Freitag, 10. November 2017

Wie Du in drei Schritten ohne Stress Deine Dachfensterdeko planst


Werbung. Ich bin ein großer Fan von Klarheit. Auch und gerade bei der Gestaltungsplanung. Deswegen möchte ich Dir heute zeigen, wie Du in drei Schritten Deine Dachfensterdeko planen kannst, ohne am Ende Frust zu haben, weil Du Dich von Deinem Partner nicht verstanden fühlst oder weil das Ergebnis völlig anders aussieht, als Du gedacht hast.
Viele Dachfenster sind von Velux. Wie bereits im letzten Jahr vorgestellt, hat Velux einen Onlineshop, in dem Du für Deine Veluxfenster Plissees, Raffrollos und Verdunklungsrollos bestellen kannst. Außerdem kannst Du dort Originalmuster der von Dir ausgewählten Varianten bestellen und das bringt mich zum ersten Schritt:
Du planst die Neugestaltung Deiner Dachräume und willst sichergehen, dass das, was Du haben möchtest, perfekt in Deine Räume passt.
 
Foto: Velux
Sammle Dir so viele Originalmuster wie möglich zusammen, die Deine Wohnumgebung abbilden.
Das können Wandfarbmuster sein, der Polsterstoff Deines Sofas, ein Stück von Deinem Bodenbelag, Holzmuster der Möbel und eben auch Originalmuster Deiner gewünschten neuen Fensterdeko.
Einige der Musterstücke bekommst Du im Baumarkt oder beim Fachhändler Deines Vertrauens kostenlos oder für einen kleinen Unkostenbeitrag. Dieser Betrag ist gut investiertes Geld, gerade dann, wenn Du zwischen mehreren Varianten schwankst und genau sehen möchtest, wie der Farbeindruck in Deinen Räumen tatsächlich ist. Licht und die Raumgeometrie haben nämlich einen erheblichen Einfluss auf die optische Wirkung der ausgewählten Materialien. Du kommst so nicht in die Verlegenheit, Ware, die Du bestellt hast und die Dir nicht gefällt, zurückschicken zu müssen, um dann eine Weile länger als nötig ohne Sichtschutz oder Verdunklung dazustehen.
Lege mit allen Deinen Musterstücken eine Materialcollage auf weißem Untergrund. Ordne die Musterstücke dabei so an, dass sich die Stücke treffen, die auch hinterher direkten Kontakt haben. Leg also das Musterstück, das für den Bodenbelag steht neben das, das für die Wandfarbe steht. Das Stück für die Möbel grenzt sowohl an das Bodenstück als auch an das Wandfarbenstück und so weiter. Leg die Musterstücke Kante an Kante oder sogar überlappend, um den weißen Untergrund auszublenden. Du kannst die Wirkung der Farbtöne am besten beurteilen, wenn sie in direkter Beziehung zueinander stehen.
Foto: Velux
Wenn die Collage fertig ist, sprich mit Deinem Partner darüber. Erkläre genau, welches Musterstück für welches Bauteil steht. Das bringt Dir sofort Klarheit darüber, ob Du gerade ausschließlich Deine Vorstellungen umsetzt oder ob Dein Partner sich die von Dir gedachte Gestaltung auch vorstellen kann. Reagiert Dein Partner ablehnend auf das eine oder andere Musterstück, dann sortiert es aus und schaut gemeinsam nach einer Alternative, die Ihr beide gut findet. Raumgestaltung sollte nicht zum Machtkampf ausarten, denn Ihr beide lebt in Eurer Wohnung und sollt Euch dort wohlfühlen. Mehr über passgenaue Raumgestaltung kannst Du in diesem Artikel nachlesen.
Wenn Ihr alle Gestaltungsentscheidungen gemeinsam getroffen habt, könnt Ihr im letzten Schritt anfangen, Eure neuen Räume herzurichten. Dadurch, dass alle Bestandteile des Raums vorab entschieden worden sind, kommt Ihr nicht in die Verlegenheit, zwischen Tür und Angel Gestaltungsentscheidungen treffen zu müssen, weil gerade jetzt wer zum Baumarkt fährt und Ihr ja noch xy braucht – kennst Du, oder?
Du siehst, dass eine Renovierung sehr stressfrei ablaufen kann, wenn Du Dir gemeinsam mit Deinem Partner vorab einen Gestaltungsplan machst. Ein Zeitplan hilft zusätzlich bei der Einschätzung, wie lange Eure Renovierung dauert. Ich freue mich, von Deinen Projekten zu lesen, hier in den Kommentaren oder auf der Facebook-Seite.
Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit Velux entstanden. Herzlichen Dank.

