Dienstag, 16. August 2016

In Planung: Büroraum


Vor zwei Jahren ist mir Wasser in den Laden gelaufen. Von Außen, unter den Fußboden. Wir haben den Boden geöffnet, damit das Wasser aus dem Raum raustrocknen konnte und dann hinter uns die Tür zugemacht und das Chaos stehen gelassen. Das Farbenlager ist an eine andere Stelle im Laden umgezogen und der Laden ist insgesamt kleiner geworden. Vieles Andere war dann wichtiger. Mir war es nur wichtig, dass sich kein Schimmel im Gebäude bildet, und das haben wir erreicht.

Nun sind Zeit und Kraft vorhanden, den Raum wieder gängig zu machen und ihm eine neue Bestimmung zu geben. Mein Mann baut sich sein Büro in dieses Zimmer und so stellte sich uns die Frage nach einer passenden Gestaltung.

Wir haben mit der Planung nicht auf dem weißen Papier angefangen, da Möbel, Fenster und Tür vorhanden waren. Dazu haben wir eine Seekiefer-Diele mit farbiger Oberfläche bestellt - die Gelegenheit war günstig.



Um das Puzzle zu komplettieren, haben wir uns nach der Bestandsaufnahme auf die Suche nach passenden Farbtönen für die Wände gemacht. Mein Mann wollte zwei Farbtöne haben, das war die Vorgabe. Seine weitere Ansage war dann: denk Dir was aus und ich schaue es mir an.

Ich bin vor einiger Zeit bei Pinterest über die Farbpaletten von Design Seeds gestolpert. Hinter diesem Label steht eine us-amerikanische Designerin. Sie nimmt sich Fotos her und stellt neben die Fotos die darin enthaltenen charakteristischen Farbtöne, immer fünf oder sechs.

Bei meiner Ideensuche für ein endgültiges Farbkonzept für das Büro habe ich dann durch meine Design-Seeds-Sammlung bei Pinterest durchgeklickt und ein neues Board angelegt mit Fotos, die bereits einen Großteil der im Büro vorhandenen Farbtöne abbilden. Bei der Auswahl der Fotos war es mir wichtig, ausschließlich Naturmotive zu nehmen, da Farbkombinationen in der Natur immer harmonisch sind.

Mein Mann hat sich meine Vorauswahl angesehen und dann zwei Fotos ausgewählt, die ihm am meisten gefielen, und das waren "Feathered Hues“ im oberen Bereich des Boards und „Hydrangea Hues“ im unteren Bereich.

Um den Begriff "passgenaue Raumgestaltung" für Dich greifbarer zu machen, habe ich meinen Mann nach seinen Überlegungen bei der Farbauswahl gefragt. 

ihm gefällt das Spannungsfeld zwischen gelblastigen und blaulastigen Farben
er möchte sein neues Büro eher unbunt mit bunten Akzenten gestalten
er geht in Resonanz mit blau, gelb-grün (Blätter, die im Frühling austreiben, stark aufgehellt), gelb-orange
er assoziiert die Kombination blau-grün mit tiefem Frieden, außerdem mit Natur, grünen Blättern, blauem Himmel, bei strahlendem Sonnenschein
er empfindet Erdfarben als angenehm, fühlt sich aber nicht stark von diesen Farben angezogen

Schlussendlich fiel seine Wahl dann auf die Farbpalette "Feathered Hues" und wir suchten für die Wandflächen einen Grauton und ein leuchtendes grün aus, beides in sehr heller Farbabstufung.

http://www.design-seeds.com/creatures/feathered-hues20


Das Orange der Farbzusammenstellung findet sich in den Rolläden der Büroschränke wieder, die die meiste Zeit über geschlossen sein werden. 

Ich fragte meinen Mann in einem nächsten Schritt, wie genau er sein neues Büro nutzen möchte. Die Antwort war, dass er dort nicht nur am Computer arbeiten sondern auch Musik hören und Fachbücher lesen möchte. Dazu wünschte er sich eine bequeme Sitzgelegenheit und eine Lichtquelle, die den Raum nicht komplett ausleuchtet.
Bei der Möblierungsplanung fiel auf, dass sich Schränke und Schreibtisch in einer Zimmerhälfte konzentrieren und die andere Zimmerhälfte leer ist. An diese Stelle sollen ein Sitzsack-Möbelstück in orange und eine Stehlampe kommen.

