendreher, auch Phasenprüfer genannt.
  • Fenster- und Türrahmen abkleben mit Malerkrepp (Papierklebeband).
  • Wollt Ihr einen weißen Streifen zur Decke hin haben? Wie das geht, seht Ihr hier.
  • Braucht Ihr eine Leiter oder seid Ihr groß genug, um die ganze Wand bearbeiten zu können?
  • Die Farbe sollte vor dem Streichen einmal gut aufgerührt werden, am besten mit einem Akkuschrauber und einem Rührquirl.
  • Um die Farbe auf die Wand zu streichen, benötigt Ihr eine Farbwalze und ein Gitter, um überschüssige Farbe aus der Farbwalze zu drücken. Denkt an kleine Pinsel. Damit könnt Ihr Ränder und schmale Streifen besser streichen als mit einer breiten Rolle.


Fangt mit dem Streichen an den Rändern der Flächen an und malt dann erst die Mitte zu. Reicht ein Anstrich? Um das beurteilen zu können, muss Eure Wand komplett getrocknet sein. Sollten dann noch Fehlstellen auf der Wand zu sehen sein, streicht ein zweites Mal. Das Ergebnis lohnt sich.

Zieht die Klebebänder von den Wänden, Türrahmen, Fensterrahmen oder wovon auch immer, bevor der Anstrich durchgetrocknet ist. Das verhindert Farbabplatzer.

Vergesst nicht, Euer Werkzeug zu reinigen. Am leichtesten klappt es unter fließendem Wasser.

Wenn alles getrocknet ist, könnt Ihr die Baustelle abräumen und den Raum wieder einräumen. Freut Euch über eure frischen Wandflächen und genießt ein Feierabendbier, -wein, -tee, wasauchimmer.

Sonntag, 1. Juni 2014

Wieviel Farben hat die Welt?

Letztens führte ich mit meinen Studienkollegen und mit meinem Studienleiter eine sehr interessante Diskussion darüber, aus wieviel Farben die Welt besteht.



Treffer! Ich beschäftige mich tagtäglich mit Farbe in allen Variationen und über diese Frage hab ich bislang nie nachgedacht. Diese Frage ist mir nicht einmal in den Sinn gekommen. Meinen Studienkollegen ging es nicht besser.

Aber: Wieviele sind es denn nun? Die Antwort lautet 10. Mehr nicht. Und das hat mich erstaunt. Sehr sogar, habe ich doch ständig dicke Farbfächer in der Hand mit drölfzillionen Farben drauf.



So kam mein Studienleiter auf die Lösung:

Fangen wir an mit den Grundfarben: rot, blau, gelb.
Gefolgt von den Mischfarben erster Ordnung: violett, grün, orange.
Die unbunten Farben: grau und braun.
Die Nicht-Farben: weiß und schwarz.

Im Wikipedia-Artikel zum Thema Farbwahrnehmung werden diese Farben auch Farbkategorien genannt. In diese Kategorien ordnen sich alle existierenden Farbtöne ein.

Ich bin immer noch sehr erstaunt über diese Frage und auch die Antwort darauf und wünsche Euch ein schönes Wochenende.


Samstag, 24. Mai 2014

Warum Wohnberatung?

Ich biete seit 2010 die Dienstleistung "Wohnberatung" an. Und immer wieder stelle ich fest, dass meinen Kunden nicht klar ist, was damit gemeint ist und wozu Wohnberatung nützlich sein soll.


Wohnberatung kann
  • Farb-, Möblierungs- und Ordnungsbedürfnisse sichtbarmachen
  • unterschiedliche Interessen der Wohnungsnutzer in Übereinstimmung bringen
  • genau auf die Wohnungsnutzer abgestimmte harmonische Wohnräume entstehen lassen
  • vor größeren Möbelkäufen die Sicherheit geben, exakt das richtige Möbelstück anzuschaffen und dadurch Fehlkäufe zu vermeiden

Es geht bei einer Wohnberatung nicht darum, auf die neuesten Wohntrends aufzuspringen. Es geht darum, individuelle Wohnbedürfnisse zu befriedigen und damit die eigene Wohnung für lange Zeit zu einem Ort des Wohlfühlens werden zu lassen. Die eigene Wohnung ist der Ort der Regeneration, des Rückzugs, der sichere Hafen und nichts ist schlimmer, als sich genau dort nicht beschützt, geborgen und wohlzufühlen.

Leider können wir unsere Wohnbedürfnisse meist nicht exakt formulieren. Wir fühlen sie in erster Linie. Und unser Partner und unsere Kinder fühlen auch, aber vielleicht anders. Vielleicht auch genau gleich, aber sie verwenden nicht die gleichen Worte wie wir für ihr Fühlen.