Freitag, 29. September 2017

Rezension: Zimmer mit Pflanze

Ich konnte erfolgreich eine Wissenslücke schließen.

Während des Farbdesign-Studiums kamen mein Ausbilder, meine Kollegen und ich auf die Frage, wie denn Zimmerpflanzen in die Raumgesaltung einbezogen werden können und was alles zu beachten ist. Wir fuhren zu einer Gärtnerei, die sich auf große Pflanzen auf Hydrokultur spezialisiert hat und hofften, dort Antworten auf unsere Fragen zu finden. Am Ende des Tages waren wir zutiefst beeindruckt von den dort stehenden Pflanzen aber keinen fitzel schlauer, wie denn das Zusammenspiel von Pflanze und Raum funktioniert.

Das war im April 2013.

Seither bin ich nicht wieder in die Verlegenheit gekommen, mich mit Zimmerpflanzen als Raumgestaltungselement zu befassen - von meinen drei Kakteen auf der Fensterbank im Wohnzimmer mal gar nicht zu sprechen. Sie sind schon etliche Jahre bei mir und ich stelle ihre Anwesenheit nicht in Frage.

Seit Montag habe ich Antworten auf die vielen vier Jahre alten Fragen zu diesem riesigen Thema, weil bei DVA ein Buch erschienen ist mit dem schönen Titel "Zimmer mit Pflanze", Autoren sind Landschaftsdesigner Ian Dummond und Interior-Expertin Kara O'Reilly.



Auf 178 Seiten wird kein Wohnbereich ausgelassen. Jedes Zimmer hat ein eigenes Kapitel mit vielen Inspirationen und handfesten Tips, welche Pflanze für welchen Lebensbereich passend ist.
Gleichzeitig bietet das Buch die Informationen auch sortiert nach den Standort- und Pflegeansprüchen der vorgestellten Pflanzen.

Es ist völlig egal, ob Du Dich dem Buch mit der Frage näherst, welche Pflanzen an einem hellen ... Standort stehen können oder ob es besonders geeignete Pflanzen für das Schlafzimmer, den Flur ... gibt, welche großen Pflanzen es gibt oder welchen minikleinen - Du findest Deine Antworten schnell und mit vielen ansprechenden Bildern begleitet.

Dazu gibt es zu Beginn des Buches eine Passage darüber, was Zimmerpflanzen konkret für die Raumluft tun können. Die Autoren verweisen auf Studien, die zum Thema Zimmerpflanzen geführt wurden und geben konkrete Gestaltungshinweise, die für alle Räume anzuwenden sind.
 Jede Pflanze, die auf einem der vielen Bilder zu sehen ist, wird in der Bildunterschrift mit botanischem und deutschem Namen aufgeführt. Das hat mir die Auswahl von zukünftigen Zimmerpflanzen sehr erleichtert. Ich habe schon etliche Male Pflanzen auf Fotos gesehen und gedacht, dass ich eine solche Pflanze gern hätte, wusste dann aber nicht, wie sie heißt. Deswegen gefällt mir dieses Detail besonders gut.

Im letzen Teil des Buches sind Hinweise zur Pflanzenpflege und zu Pflanzenschädlingen und eine lange Liste, welche Pflanzen für Haustiere nicht verträglich sind.

"Zimmer mit Pflanze" ist sicherlich nicht das erste Buch zu diesem Thema, mit Sicherheit aber ein sehr informatives.

Ich wünsche Dir viel Freude beim Lesen und beim Gestalten Deines Zimmers mit Pflanze - ich für mich habe viele neue Ideen und gehe am Wochenende Pflanzen kaufen. Und Töpfe. Und Dünger. Und so.

Das Buch wurde mir vom Verlag zur Verfügung gestellt - herzlichen Dank dafür. Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst.

Donnerstag, 30. März 2017

"Wohndesign ist eine sensuelle Erfahrung"

... sagen die Interiordesigner Fernando Tania und Monica Andina. 