Und was genau ist an der Planung nun passgenau, wirst Du Dich vielleicht fragen?

Zum einen ist es das Farbklima. Mein Mann ist bei seiner Arbeit von Farbtönen umgeben, die ihm gefallen. 
Zum anderen haben wir darauf geachtet, dass die Möblierung zu den Tätigkeiten passt, denen mein Mann im neuen Büro nachgehen möchte. Auch der Sitzsack ist passgenau - ich  für meinen Teil kann damit gar nichts anfangen, mein Mann liebt Sitzsäcke.

Wenn das Büro fertig ist, erscheint der zweite Teil des Artikels.

Bis dahin freue ich mich, von Dir in den Kommentaren oder auf der Facebook-Seite zu lesen.

Freitag, 29. Juli 2016

Dachräume gestalten


Werbung. Räume mit Dachschrägen stellen Dich gestalterisch vor eine anspruchsvolle Aufgabe. Du hast es plötzlich mit einer oder mehreren Flächen zu tun, die auf Dich zukippen und sich dadurch anders bemerkbar machen als lotrechte Wände. Trotzdem möchtest Du eine ansprechende Gestaltung in diese Räume bringen - nur wie?

Foto: Velux

Fang damit an, den Raum zu analysieren. Dabei helfen Dir folgende Fragen:

  • Wie viele Dachschrägen gibt es?
  • Gibt es eine Giebelwand?
  • Gibt es eine andere lotrechte Wand, also eine, die aufrecht steht und im Idealfall rechteckig ist?
  • In welche Himmelsrichtung weisen die Fenster?
  • Gibt es Dachfenster?

Nachdem Du die Fragen beantwortet hast, hast Du einen guten Überblick über Deinen Raum.

Der nächste Schritt sind Überlegungen zur Fensterdekoration.

  • Welcher Zweck soll von der Fensterdekoration erfüllt werden? Verdunklung, Sonnenschutz, Sichtschutz, eventuell eine Kombination?
  • Was gefällt Dir optisch am besten? 
  • Eher ein Plissee oder ein Raffrollo? 
  • Ein ganz glattes Rollo zur Verdunklung? 
 
Foto: Velux

Sehr viele verbaute Dachfenster sind von Velux. So liegt es nahe, dass dazu passende Fensterdekoration im Velux-eigenen Onlineshop zu finden ist. Du findest dort Einrichtungsbeispiele und Fotos von Räumen mit dekorierten Dachfenstern. Mir persönlich war nicht bewusst, dass es auch Raffrollos für Dachfenster gibt. Ich war davon ausgegangen, dass es Plissees gibt - so eins hatte das Dachfenster meiner vorherigen Wohnung - und Rollos, und dann stöberte ich durch den Onlineshop und fand etliche Alternativen. Wieder was gelernt.

Welcher Farbton soll es sein? Ich habe absichtlich diese Reihenfolge bei der Entscheidungsfindung gewählt, weil die Farbenvielfalt bei der Fensterdekoration nicht so groß ist wie bei der Wandfarbe. Es ist einfacher, die Wandfarbe an ein Rollo anzupassen als umgekehrt.

Ein vollständig geschlossenes Rollo ist eine große eigenständige Fläche auf der Dachschräge und damit ein potentielles Gestaltungselement. Ein helles geschlossenes Rollo kann eine Fensterfläche auf der Dachschräge verschwinden lassen.

Suchst Du Dir dagegen eine kräftige Farbe aus, tritt sie mal in Erscheinung und mal nicht, je nach dem, wie weit das Rollo zugezogen ist. Um ein solches Rollo gut in die Raumgestaltung einzubeziehen, ist es sinnvoll, weitere Farbflächen im Rollo-Farbton auf einer oder mehreren Wandflächen anzulegen. Du erschaffst auf diese Weise optische Bezüge und hältst den Raum gestalterisch zusammen.

Weiter geht es mit der Wahl der Wandfarbe. Dazu solltest Du wissen, dass helle Farbtöne die Dachschrägen optisch in den Hintergrund treten lassen und dunkle Farbtöne die Dachschrägen betonen.

Möchtest Du mit zwei Farbtönen arbeiten? Da sind wir wieder bei den Farbfeldern von oben - passend zum Rollo. Überlege Dir, an welcher Stelle Du den Farbwechsel machst. 
 
Im Idealfall liegt der Farbwechsel nicht genau in einer Wandecke, da Du sonst eventuelle Unebenheiten betonst. 
 