Wohnberatung greift an genau diesem Punkt: alle Wohnungsnutzer betrachten bei einem gemeinsamen Termin die gleichen Bilder und treffen ihre eigene Wahl, frei von den Bewertungen der anderen. Dadurch werden individuelle Vorlieben sichtbar. Und dadurch lassen sich alle Vorlieben und Bedürfnisse so in Einklang bringen, dass sich jeder Wohnungsnutzer in der gemeinsamen Wohnung beschützt, geborgen und wohl fühlt.

Es entstehen in der Folge genau auf die Wohnungsnutzer abgestimmte harmonische Wohnräume, die für lange Zeit Bestand haben, da unsere Wohnbedürfnisse glücklicherweise sehr konstant sind.

Kennt Ihr Eure Wohnbedürfnisse? Wie muss Eure Wohnung für Euch sein? Ich freue mich über Kommentare!

Dienstag, 13. Mai 2014

Farbtöne auswählen

Ich stelle in Beratungsgesprächen immer wieder das gleiche Phänomen fest:

Die Kunden halten die Farbfächer in der Hand und suchen sich einen oder mehrere Farbtöne für ihre Wände aus. Dann fragen sie sich, ob das Ausgewählte zu ihrer Einrichtung passt oder genereller, ob der gewählte Farbton in den Raum passt. Unsicherheiten kommen auf. Meist besteht die Schwierigkeit darin, sich den Farbton, der auf einem kleinen Fächer zu sehen ist, auf einer großen Fläche vorzustellen. Lieber dunkler? Oder doch heller?

An diesem Punkt kommt eine optische Komponente ins Spiel: Ein und derselbe Farbton wirkt auf einer kleinen Fläche anders als auf einer großen. Um genau zu sein: eine große Fläche wirkt dunkler als eine kleine Fläche.

Im Laden ist das an einem Beispiel schön zu erkennen. Die bereits bekannte sandfarbene Wand im Farbenraum ist mit Lehmstreichputz, Farbton umbrabraun, Farbstufe 1 gestrichen worden.






Schaut man sich die drei Farbabstufungen des Farbtons umbrabraun auf dem Farbfächer an, könnte man meinen, dass die Wand in Farbstufe 2 getönt ist.



Andersherum formuliert: Gefällt einem ein Farbton auf dem Farbfächer oder auf der Farbmusterkarte, ist es sinnvoll, für die Wände den gleichen Farbton in einer Nuance heller zu nehmen. Dann stimmen das gefällt-mir von der Musterkarte mit dem gefällt-mir der Wand überein.

Montag, 28. April 2014

Sonnencreme für die Gartenbank oder: Holzschutz im Freien

Es ist Frühling und die Zeit des Draußenwohnens beginnt wieder. Die Gartenmöbel werden aus ihren Winterquartieren hervorgeholt und das eine oder andere Holzmöbel schreit förmlich nach einem neuen Anstrich.



Mich erreichten in letzter Zeit einige Anrufe zu diesem Thema, häufig verbunden mit der Frage nach farblosen (natürlich umwelt- und gesundheitsfreundlichen) Anstrichen für die Gartenmöbel, um den Holzton nicht zu verändern. Leider muss ich diese Anfragen mit nein beantworten, weil...

Will ich Holz nicht nur vor Wasser schützen, sondern auch vor UV-Strahlen, benötige ich pigmentierte Lasuren oder Öle. Holz besteht immer aus festeren und weicheren Schichten. Die Verteilung der Schichten ist je nach Holzart unterschiedlich und daraus wiederum ergibt sich die Eignung der Hölzer für den Außenbereich. Den festen Holzschichten machen UV-Strahlen nichts aus. Sie verbleichen nur. Die weichen Holzschichten werden jedoch von UV-Strahlung zerstört und dann vom Regen weggewaschen.

Vielleicht hat der eine oder andere mal eine alte Holzbank am Wegesrand stehen sehen, deren Leisten tiefe Riefen hatten. Die Riefen sind entstanden, weil die weichen Holzbestandteile im Laufe der Zeit verschwunden sind. Übrig geblieben sind die harten Teile und das vorhin beschriebene Relief.



Zurück zum Wunsch, den Farbton des Holzes nicht verändern zu wollen: Es gibt mittlerweile etliche Lasuren, die so pigmentiert sind, dass sie sich dem ursprünglichen Holzfarbton annähern. Und diese Lasuren sind die Sonnencreme für die Gartenbank.

Andersherum: ist die alte Gartenbank in Ehren ergraut, freut sich das Gärtnerauge durchaus über einen neuen farbigen Look und übertüncht das Grau - mit welchem Farbton auch immer.

Holzlasur von Auro
Deko privat

Donnerstag, 3. April 2014

Shirt und Farbdreiklang

Was hat ein Shirt mit Farbgestaltungsregeln zu tun? Erstmal nicht viel.