Und wie komme ich jetzt darauf? Und warum ist dieser Satz einen eigenen Artikel wert?

Von vorne:

Ich habe mittlerweile etliche Wohnbücher angesammelt und freue mich darüber, jederzeit darin blättern zu können. Sie stehen endlich alle zusammen in einem alten Jugendstilschrank im Laden, nachdem sie jahrelang in Wohnung, Büro und Laden verteilt gewesen sind.

Im Buch „Liebe pro m2“ von Maria Spassov bin ich über folgenden Satz gestolpert: „Wohndesign ist eine sensuelle Erfahrung.“ So gesagt haben das die Interiordesigner Fernando Tania und Monica Andina aus Madrid und ich stimme ihnen aus vollem Herzen zu.



Warum?

"Wohndesign ist eine sensuelle Erfahrung."
Also eine sinnliche Erfahrung. 
Konkreter: Eine Erfahrung mit allen Sinnen.

Wenn Du einen Raum zum ersten Mal betrittst, sind alle Sinne auf Empfang. 

Zuerst die Nase, auch wenn ihre Meldungen oft überhört werden. Der Geruchssinn ist nämlich in einem der ältesten Teile des Gehirns angesiedelt und er ist das, was beim Baby zuerst funktioniert. Du stellst sehr schnell fest, ob Du etwas in dem Raum nicht riechen kannst oder ob Dich der Geruch an bestimmte Erlebnisse erinnert - positiv oder negativ.

Deine Augen erfassen, Farben, Formen und Hell-Dunkelkontraste. Sie lesen die Struktur des Raumes ab. Ist er gut gestaltet, gelingt es leicht. Ist er weniger gut gestaltet und etwas irritiert, entsteht ein schräges Bild.

Deine Ohren informieren Dich über die Beschaffenheit von Oberflächen. Sind sie glatt und hart, entsteht ein Hall oder sogar Echo im Raum. Je nach dem, ob Du Dich in einem Wohnzimmer oder in einer Kirche befindest, empfindest Du Hall und Echo als passend oder unpassend.

Deinen Tastsinn gibt es auch noch. Diese Meldungen erhältst Du, wenn Du eine Weile im Raum bist und anfängst, Oberflächen und Strukturen mit den Händen zu erforschen. Deine Füße melden etwas zur Bodenbeschaffenheit. Glatt, steinig oder rauh, weil der Schuh oder Strumpf hängen bleibt, und wenn Du barfuß läufst, die Oberflächentemperatur.


Andersherum formuliert: Materialien bedienen immer mehrere Sinne. Dein Gehirn gleicht alle eingehenden Informationen mit bisher gemachten Erfahrungen ab. Vera Birkenbihl hat es so formuliert, dass die linke Gehirnhälfte Informationen aufnimmt und sofort bei der rechten anfragt, ob es passende Bilder dazu gibt. Sie hat es auf die Spitze getrieben mit dem rollschuhfahrenden rosa Elefanten, zu dem es kein Bild gibt und spricht in so einem Fall von "halbhirniger Kommunikation". 

Ich schrieb weiter oben von einem schrägen Bild, das sich ergibt, wenn linke und rechte Gehirnhälfte nicht auf einen Nenner kommen. 

Je nach Materialwahl passiert auch in Räumen nonverbale halbhirnige Kommunikation. Ein beliebtes Beispiel ist Laminat. Es sieht aus wie Holz, ist aber an der Oberfläche ganz galtt und sehr kalt. Ein anderes Beispiel ist eine Fliese in Holzoptik. Sie mag an der Oberfläche strukturiert sein, aber auch dort stimmt die Oberflächentemperatur und der akustische Raumeindruck nicht.

Also ja, Wohndesign ist eine sensuelle Erfahrung.

Eine gelungene und in sich stimmige Raumgestaltung lebt davon, dass die verschiedenen Sinneseindrücke von Nase, Auge, Ohr, Tastsinn und allen anderen Sinneskanälen, die ihre Meldung ans Gehirn machen, stimmig sind. Je weniger Störfaktoren es gibt, desto besser für Dich.