Leg stattdessen die Farbfelder auf den Wänden so an, dass sie in einigem Abstand zur Ecke aufhören. So erzeugst Du gerade Linien wo bauseits vielleicht keine sind und beruhigst den Raum optisch.

Gibt es in Deinem Raum eine Deckenfläche? Willst Du die Decke weiß streichen oder farbig? 

Auch am Übergang von der Wand zur Decke ist es sinnvoll, den Farbwechsel aus der Ecke herauszuholen, um etwaige Unebenheiten verschwinden zu lassen.

Hast Du weitere Fragen zur Gestaltung von Dachräumen? Schreib es mir in die Kommentare oder auf der Facebook-Seite. Ich freue mich, von Dir zu lesen.

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Velux.

Sonntag, 26. Juni 2016

Seminar: Raum und Farbe

Am Donnerstag den 30.6.16 halte ich gemeinsam mit meinen Kollegen Carsten de Beyer von natürlich schöne Wände und Carina Simons von der LehmOase einen Vortrag zum Thema

Raum und Farbe - individuelle Lebensräume gestalten mit gesunden Farben

Das Ganze findet beim Freien Bildungswerk in Bochum statt und beginnt um 19 Uhr.



In drei Stunden werden wir unsere Arbeit vorstellen und eine Menge Interessantes zum Thema Farbe und Raum erzählen.

Ich stelle Möglichkeiten vor, die eigenen Farbvorlieben sichtbar zu machen und diese dann mit den Ansprüchen der Mitbewohner abzugleichen.



Carina und Carsten erzählen dann über die Ausführung auf der Baustelle. Der Schwerpukt liegt dabei auf der Verwendung natürlicher Materialien wie Lehm, Kalk und Baumwolle.

Zwischendrin hat jeder Seminarteilnehmer die Möglichkeit, Lehmfarbe im Lieblingsfarbton anzumischen und davon eine Probe mit nach Hause zu nehmen.

Anmeldungen bitte direkt über das Freie Bildungwerk in Bochum. Der Teilnehmerbeitrag beträgt 12,00 €.

Montag, 30. Mai 2016

DaWanda Wohnparade 2016

DaWanda hat wie schon vor zwei Jahren zur Wohnparade eingeladen. Es geht dabei darum, in Wort und Bild besondere Ecken der eigenen Wohnung vorzustellen. Freu Dich heute also auf einen Blick durchs Schlüsselloch in meine Wohnung.

Was ist für Dich das Besondere an Deinem Zuhause?
Das Besondere ist für mich das Haus an sich. Ich lebe in einem Fachwerkhaus, dessen jüngerer Teil mit 1775 datiert ist. Über der Eingangstür ist ein Segensspruch eingebaut, auf dem steht: 
"Got bewahre dises Haus 
für Feuer und Brand und 
segne es mit foler Hand 
Johannes Kassper Nieder
drengt Anno 1775“


Ich finde es wunderbar, einen solchen Segensspruch im Haus zu haben und noch viel wundervoller, dass wir diese Inschrift bei der Sanierung des Hauses vor 25 Jahren gefunden haben.
Wie lange es den älteren Teil schon gibt, wissen wir nicht. Dass das Haus in zwei Teilen gebaut wurde, kann man im Esszimmer sehen. Die Wand zur Küche hin ist die alte Hauswand mit Bruchsteinsockel im unteren Teil und obendrüber Fachwerk. Um in die Küche zu kommen, muss man zwei Stufen hochgehen, die ehemaligen Eingangsstufen. 


Welche Ecke in Deinem Zuhause magst Du ganz besonders?
Im Sommer mag ich besonders das Esszimmer, weil ich von dort aus schnell in den Garten gehen kann. Wenn die Gartentür auf ist, habe ich diesen Blick: 


Hast Du in Deiner Wohnung etwas selbstgemacht?
 
Selbermachen hat in meinem Leben einen großen Stellenwert. Im Esszimmer fängt es an mit den zweifarbigen Wänden, geht weiter mit den Stuhlkissen am Esstisch, der Wohnzimmerdeko aus Amrum-Muscheln, Weihnachtskugel und Lichterkette und hört auf mit den Amrum-Fotos an der Wand. 