Als ich aber letztens den Simply-Boats-Stoff von Hamburger Liebe kaufte, suchte ich nach einem passenden Kombistoff und fand ihn. Gestern wurde mein Shirt fertig.


Was soll nun aber das Stichwort Farbdreiklang in der Überschrift?

Farbdreiklang meint eine Weise, Farbtöne miteinander zu kombinieren. Du kannst die Primärfarben rot, blau und gelb miteinander kombinieren um einen Dreiklang zu erhalten oder aber Du kombinierst die Sekundärfarben grün, lila und orange, so wie hier.

Um die Gestaltung nicht zu bunt erscheinen zu lassen, hat es sich bewährt, die drei Farben in unterschiedlicher Gewichtung zu kombinieren, also in diesem Fall viel grün, mittelmäßig viel lila und ein kleines bisschen orange.


Was bei einem Shirt funktioniert, funktioniert auch in Wohnräumen. Versprochen.
Und weil das Shirt nur für mich ist, landet es heute bei RUMS.

Freitag, 28. März 2014

Weiß macht Wände hell - oder?

Immer wieder kommen Kunden zu mir in den Laden mit der Anforderung, dass der zu gestaltende Raum möglichst hell sein soll. Frage ich nach einer Idee für die Wandgestaltung, kommt dann häufig die Antwort "weiß" in Kombination mit dem bevorzugten Material.

Nun ist weiß aber schwierig. Weiß ist nämlich, auch wenn das Pigment Titandioxid im Spiel ist, die Abwesenheit von Farbe und pure Reflexion von Licht.

Weiß lässt sich nicht abdunkeln oder aufhellen wie alle anderen Farben (Schwarz ebenfalls ausgenommen).

Wenn also ein Schatten auf eine weiße Fläche fällt, wirkt die weiße Fläche im Schattenbereich sofort grau. Beschattet man eine farbige Fläche, wird lediglich der Farbton dunkler.


Dieses Bild illustriert sehr gut, was ich meine: Im Farbenraum sind die schräge Decke und ein schmaler Streifen Wand zur Decke hin weiß gestrichen, der Rest der Wand ist sandfarben. Der sandfarbene Farbton bleibt auch in den Schattenbereichen als eigenständiger Farbton erkennbar, während die weißen Flächen im Schattenbereich nicht mehr weiß sind.

Die Schlussfolgerung lautet also: Wenn Du einen Raum möglichst hell gestalten möchtest, dann verwende ein mit irgendeinem Farbton gebrochenes weiß und kein reines weiß um graue Schattenbereiche zu vermeiden.

Freitag, 14. März 2014

Heldenmarkt Ruhr - Gewinnt zwei Eintrittskarten

Die nächste Messe steht an:
Gemeinsam mit den Kollegen vom Arbeitskreis Ökobau Ruhrgebiet nehme ich am Heldenmarkt in Bochum teil. Untertitel der Messe: Messe für nachhaltigen Konsum.


Die Messe hat geöffnet
Freitag, 21. März von 16:00 bis 20:00 Uhr
Samstag, 22. März von 10:00 bis 20:00 Uhr
Sonntag, 23. März von 10:00 bis 18:00 Uhr

und findet statt in der Jahrhunderthalle in Bochum.

Ich bin gespannt, was uns erwartet und freue mich, den einen oder anderen meiner Kunden dort zu treffen.

Wer eine der beiden Eintrittskarten gewinnen möchte, schreibt bitte bis zum 17.3.14 18:00 Uhr einen Kommentar. Ich lose dann am Dienstag die beiden Gewinner aus und schreibe Euch wegen Eurer Postadresse an.

Samstag, 8. März 2014

So geht's: zweifarbige Wände

Ich habe in meinem Beitrag zur DaWanda Wohnparade von meinen nur teilweise farbig gestrichenen Wänden erzählt. Ich wollte in meiner Fachwerkhauswohnung farbige Wände haben, aber nicht den Blick auf den unebenen Übergang von Wand zu Decke lenken und deswegen habe ich meine Wände nur in den unteren zwei Dritteln farbig gestaltet.

Und so ist die Wandgestaltung entstanden:
Es ist zu Anfang unbedingt nötig, alles Werkzeug bereitliegen zu haben, nämlich Wasserwaage, Zollstock, Bleistift und Malerkrepp. Per Malerkrepp kann testweise die gewünschte Höhe markiert werden. Manchmal benötigt es mehrere Versuche, bis eine gute Proportion zwischen bunt und weiß gefunden ist, und manchmal ist beim ersten Testklebestreifen die richtige Stelle gefunden. In meinem Fall habe ich die Trennung auf 164,5 cm gelegt.