Stell Dir bei Deinen Einrichtungsüberlegungen immer die Frage danach, ob Du ein Störgefühl hast und geh dem nach. Wenn Du herausfindest, was Dich persönlich stört, kannst Du nach Alternativen suchen. Ich schreibe deswegen "persönlich", weil immer Deine Erfahrungen Deine Empfindungen bestimmen. Deswegen gebe ich keine allgemeingültigen Materialempfehlungen. Ich mache Vorschläge, ja. Aber nicht mehr, denn Du lebst in Deinen Räumen und musst Dich dort wohlfühlen.

Ich weiß, dass dieser Artikel sehr theoretisch ist. Für mich gehört dieses Wissen aber zum Thema Raumgestaltung dazu. Mich interessiert die Frage, wie Wohnen und Gefallen funktioniert, und das ist ein kleines Puzzlestück.

Hast Du Fragen dazu? Meld Dich gern hier in den Kommentaren oder auf der Facebook-Seite. Ich freue mich, von Dir zu lesen.

Zitat aus: Maria Spassov: Liebe pro m2 S. 180 und 183
„Die Essenz des guten Designs ist für mich…“ 
„Alles das die Sinne anspricht … Materialien, Textilien, Farben, Kunst, Emotion. Wohndesign ist eine sensuelle Erfahrung.“
Fernando Tania und Monica Andina, Interiordesigner



Dienstag, 28. Februar 2017

Rezension: Winzig

Ich habe von 2002 bis 2003 ein Jahr lang in einem ausgebauten Bauwagen gelebt, mit Hochbett, Sitzgelegenheit, Schreibtisch, kleiner Küchenzeile, Bücherregal, Badezimmer mit Dusche und zwei Katzen, Gesamtfläche 12 Quadratmeter. Seitdem faszinieren mich kleine Wohnbehausungen und es bewegt mich immer wieder die Frage, wieviel Wohnfläche ich zum Wohnen brauche oder aber haben möchte. Das ist nämlich ein Unterschied.

Deswegen habe ich mich gefreut, dass bei DVA das Buch "Winzig" von Sandra Leitte (29,99 €) erschienen ist. Dort sind die Entwürfe, Pläne und Raumfotos von 39 kleinen Häusern aus aller Welt versammelt.



Die Projekte werden der Wohnfläche nach von klein nach groß sortiert präsentiert. Teilweise sind es mobile Gebäude, schwimmende Gebäude, Baumhäuser, modular zusammenzusetzende Häuser oder auch Schutzhütten in den Bergen oder in skandinavischen Wäldern.

Mir gefällt an dem Buch, sehen zu können, wie sich die zum Leben notwendige Möblierung auf kleinstem Raum unterbringen lässt. Vielfach sind gut durchdachte Einbauten zu sehen und auch Mehrfachnutzung von Möbelstücken. 

Und dann kehre ich beim Anschauen des Buches gedanklich zurück zu der Frage, wieviel Wohnfläche eigentlich wirklich wirklich nötig ist. Weitergedacht: wieviel Besitz ich haben und mit mir herumschleppen möchte. Sicherlich ändert sich sowohl die benötigte Wohnfläche als auch die Menge an Besitztümern je nach Lebensphase, und dennoch lohnt es sich für mich, immer mal wieder über diesen Themenkreis nachzudenken.

Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt. Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst.

Montag, 23. Januar 2017

Was Du von Deinen mag-ich-nicht-Farben lernen kannst

Alles um Dich herum ist farbig. Oder, wie es mein Ausbilder Roland Aull mal formuliert hat:

"Auf dieser Welt gibt es meines Wissens nichts, was nicht durch Farbe codiert ist."

Mit Deinen Lieblingsfarben wirst Du wahrscheinlich vertraut sein. Aber: sind es immer die gleichen? Sind die Lieblingsfarben in Deinen Wohnräumen auch gleichzeitig die Lieblingsfarben bei Deiner Kleidung? Haben Deine liebsten Pflanzen Deine Lieblingsfarben? Ist Deine liebste Fellfarbe eines Tieres (ich denke gerade an die Farbvarianten von Katzen und Pferden) tatsächlich die Farbe, die Du auf eine Frage hin als Deine Lieblingsfarbe angibst?

Du siehst, Farben stehen immer im Zusammenhang mit weiteren Komponenten. Es kommt immer darauf an, welchen Lebensbereich Du gerade anschaust und was in diesem Bereich Deine Lieblingsfarben sind.