Auf welchen Einrichtungsgegenstand in Deiner Wohnung bist Du besonders stolz?
Ich mag jeden einzelnen Einrichtungsgegenstand in meiner Wohnung - zum Glück. Bleibe ich bei den Möbeln im Esszimmer, ist es der Esstisch, den mein Vater entworfen und gebaut hat. Mir gefällt, dass der Tisch fast schwerelos wirkt durch die gebogenen Beine und die getönte Glasplatte. Wenn man von oben in auf den Tisch schaut, sieht man dieses: 


Eine weitere Geschichte über das Fachwerkhaus findest Du hier: Wir haben vor zwei Jahren die Nordfassade erneuert und dabei einige Überraschungen erlebt.
Wenn Du immer die neuesten Artikel lesen möchtest, folge mir auf Facebook. Ich freue mich!

Freitag, 20. Mai 2016

Wohnfarben und Kleiderfarben


Wir umgeben uns mit Farben, sehr nah dran am Körper durch unsere Kleidung und etwas weiter weg vom Körper in unseren vier Wänden. 
 
Dabei besteht ein Unterschied zwischen Kleider- und Wohnfarben
 
Wahrscheinlich hast Du schon einmal von einer Typ- oder Stilberatung gehört. Im Rahmen dieser Beratung erfährst Du, welche Kleiderfarben, Stoffe und Schnitte Dich ins rechte Licht rücken. Wie das Ganze mit Augenfarbe, Hautton und Haarfarbe harmoniert. 
 
Ich bin auf diesem Gebiet kein Profi, finde die Ergebnisse einer solchen Beratung immer wieder spannend. Die ausgewählten Farbtöne sind nur für Dich, sie heben Dich und lassen Dich gut fühlen.

Bei Wohnfarben ist es genau so und doch anders.

Genau wie Kleiderfarben müssen Wohnfarben perfekt zu Dir passen - und zu Deinen Wohnungsgenossen. 
 
Und da ist der erste Unterschied
 
In den meisten Fällen hast Du Mitbewohner. 
 
Der allerwichtigste Mitbewohner ist in den folgenden Überlegungen Dein Partner oder Deine Partnerin. Denn genau so wie Du hat er oder sie auch Farbvorlieben. Und aber wahrscheinlich andere als Du. Da die Wohnung Eure gemeinsame ist, muss die Raumgestaltung Euch beiden richtig gut gefallen. Ein "na ja, geht so“ gilt bei der Gestaltung nicht. 
 
Aber warum?
 
Jeder Mensch hat Farbtöne, die ihm richtig gut gefallen. Das sind die Lieblingsfarben. Außerdem hat (fast) jeder Mensch Farbtöne, mit denen er gar nicht kann. Diese Farbtöne werden sich weder in der Garderobe noch in der Wohnung finden. Als dritten Punkt gibt es „tut nix“-Farbtöne. Das sind die Farbtöne, zu denen weder Zuneigung noch Ablehnung besteht.
 
Wenn Du Eure gemeinsame Wohnung nach Deinen Farbvorlieben einrichtest, kann es sein, dass Dein Partner oder Deine Partnerin dort Farbtöne vorfindet, die Ablehnung hervorrufen. Vielleicht auch nur unterschwellig. Ablehnung oder nicht-mögen erzeugt Stress, bewusst oder unbewusst. Und gerade unbewusster Stress bringt Spannung in Euer Miteinander.
 
Deswegen wiederhole ich mich: In Eurer gemeinsamen Wohnung muss Euch beiden die Raumgestaltung richtig gut gefallen.
 
Sprecht über Eure Ideen. Und legt Materialmuster auf den Tisch. Und Farbmuster. Es funktioniert nicht, über Farbtöne und Materialien zu sprechen, die Du nicht siehst. Das menschliche Gehirn kann sich Farbtöne einfach nicht merken, und das ist jetzt keine Männer-Frauen-Geschichte. Keiner kann das.
 
Wenn Ihr nicht weiterkommt oder aneinander vorbei redet, dann holt Euch Hilfe und bucht eine Wohnberatung

Der zweite große Unterschied zwischen Wohnfarben und Kleiderfarben ist die Farbintensität
 
Deine Kleidung ist meist viel farbiger und im Farbton viel kräftiger als Deine Raumgestaltung. Eine einzige Wand im kräftigen Farbton halten die meisten Menschen gut aus. Aber nicht mehr. Einen dunklen Fußboden können sich auch viele Menschen gut anschauen. Und trotzdem ist in Räumen die Hell-dunkel-Verteilung anders als bei Kleidung.
 