Wenn die passende Höhe bestimmt ist, wird an einer Stelle des Raumes das Maß per Zollstock ausgemessen und mit einem Bleistift markiert. Dann die Wasserwaage waagerecht an die Markierung anlegen und mit dem Bleistift eine dünne Linie daran entlangziehen. Die Wasserwaage zum Ende der Linie versetzen, wieder in die Waagerechte bringen und die Linie weiterzeichnen. Auf diese Weise einmal den Raum umrunden.
Es ist wichtig, diese etwas umständliche Methode zu wählen und nicht die Höhe an verschiedenen Stellen des Raumes vom Boden auszumessen und eine Linie entlang der Markierungspunkte zu ziehen. Ist nämlich der Boden schief, wird auch die Farbtrennung unregelmäßig, wenn man auf die Wasserwaagenmehtode verzichtet. Das Ergebnis sieht dann nicht berauschend aus, ich habs ausprobiert.

Wenn die Linie fertig gezogen ist, einen Streifen Malerkrepp knapp oberhalb der Linie aufkleben und darauf achten, dass beim Übergang von einem Kreppstreifen zum anderen kein Versatz entsteht. Man sieht zum Schluss auch Mini-Versätze. Exaktes Arbeiten lohnt sich!

Als nächstes wird die untere Kante des aufgeklebten Klebestreifens mit der Farbe übermalt, die im oberen Bereich der Wand ist. In meinem Fall ist es weiß. Auch dieser Mehraufwand lohnt sich, da durch das Übermalen der Klebebandkante diese versiegelt wird. Es kann beim eigentlichen Streichen dann keine Farbe mehr unter das Klebeband laufen und unschöne Nasen verursachen.



Ist die Farbe getrocknet, kann die Wand im unteren Teil im gewünschten Farbton gestrichen werden. Das Trennungsklebeband sollte entfernt werden, solange die Farbe noch feucht ist. Das vermeidet Farbabplatzer an der Kante.

Fertig!

Freitag, 28. Februar 2014

DaWanda Wohnparade

Bei DaWanda läuft bis heute einschließlich eine Aktion mit dem Titel "Wohnparade" und der Frage, was das eigene Zuhause beonders macht. Dazu gibt es vier Fragen, die mit einem Foto beantwortet werden können.

Die erste Frage ist die nach der Lieblingsecke und nach dem Warum. Mein Lieblingsplatz ist mein Sofa. Von dort aus kann ich wunderbar in den Garten schauen, dort kann ich lesen, häkeln, faulenzen. Noch dazu ist es lila, meine absolute Lieblingsfarbe.

Die zweite Frage ist die nach dem Selbstgemachten in der Wohnung. Zum einen kann ich diese Frage mit meinen Sofakissen beantworten. Der Stoff ist ein Baumwolldekostoff aus meinem Laden. Mir gefallen die vielen verschiedenen Grüntöne in Kombination mit dem lila Sofa sehr gut.
Zum anderen kann ich die Frage nach dem Selbstgemachten mit der Wandgestaltung beantworten. Ich lebe in einem Fachwerkhaus aus dem Jahr 1775, und entsprechend uneben sind Wände und Decken. Ich wollte meine Wände unbedingt farbig streichen, aber nicht die Unebenheiten im Übergang von Decke zu Wand betonen. Die Lösung war, die Wände nur zu 2/3 farbig zu streichen und den oberen Teil weiß zu lassen.
Gestrichen habe ich mit Lehmwandfarbe von Casa Natura, Farbton minzgrün, ebenfalls aus meinem Laden. Wie Ihr zweifarbige Wände handwerklich perfekt gestaltet, findet Ihr hier.

Die dritte Frage will wissen, was einem zuerst begegnet, wenn man meine Wohnung betritt. Im Windfang liegt ein alter schwarz-weißer Steinfußboden im Schachbrett-Look.
Am oberen Bildrand sieht man die derzeitigen Wintergäste. Einige meiner Pflanzen müssen frostgeschützt überwintern, und der Windfang hat sich als ideales Gewächshaus bewährt.

Die vierte Frage fragt nach dem Einrichtungsgegenstand, auf den ich besonders stolz bin. Stolz ist vielleicht der falsche Ausdruck, aber ich bin sehr glücklich darüber, dass ich vor einigen Jahren für sehr kleines Geld eine gebrauchte Massivholzküche aus Erle kaufen konnte. Eine solche Küche war immer mein Wunsch, den ich unter "wird nicht wahr" abgelegt hatte. Es kam anders und wurde wahr.
Ich habe auf Fliesen hinter der Arbeitsplatte verzichtet und mir stattdessen von meinem Handwerkerkollegen Carsten einen geölten Kalkputz anbringen lassen. Die Fläche ist fugenlos, was ich sehr schön finde und durch das Öl an der Oberfläche ganz glatt. Der blaue Farbton ist durchs Ölen ebenfalls kräftiger geworden.