Noch viel spannender als Lieblingsfarben sind mag-ich-nicht-Farben. (Fällt Dir ein besseres Wort für das Gegenteil von Lieblingsfarbe ein? Wenn ja, schreib mir doch!) Gibt es Farbtöne, die Du überhaupt nicht leiden kannst? In keinem Bereich Deines Lebens? Farbtöne, die nicht in Deiner Wohnung oder sonstwo sein dürfen? Farbtöne, bei denen es Dir körperlich oder gefühlsmäßig anders wird?

Ich behaupte, dass diese Abneigung etwas mit den Erfahrungen zu tun hast, die Du in Deinem Leben gemacht hast.

Solltest Du einen solchen Farbton haben, dann versuche es, Dich damit anzufreunden. Vielleicht Minifitzelweise, sozusagen in homöopathischen Dosen.

Warum?

Farbe ist Schwingung. Magenta schwingt zum Beispiel bei 501 Nanometer, genau so wie das Sehpurpur im Auge. Spannend, oder?

Wenn Dir Farben gefallen, dann schwingst Du mit der jeweiligen Frequenz mit. Dieser Zustand kostet Dich keine Energie. Er gibt Dir Energie.

Wenn Du aber gewisse Farbtöne ablehnst, sträubst Du Dich gegen die Frequenz und schwingst nicht mit. Dieses unbewusste Dagegenhalten kostet unglaublich viel Kraft.

Mit diesem Hintergrundwissen wirst Du vielleicht auch verstehen, warum Du pauschalen Aussagen zu Farbtönen nicht zustimmst.

Ja, grün ist tendenziell beruhigend, eben weil es in gewissen Frequenzen schwingt, die diesen Zustand begünstigen. Solltest Du aber die Erfahrung gemacht haben, dass Dir ein Mediziner in grüner OP-Kleidung schlechte Nachrichten überbracht hat, ist für Dich sehr wahrscheinlich die beruhigende Wirkung von grün beim Kuckuck.

Es kann sein, dass Du gar nicht weißt, dass Du mag-ich-nicht-Farben hast. Einfach, weil Du sie in Deinem Umfeld nicht vorkommen lässt. Wenn Du dann aber in eine Umgebung kommst, die mit Deinen unentdeckten mag-ich-nicht-Farben gestaltet ist, merkst Du, dass irgendetwas nicht stimmt.

Genau so kann es bei Renovierungen passieren, wenn Du Dich nicht mit Deinem Partner bis ins Detail darauf einigst, wie die Neugestaltung werden soll. Stimmt einer von Euch unbewusst nicht überein mit dem, was neu da ist, kann das der Grund für vermeintlich grundlosen Streit sein.

Stellt sich die Frage, was Du tun kannst, um Freundschaft mit Deinen mag-nicht-Farben zu schließen?

Du hast mehrere Möglichkeiten.

Wenn Deine Ablehnungsreaktion gering ausgeprägt ist, setze Dich intensiv mit dem entsprechenden Farbton auseinander. Es gibt bestimmt Farbzusammenstellungen, in denen Du diesen Farbton auf einmal spannend findest oder interessant. Such danach. Eine gute Inspirationsquelle ist Design Seeds.

Frage Dich außerdem, welche Assoziationen Du zu diesem Farbton hast und ob es nicht Lebensbereiche gibt, die Dir sehr angenehm sind und in denen der Farbton vorkommen könnte.

Bei einer etwas stärkeren Ablehnungsreaktion kannst Du in deinen Erinnerungen auf Spurensuche gehen. Gibt es ein Erlebnis, das mit diesem Farbton in Zusammenhang steht? Wenn ja: wäre diese Situation, wenn Du sie heute noch mal erlebtest, für Dich immer noch so wie damals oder anders, weil Du Dich im Laufe der Jahre weiterentwickelt hast? Du hast heute mit Sicherheit die Möglichkeit, anders zu reagieren.

Solltest Du regelrecht in Panik verfallen beim Anblick eines bestimmten Farbtons, dann such Dir bitte dringend psychologische Hilfe. Auch Farbe kann traumatische Erlebnisse triggern.