Auch das Verhältnis von bunt zu unbunt kann ein ganz anderes sein.

Ich habe Dir als Beispiel eine Collage aus Materialien und Farben in unserer Wohnung und meinen T-Shirt-Stapel fotografiert. 
 
 
 
Ich liebe in beiden Fällen die Farbauswahl, auch wenn ich einen Großteil der Farbtöne in der Wohnung nie als Kleidung tragen würde, einfach weil es mich nicht gut aussehen lässt. 
 
 
 
Andersherum kommt ein kräftiges lila und ein Mintgrün auch in unserer Wohnung vor. Es kann also auch Überschneidungen geben.

Wenn Du magst, dann geh in Deiner Wohnung auf Entdeckungsreise und erstell Dir eine Wohnfarbpalette. Und schau in Deinen Kleiderschrank und in den Deines Partners. Sei neugierig auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede.

Für alle passende Wohnfarben erhöhen das Wohlbefinden und reduzieren Stress. Da Eure Wohnung Ort des Wohlfühlens, der Regeneration und des Rückzugs sein soll, ist es wichtig, an dieser Stelle besonders pingelig zu sein und lieber drei Abstimmungsgespräche zu viel zu führen als zu wenig.

Wenn Du weitere Fragen zu diesem Thema hast, dann schreib sie mir in die Kommentare oder auf die Facebook-Seite. Ich freue mich, von Dir zu lesen!


Dienstag, 10. Mai 2016

Fußboden: Material, Farbe und Wirkung

Ich weiß aus vielen Gesprächen mit meinen Kunden, dass gerade bei der Anschaffung eines neuen Bodens große Unsicherheit im Spiel ist. Der Wunsch, die richtige Entscheidung zu treffen, ist immer wieder deutlich spürbar. 

In diesem Artikel findest Du eine Entscheidungshilfe für die Fußbodenwahl, beginnend mit den harten Kriterien Raum und Material. Danach gehe ich auf die weniger gut fassbaren Kriterien Farbgebung und Farbwirkung ein.

Zu Beginn Deiner Überlegungen steht der Raum, um den es geht. Meist sind durch die Raumnutzung technische Anforderungen vorgegeben wie zum Beispiel ein fußwarmer Bodenbelag in Schlaf- und Kinderzimmern, Bürostuhleignung im Arbeitszimmer oder hohe Beanspruchbarkeit in Wohnzimmer, Flur und Küche. Ein Badezimmer stellt wieder andere Anforderungen.

Wenn Du die technischen Anforderungen herausgefunden hast, ergibt sich daraus eine Materialauswahl
 


Ich komme zu dem ersten weniger gut fassbaren Punkt Farbgebung.

Wahrscheinlich planst Du Deinen Raum nicht komplett neu. Du wirst vielleicht Möbel oder Vorhänge haben, die Du weiterhin benutzen möchtest. Schau Dir an, wie der Farbraum der Dinge ist, die bleiben sollen.

Schau Dir nun wieder Deine Materialwahl an. Eine wie große Farbauswahl hast Du?

Naturmaterialien wie Holz, Stein, Kork und Teppiche aus Naturfasern sind in der Regel unbunt und in der Menge der Farbtöne begrenzt. Trotzdem passen die Farbtöne in jeden Farbraum, das ist das Faszinierende an Naturmaterialien.

Industriell hergestellte Bodenbeläge wie Fliesen, Linoleum, PVC, Vinyl und die meisten Teppichböden sind in jedem erdenklichen Farbton erhältlich, einmal um den Farbkreis herum. Wenn Du einen solchen Bodenbelag ausgesucht hast, dann finde einen Farbton, der in Deinen Bestandsfarbraum passt.  
 

Der zweite schlecht fassbare Punkt ist die Farbwirkung

Du trittst Deinen Boden mit Füßen, das soll so sein. Dein Fußboden verleiht Dir sicheren Stand, ist Dein Fundament. Wenn Du barfuß über eine Wiese läufst, bist Du in unmittelbarer Verbindung zur Erde. Du bist ge-erdet.

Dein Fußboden soll Dir Stabilität bieten, physisch und optisch. Physische Stabilität erreichst Du recht einfach. Ein Fußboden, der waagerecht liegt, erfüllt die Anforderung.

Optische Stabilität klingt da anspruchsvoller. Aber im Grunde erreichst Du das auch schnell. Geh raus an unbebaute Orte, in die Natur. Schau Dir an, wie dort der Boden aussieht. 