Fang parallel dazu damit an, Dich mit minikleinen Fitzelchen des betreffenden Farbtons zu umgeben, das schrieb ich weiter oben schon. Rück Dir die Fitzelchen immer wieder ins Blickfeld und bette sie in spannende Farbkombinationen ein.

Sinn der Übung ist, dass Du Dich im Laufe der Zeit mit allen Farbtönen anfreundest. Du entgehst so dem Energieverlust des nicht-mitschwingens. Andersherum formuliert: wenn Du mitschwingen kannst, wird Energie frei für Kreativität.

Mit allen Farben gut Freund zu sein bedeutet übrigens nicht automatisch, keine Lieblingsfarben mehr zu haben. Die bleiben bestehen, wenn Du es möchtest. Du wirst aber mit Sicherheit einen anderen Blick auf Deine Lieblingsfarben und auf Farbe allgemein bekommen.

Mit allen Farben gut Freund zu sein ist außerdem wichtig, wenn Du im gestalterischen Bereich oder in der Modebranche tätig bist. Du kannst so nämlich Deine Vorlieben und Abneigungen aus Deinen Aufträgen herausnehmen und deswegen besser die Wünsche Deiner Kunden verstehen und erfüllen.

Hast Du weitere Fragen zu diesem Thema? Schreib mir gern etwas in die Kommentare oder auf die Facebook-Seite, vor allem, wenn Dir das Gegenteil-Wort zu Lieblingsfarbe eingefallen ist. Ich freue mich, von Dir zu lesen!

Freitag, 23. Dezember 2016

Rezension: Vintage Guide


Wer so kurz vor Weihnachten noch auf der Suche nach einem Geschenk für Design- und Interiorliebhaber ist, sollte einen Blick in den Vintage Guide von Judith Miller (DVA 49,99 €) werfen. 
 
 
 
Dieser großformatige Bildband bietet einen Überblick über Möbel, Kunst und Design aus dem 20. Jahrhundert. 
 
In drei großen Kapiteln - Art Déco bis Bauhaus, Nachkriegsmoderne und Zeitgenössische Moderne - findest Du einerseits einen Überblick darüber, was in dieser Zeit die Designer bewegt und geprägt hat. 
 
Andererseits werden für den Zeitraum wichtige Designer und ihre Arbeiten vorgestellt. Zum Dritten werden Designobjekte thematisch zusammengefasst und in Preiskategorien eingeordnet. 
 
Nahezu alle der vorgestellten Stücke sind nicht mehr als Neuware im Handel zu finden sondern als moderne Antiquitäten bei spezialisierten Händlern oder auf Trödelmärkten aufzuspüren. 
 
Dieser Umstand macht das Buch für mich zu einer Schatzkarte, die mir zeigt, was es im letzten Jahrhundert für tolle Möbel und Dekoobjekte gegeben hat. Leider zeigt mir die Schatzkarte nicht den Weg zum Händler, aber dafür gibt es die eine oder andere Suchmaschine im Internet. Schatzsuche 2.0 oder so ähnlich... Selberfinden ist bei dieser Art Möbeln für mich das Spannende.
 
Das nächste große Plus am Vintage Guide sind die vielen Interior-Fotos. Mal wird eine Original-Einrichtung aus einer bestimmten Zeit gezeigt und mal eine neue Interpretation. Mal eine Ansammlung unterschiedlicher Stücke aus einem ähnlichen Zeitraum, mal ein einzelnes Stück in völlig anderem Zusammenhang. Die Quintessenz der vielen Fotos ist für mich: alles kann, nichts muss. Finde Deinen eigenen Stil und umgib Dich mit dem, was Dir gefällt.
 
Wenn Du Spaß an älteren Möbelentwürfen hast oder auf der Suche nach (für heutige Sehgewohnheiten) außergewöhnlichen Stücken bist, ist das Buch passend für Dich. Es führt Dich auf Designspuren, die Du sonst vielleicht nicht verfolgt hättest und lädt zur Gedankenspielerei und Kombination ein. 
 
Mein Fazit ist: toller Bildband, unglaublich hohe Informationsdichte und, wie beteits oben geschrieben, Schatzkarte.
 
Das Buch wurde mir vom Verlag zur Verfügung gestellt. Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst.

Mittwoch, 14. Dezember 2016

So bringst Du Deine Wohnwünsche in Deinem Budget unter

So knapp vor Weihnachten äußere ich einen Wunsch: Ich wünsche mir, dass Deine Wohnwünsche nicht mehr von Deinem Budget bestimmt werden.

Wenn Du ein Haus kaufen und auf Deine Bedürfnisse und die Deines Partners anpassen möchtest, fallen bei der Finanzplanung etliche Positionen an. Grob strukturiert sind es:

  • Kaufpreis
  • Kaufnebenkosten
  • Sanierungskosten

Die Sanierungskosten lassen sich weiter aufschlüsseln, abhängig davon, in welchem Zustand das Haus ist und in welchen Zustand Du es versetzen möchtest.

  • Energetische Sanierung: Dach, Fassade, Heizung
  • Bauliche Veränderungen: Dachaufbauten, Anbauten, Grundrissveränderungen
  • Haustechnik: Strom, Badezimmer
  • Gestaltung: Wand-, Boden- und Deckengestaltung
  • Beleuchtung und Möblierung.

In genau dieser Reihenfolge wird gebaut und meistens auch geplant. Du arbeitest Dich von Punkt zu Punkt auf der Liste voran und irgendwann wird das Budget knapp. Bei der Gestaltung Deines Hauses reicht es dann überspitzt gesprochen für weißgestrichene Vliestapete und Laminat obwohl Du eigentlich von Lehmputz und Eichendielen geträumt hast.

Stellt sich die Frage, ob es auch anders geht. Ich habe anfangs den Wunsch geäußert, dass das Budget nicht mehr die Wohnwünsche diktieren soll.



Du entgehst diesem Dilemma weitgehend, wenn Du den Planungsprozess umkehrst und Dich vor Beginn der Baumaßnahmen von Innen nach Außen mit deinem Haus beschäftigst.

Stell Dir und Deinem Partner die Frage nach Wohnwünschen. Ihr habt ein Haus gekauft, um es für Euch passend zu gestalten. Was aber passend für Euch ist, müsst Ihr zu Beginn der Planungen herausfinden.

Ihr könnt Euch Euren Wünschen durch das Führen eines Wohntagebuchs und eine Positivliste annähern. Wie das funktioniert, liest Du dort. In diesem Artikel liest Du, warum es so wichtig ist, die Wohnumgebung passgenau für Euch zu gestalten.

Legt auf Pinterest oder ganz einfach auf etlichen Zetteln Ideensammlungen an, wie Euer neues Haus aussehen könnte und ganz wichtig - holt Euch konkrete Preise ein.

  • Was genau kostet dieser Bodenbelag inklusive Verlegung pro qm? 
  • Wie teuer ist diese Küche samt Einbau?
  • Wer liefert diese Wandgestaltung zu welchen Konditionen und wieviel nimmt der Verarbeiter pro qm? 
  • Ist es für Selbermacher geeignet?

Gebt Euch für diese Planungsphase etwas Zeit und stellt Euch jeder für sich die Frage:  

Wie sollte unser Haus im Inneren gestaltet sein, damit ich mich dort mit Sicherheit wohlfühle und entspannen werde?

Stell Dir die Frage ruhig laut und lass den Antwortroboter in Deinem Gehirn Antworten finden. Sobald eine Antwort kommt, schreib sie auf. Diktier sie in Dein Telefon. Kritzel sie auf eine Serviette. Und sammle alles zusammen. Sortiere sie Dir nach Wichtigkeit.

Setzt Euch nach einer Weile zusammen und besprecht miteinander die Antworten, die Eure Antwortroboter gefunden haben. Ihr werdet erstaunt sein, was Euch alles wichtig ist.

Am Ende des Planungsprozesses ist es an der Zeit, die einzelnen Puzzlestücke zusammenzubringen und in sie Finanzplanung einzusteigen. Wenn Ihr nämlich wisst, was ein absolutes Muss in Eurem neuen Haus ist, könnt Ihr bei weniger wichtigeren Dingen auch nach günstigeren Alternativen schauen und so Euer Budget umverteilen.

Ich wünsche Euch, dass Ihr Eure Wohnwünsche in Euer Budget einplanen könnt!

Solltest Du weitere Fragen zu diesem Thema haben, schreib sie mir in die Kommentare oder auf die Facebook-Seite. Ich freue mich, von Dir zu lesen.