Du wirst unbunte, dunkle Farbtöne finden, wie am Waldboden, auf Geröllfeldern oder auf Feldwegen. Und Du wirst Grüntöne finden, zumindest in diesen Breiten. An den Küsten findest Du Sand, auch unbunt, aber eher hell. Allen Farbtönen gemeinsam ist, dass sie stumpf und nicht glänzend sind.

Wenn Du Dich an den Vorgaben der Natur orientierst, hast Du auch einen optisch stabilen Boden. Wenn Du dann noch den Bodenfarbton dunkler als den Wandfarbton wählst, kannst Du nicht viel falsch machen, denn unser Farbverstehen und unser Wohlfühlen sucht immer nach dem, wie es die Natur vormacht. 
 

Im Gegensatz dazu fehlt glänzenden und sehr hellen Bodenbelägen die optische Stabilität. Wenn Du dunkle Möbel auf einen sehr hellen Boden stellst, fangen sie scheinbar an zu schweben. Menschen kommen auf solchen Böden aus dem Tritt, ins Schwanken, werden instabil.

Genau diesen Effekt machen und machten sich Herrscher in ihren Palästen zu Nutze. Dort sind sehr häufig fast weiße, glänzende Böden zu finden. Ein schwankender Untertan wird nicht aufmucken. Nur: Möchtest Du diesen Effekt in Deiner Wohnung erzielen?

Hast Du weitere Fragen zur Fußbodenwahl oder auch ganz andere Fragen? Schreib es in die Kommentare oder auf die Facebook-Seite. Ich freue mich, von Dir zu lesen.


Samstag, 30. April 2016

Rezension und Verlosung: Tapetenwechsel

Malbücher für Erwachsene sind im Trend, liest man derzeit häufig. Und: die Hersteller von Buntstiften haben Lieferschwierigkeiten. Ich gebe zu, ich habe dazu beigetragen.

DVA hat diesen Trend aufgegriffen und ein weiteres Malbuch herausgebracht. "Tapetenwechsel. Das Ausmalbuch." von Natalia Price-Cabrera.



Das Buch enthält 20 Tapetenentwürfe vom 18. Jahrhundert bis heute, die ausgemalt werden können.

Im Vorwort gibt es einen Abriss darüber, wie Tapete im Lauf der Jahrhunderte genutzt wurde. 
Jedes der 20 Tapetendekore wird zeitlich eingeordnet und auch die gerade herrschende Stilepoche wird beschrieben. Dazu gibt es drei kleine Quadrate mit dem Tapetendekor, um verschiedene Farbkombinationen auszuprobieren, eine ganze Seite mit dem Tapetendekor und danach eine Doppelseite mit einer Collage aus Tapete und den zur Epoche passenden Möbeln, Lampen, weiterer Dekoration und Hund oder Katze. Am Ende des Buches gibt es die Original-Farbpalette zu jeder Tapete.

Wenn Du Spaß an Einrichtung hast oder einen Blick in Wohnzimmer(Collagen) vom 18. Jahrhundert bis heute werfen möchtest, ist das Buch spannend für Dich. Der Schwerpunkt des Buches liegt ganz klar auf Ausmalen, keine Frage. 

Ich persönlich finde das Konzept des Buches genial. Es ist ein Malbuch für Erwachsene mit Bonusmaterial in Form von Texten und einigen Fotos von Tapeten aus alter Zeit. Auch die Vorab-Versuchsflächen für unterschiedliche Farbzusammenstellungen finde ich super. Und ich habe eine Menge über Tapete gelernt. Wusstest Du zum Beispiel, dass zu Anfang Tapeten (knapp nachdem Druckmaschinen erfunden waren) auf die Rückseite verbotener Schriften gedruckt wurden? Ich wusste das nicht und hatte eine Menge Spaß als ich die Einleitung gelesen habe.

Da ich momentan zeitlich knapp dran bin und nicht zum Malen kommen werde, möchte ich das Buch verlosen.

Wenn Du das Buch gewinnen möchtest, hinterlass mir bis zum 6.5.16 einen Kommentar hier unter dem Post oder auf der Facebook-Seite. Bitte gib in den Blog-Kommentaren Deine E-Mail-Adresse an, damit ich Dich im Gewinnfall benachrichtigen kann.

Teilnehmen können alle erwachsenen Personen in Deutschland. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wird davon nicht beeinflusst.